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Natürlich hat sich in 40 Jahren Städtepartnerschaft vieles verändert. Hans-Joachim Bergmann kann sich noch gut an die Zeiten erinnern, in denen der Schüleraustausch unter den Jugendlichen sehr beliebt war. Er hatte ihn selbst 1983 ins Leben gerufen. „Wir hatten die Busse immer voll“, erinnert er sich. Und auch der damalige Rektor der Realschule, Georg Glodowski, sei Feuer und Flamme für den Schüleraustausch gewesen. Bei den Bürgerreisen sei immer darauf geachtet worden, dass die jeweiligen Gäste in den Familien unterkommen, in denen es von der Sprache oder Beruf her am besten gepasst habe, berichtet Bergmann von den Anfängen. „Das A und O einer Städtepartnerschaft ist, dass private Freundschaften entstehen“, betont Bergmann. Und das Besondere an Maisons-Laffitte sei schon damals gewesen, dass erstaunlich viele Franzosen Deutsch gesprochen hätten. Auch unter den Vereinen gab es rege Kontakte. „Aber die Euphorie hat überall nachgelassen“, bedauert Bergmann. Das weiß auch Volker Thehos, der aktuelle Sprecher des Partnerschaftsausschusses. Deshalb ist es auch ein Ziel, wieder mehr Verbindungen zwischen den Vereinen herzustellen, wie Thehos im Gespräch mit der RZ verdeutlicht. Allerdings betrifft das nicht alle Vereine. „Der SV Kripp hat gute Beziehungen, lädt zum Beispiel die Jugendmannschaft von Maisons-Laffitte zum Konrad-Zuse-Cup ein und fährt auch selbst in die Partnerstadt“, erzählt Thehos. Das Konzept der Bürgerreisen hat sich über die Jahre hinweg ebenfalls verändert – nicht zuletzt weil es mittlerweile sehr viele persönliche Freundschaften gebe, so der Sprecher des Partnerschaftsausschusses. „Alles ist persönlicher geworden“, berichtet Thehos. Früher hätten viele Gäste im Hotel übernachtet. „Heute sind es nur zwei oder drei Personen. Der Rest ist privat untergebracht“, sagt er. Beim Programm habe sich ebenfalls etwas geändert. „Es ist nicht mehr so dicht, damit Freizeit bleibt, um privat etwas zu unternehmen“, erläutert Thehos. Dennoch bleibt ausreichend Zeit für gemeinsame Unternehmungen, etwa für Wanderungen und Ausflüge. Und dann gibt es natürlich auch Aktionen, die allen als Höhepunkt besonders im Gedächtnis bleiben – einer für Thehos ganz klar der Austausch der Telefonzellen, die jetzt in den Partnerstädten jeweils als Bücherboxen genutzt werden. „Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie wir das 300 Kilo schwere deutsche Exemplar vom Bauhof abgeholt und nach Maisons-Laffitte gebracht und die 70 Kilo schwere französische Telefonzelle nach Remagen transportiert haben“, erzählt Thehos. Als weiteres Beispiel nennt er die Touren von Bernard Goudet, der zweimal in den Jahren 2017 und 2018 mit dem Fahrrad innerhalb von drei Tagen von Maisons-Laffitte nach Remagen gefahren ist. Jetzt plane auch eine Handvoll Remagener, mit dem Drahtesel in die französische Partnerstadt zu fahren. Neben sportlichen Höhepunkten können auch die Künstler aus Maisons-Laffitte und Remagen auf erfolgreiche gemeinsame Aktionen wie auf den Tag der offenen Ateliers oder Ausstellungen in Sartrouville oder Le Mesnil-Le-Roi zurückblicken. Allerdings herrscht dort zurzeit Funkstille, weil sich die französische Gruppe aufgelöst hat. „Aber wir versuchen, das wieder aufzubauen“, sagt Thehos. Er erinnert sich auch noch gut an die Aktion mit dem Remagener Stadtsoldatencorps, das im September 2019 einen Zweitagestrip nach Maisons-Laffitte unternommen hat, um auf dem Flohmarkt zu spielen und eine rollende Kneipe anzubieten. Übrigens haben die Remagener ihre französischen Freunde auch infiziert – mit dem Bazillus der fünften Jahreszeit. „Asterix und Obelix“, „Tour de France“ oder auch „Weltmeister“: Seit 2014 nehmen die Gäste aus Maisons-Laffitte am Remagener Karnevalszug teil. Unterstützt werden sie dabei unter anderem von Schülern der IGS Remagen um ihre Französischlehrerin Jasmin Wilhelmi, die sich auch im Partnerschaftsausschuss engagiert. Z Wer sich für die Städtepartnerschaft zwischen Remagen und Maisons-Laffitte interessiert oder sich einbringen möchte, erfährt Näheres von der Stadtverwaltung Remagen bei Verena Weyl, Telefon 02642/20118 oder E-Mail an v.weyl@remagen.de

Ein schlichtes Basaltlavakreuz mit der Jahreszahl 1702 stand an einer Wegekreuzung östlich von Ringen, unmittelbar an der Gemarkungsgrenze zu Karweiler. Hier kreuzte sich der nach Bengen führende Burgweg mit dem Beller Stadtweg (nicht zu verwechseln mit dem Ringener Stadtweg). In der topographischen Karte von 1847 ist an dieser Stelle bereits das Kreuz eingetragen. Wegen des Tonabbaus wurde es um 1991 eine kleine Wegstrecke weiter Richtung Westen versetzt, und zwar an das Reststück des Burgwegs vom alten Standort des Kreuzes bis zur Landesstraße Ringen-Lantershofen. Dieser Weg war schon nach einem Beschluss des Gemeinderats Ringen vom 23. Mai 1951 in einer Breite von vier Metern ausgebaut worden, als Ersatz für den durch Tonabbau weggefallenen Kantenweg. Das Kreuz besteht aus Basaltlava, Höhe 142 cm, in der Querung eine Nische und die Jahreszahl 1702, am Kopf die Inschriftentafel „INRI“. Ein Kreuz mit der Jahreszahl 1702 stand auch an der Kreuzung der Aachen-Frankfurter Heerstraße mit dem Weg von Bengen nach Leimersdorf ( Eine erste Nennung des Kreuzes fand ich für das Jahr 1728. Die Grenze des Landes zweiter Klasse in der Gemarkung Ringen hatte folgenden Verlauf: von der Leimersdorfer Gemarkungsgrenze kommend bis zum Ringener Bach hinunter, dann den Bach rechts hinauf, bis an das „klein hülgen“ [kleiner Hohlweg], dann dem Beller Stadtweg nach bis an „elle[!] lenarts creutz“ und weiter dem Stadtweg entlang bis um „den lottekotten“ an der Karweiler Grenze. Im selben Jahr 1728 hatte Zachaeus Scheufelgen freiadeliges Land im Beller Feld, angrenzend an „Meister Leonards Creutz“. 1769 brachte Elisabeth Wolf von Oeverich einen Acker in die Ehe ein, der am „Meister lenarts Creutz“ gelegen war.4 Der Name „Meister Leonhards Kreuz“ taucht also 1728 zuerst auf, 26 Jahre nach der Errichtung. Der Stifter könnte Leonhard Wershoven gewesen sein, der 1728 zusammen mit seinen beiden Brüdern Stephan und Peter ein Feld oberhalb des Karweiler Wegs besaß.