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Der 1994 gegründete Steinhauerverein hat sich die Pflege der Tradition dieses Handwerks auf seine Fahnen geschrieben. Immerhin wurde der Ort über Jahrzehnte hinweg wesentlich von der Tuffsteinindustrie geprägt. Der Verein will die Identität von Weibern als Steinmetzdorf aufrechterhalten. Hierfür haben die Steinhauer bisher erfolgreich gearbeitet und eine Fülle von Ideen verwirklicht – eine Bilanz. Angefangen hatte es mit dem Bau eines historischen Festwagens anlässlich der 900-Jahr-Feier der Herrschaft Kempenich: ein alter renovierter Steinbruchkran mit einer Steinhauerhütte, auf der junge und alte Steinmetze ihre Arbeitstechnik darstellten. So bahnte sich ein 12 Meter langes, 2,60 Meter breites und 4,90 Meter hohes Gespann seinen Weg durch die Menschenmassen und engen Straßen von Kempenich. Dies war im August 1993, im April 1994 trugen sich bei der Gründung des Vereins 28 Personen als Mitglieder der ersten Stunde ein. 1995 wurden dann die Handwerkermärkte in Acht, Adenau, Weibern, Koblenz, Münstermaifeld und Königsfeld besucht. Wissbegierige Besucher wurden über das Steinmetzhandwerk, den Tuffstein und über den Ort Weibern informiert. Hermann Hilger stellte 1995 den ersten Wegweiser aus Basalt auf dem Weg zum Stumpig Kreuz her. Seitdem folgten viele weitere von ihm und von Manfred Dahm. 1996 waren die Steinhauer beim Rheinland-Pfalz-Tag in Andernach dabei. Ein Jahr später erstellte man das 21-teilige Maßwerkfenster im Steinmetzbahnhof. Ab 1998 wurde mit dem Bau von Ruhebänken begonnen. Seit 1998 werden Schnupperkurse für Hobbysteinmetze angeboten. Manche Teilnehmer nehmen Anfahrten von bis zu 300 Kilometern in Kauf. 1999 wurde dann mit dem Bau einer eigenen Werkstatt auf dem ehemaligen Gelände der Firma Neis Ernst gemacht. Aus eigener Kasse steckten die Steinhauer eine fünfstellige Summe in die Anschaffung von Werkzeugen und Ausstattung. Manfred Dahm stellte zudem ein sehr detailgetreues Steinbruchmodell für den Steinmetzbahnhof her. 2000 hat Hermann Hilger den alten Dorfbrunnen in der Bahnhofstraße restauriert und überarbeitet. Mit dem Weiberner Schaufenster entstand ein Referenzobjekt mit Beispielen, wie man den Weiberner Tuff in der Architektur fachlich richtig einsetzt. 2002 wurde mit den Steinmetzarbeiten für das Portal der Robert-Wolff-Halle begonnen, es folgte in Zusammenarbeit mit der Gemeinde der Kletterfelsen auf dem Spielplatz. Ab 2004 übernahm der Verein die Federführung beim Handwerkermarkt anlässlich des Tuffsteinfestes. Fürs 100-jährige Bestehen des Schulgebäudes haben Manfred Nürenberg und Hermann Hilger einen Gedenkstein hergerichtet. Und Gottfried Bouhs, ältester aktiver Steinmetz, gestaltete einen prächtigen Weihwasserstein, der den Innenraum der Pfarrkirche ziert. Das Werkstattgelände wurde unterdessen immer wieder auf Vordermann gebracht und attraktiv gestaltet. Es wurde eine Steinhauerschmiede fertiggestellt, seitdem gab es auch Schmiedekurse. Ein echtes Großprojekt für den Steinhauerverein war die Fußgängerbrücke in der Talaue. Das Material, rund fünf Kubikmeter Basalt und Weiberner Tuffstein, lieferte die Kommune. Im Winter 2008 wurden die 333 Werksteine bearbeitet und anschließend vor Ort versetzt. Insgesamt hat der Steinhauerverein allein an diesem Bauwerk 1225 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. Auf die Steinhauer kann man sich verlassen: Besonders deutlich wurde dies, als die Mariensäule, das Wahrzeichen des Tuffsteinortes, erst aus dem Ortszentrum entfernt, dann auf dem Vereinsgelände aufgearbeitet und ein Jahr später wieder an alter Stätte aufgebaut wurde. Zur Verschönerung des Ortsbildes trugen zudem weitere Ruhebänke und der restaurierte Marienbildstock am Haus Hück bei. Den Schwerpunkt 2017 bildete die Aufstellung des Gedenksteins zur Erinnerung an den US-Bomberabsturz 1945 sowie die entsprechenden Steine, die auf die Gedenkstätte hinweisen. Ein Meilenstein für die Außendarstellung des inzwischen 119 Mitglieder zählenden Vereins war 2018 die Verleihung der Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler. Im Frühjahr 2019 wurde das Andachtskreuz zwischen Weibern und Wabern aufwendig saniert. Der Steinhauerverein Weibern feiert am Samstag, 7. Dezember, im Mehrzwecktrakt der Robert-Wolff-Halle zum 25. Mal die Barbarakirmes. Das Fest wurde 1995 ins Leben gerufen. Damals wollten die Steinhauer eine alte Tradition neu beleben – in Erinnerung an die Zeiten, als Anfang Dezember der Winter in die Steinbrüche und Baustellen einzog, die Steinmetze ihre Arbeit niederlegten und die vorweihnachtliche Zeit genutzt wurde, um Theater zu spielen und zu Ehren der heiligen Barbara, der Schutzpatronin von Bergleuten und Steinmetzen, ein Fest zu feiern. Ernst Montermann hatte seinerzeit die Idee, diese Winterkirmes wieder aufleben zu lassen. An die Stelle des früher üblichen Theaterstücks trat ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen, bei Kölsch und Döppekoche, der bis 2014 bei Rudi Schäfer im Backes zubereitet wurde. Auch im Jubiläumsjahr gibt es zum Auftakt ab 14.30 Uhr Kaffee und Kuchen. Ab 16 Uhr werden wieder Mundartdichter der Heimatfreunde Weibern „Weiwene Verzellschje“ vortragen. Sie werden wie in den Jahren zuvor erneut vor großem Publikum in bestem Weiwene Platt nicht nur für hinreichend humorvolle, sondern auch für ein paar nachdenkliche Momente sorgen. Zum 25-jährigen Bestehen wird man in einem kleinen Festakt an die Anfänge und die vielen Aktivitäten im zurückliegenden Vierteljahrhundert erinnern. Zum Abschluss unterhält Pure Water mit Livemusik.[1]
  1. Quelle: Hans-Josef Schneider: Die Steinhauer sind auch Brückenbauer – Rühriger Handwerkerverein aus Weibern wurde vor 25 Jahren aus der Taufe gehoben, in: Rhein-Zeitung vom 30. November 2019