Katholische Pfarrkirche "St. Laurentius" Ahrweiler
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Die 1269 erbaute Katholische Pfarrkirche "St. Laurentius" Ahrweiler am Marktplatz Ahrweiler ist die älteste gotische Hallenkirche links des Rheins. Im Innern der dreischiffigen Kirche finden sich Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert.
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Lage
Allgemeines
Ahrweiler gehörte einst der Abtei Prüm. Sie ließ im 13. Jahrhundert die Kirche errichten (Grundsteinlegung 1269) und entsandte Benediktiner als Priester. Nach Säkularisation und Auflösung der Abtei wurden normale Pfarrer berufen. Die Pfarrei gehört seit 1824 zum Bistum Trier.
Die gotische Kirche ist dreischiffig und durch Strebepfeiler gegliedert. Das Mauerwerk besteht aus verputztem Bruchstein. Der eingebaute Turm ist ab Dachansatz dreigeschossig und wird von Giebelkranz und Spitzhelm abgeschlossen. Das Langhaus ist vier Joche lang, jedes Joch auf jeder Seite trägt ein Walmdach. Daran schließt sich jeweils ein schräg gestellter Seitenchor an.
Die Seitenchöre und der Hauptchor werden von fünf Seiten eines Achtecks begrenzt. Die Emporen sind drei Joche lang und dämpfen das Licht in den Seitenschiffen. Starke Rundpfeiler tragen das Kreuzrippengewölbe. Der Chor wird durch eine schmiedeeiserne Kommunionbank aus dem 18. Jahrhundert abgeschlossen, der Kreuzweg wurde erst 1906 erworben. Die Orgel ist recht neu, lediglich das Barockgehäuse aus dem 16. Jahrhundert täuscht darüber hinweg.
Den stärksten Eindruck hinterlassen die 1903 bei Restaurierungen entdeckten Fresken aus dem 15. Jahrhundert, die z.B. biblische Szenen, Heilige und die Weihe der Kirche zeigen.
Kirchenfenster
Die Fenster für das Hauptchor wurden 1953 neu geschaffen (Gesamtfläche: zirka 70 Quadratmeter, Höhe: 11,5 Meter). Das Gesamtthema der figürlichen Darstellungen lautet: "Das Erlösungswerk Jesu Christi und unsere Teilnahme an seinem Fürchten."
Orgel
Im Jahre 1689 wird Ahrweiler in Brand gesteckt. Auch das Dach und der Turm der Kirche werden ein Raub der Flammen. Nach Wiederherstellung der Kirche, 1717, erhält diese eine neue Orgel. Das Gehäuse wurde 1726 von Meister Georg Hondt angefertigt. 1903 wird die Orgel durch einen Neubau ersetzt und 1953 erfolgt ein Umbau. Erhalten geblieben ist das Gehäuse mit dem harfenspielenden David und den posauneblasenden Engeln. Der Neubau der Orgel erfolgte 1989 durch die Orgelwerkstatt Fischer und Krämer in Endingen am Kaiserstuhl.
Der Orgelförderverein St. Laurentius machte es möglich, dass die Orgel vor Pfingsten 2009 um ein Röhrenglockenspiel erweitert wurde. 25 oben geschlossene Klangröhren aus Messing haben einen sonoren Klang, dem Geläut von kleinen Kirchenglocken ähnlich, und verfügen über einen Tonumfang von g° bis g² = 25 Töne. Sie haben ihren Platz außen seitlich am Gehäuse. Sie sind dort aus dem Kirchenschiff zwar nicht zu sehen, aber optimal zu hören. Belederte Holzhämmerchen schlagen die Röhren mittels Elektromagneten an.
Glocken
1689 wurden bei der Brandschatzung durch französische Truppen fast die gesamte Inneneinrichtung und die Dächer der St. Laurentiuskirche in Ahrweiler zerstört. Auch acht Glocken fielen dem Feuer zum Opfer. 1694 wurden durch Meister Johannes Bourlet aus Jülich mehrere Bronzeglocken gegossen, die am 24.7.1695 durch den Kölner Weihbischof Joh. Peter Burmann geweiht und im Turm untergebracht wurden. Drei dieser Glocken (1400, 1100 und 850 Kilogramm) bilden auch heute noch das Hauptgeläut von St. Laurentius. Zwei weitere Bronzeglocken kamen noch hinzu 1731 (190 Kilogramm) und 1751 (120 Kilogramm).
1978 wurde durch den amtlichen Glockensachverständigen der Diözese Trier J. Schaeben aus Euskirchen ein Gutachten über Geläut und Glockenstuhl erstellt, das zur Folge hatte, dass der fast 300 Jahre alte Holz-Glockenstuhl durch einen Stahlträger-Glockenstuhl ersetzt werden musste. Hier entschied sich der damalige Verwaltungsrat der Kirchengemeinde auf Anraten des Glockengießers Hans-August Mark aus Brockscheid dazu, den neuen Glockenstuhl so auszubauen, dass gegebenenfalls in späteren Jahren wieder acht Glocken aus dem Turm von St. Laurentius läuten könnten, wie dieses vor 1689 schon war.
Die drei Glocken, die im Jahr 2003 neu gestiftet wurden (Seligenglocke, Cäcilienglocke und Sebastianglocke), vervollständigen das bisherige Geläut und wurden auf das Motiv „Salve Regina“ abgestimmt.
Hauptportal
Das Hauptportal aus Bronze wurde von dem saarländischen Bildhauer Ernst Alt entworfen und realisiert. Das Portal ist eine Stiftung von Privatleuten aus Ahrweiler.
weitere Bilder
Mediografie
- Ferdinand Gies: Von den Wand- und Deckenmalereien in der St. Laurentius-Pfarrkirche in Ahrweiler, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1959
- Josef Mettel: '"Du wohnst ganz schön hier, lieber Gott". Ein beschaulicher Rundgang und Ein-Blick in die Schätze der St. Laurentiuskirche Ahrweiler', Bad Neuenahr-Ahrweiler 2001
- Josef Rausch: Die neuen Chorfenster in der St. Laurentius-Pfarrkirche zu Ahrweiler, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1954
- Robert Bous/Jörg Meyrer: Pfarrkirche St. Laurentius in Ahrweiler. Kirchenführer, 7. überarbeitete Auflage, Ahrweiler (ohne Jahr, nach 2002)
weitere Bilder
Video
siehe auch
Weblinks
- http://www.laurentius-aw.de
- Eifel.de: Pfarrkirche St. Laurentius
- Wikipedia: Glasfenster von St. Laurentius (Ahrweiler)
- Mediawiki Commons: Glasfenster von St. Laurentius (Ahrweiler)

