St. Anna-Kapelle Bachem
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Die St.-Anna-Kapelle Bachem ist die älteste der drei Kapellen im Ort. Ursprünglich wurde die Kapelle der Gottesmutter geweiht. Im alten Chor hat noch heute eine Figur von St. Maria mit Jesuskind (um 1420) ihren Platz. Um das Jahr 1550 findet auch die noch heute vorhandene Figur der St. Anna ihren Platz in der Kapelle. Möglicherweise wurde zu dieser Zeit aus der Marienkapelle die St.-Anna-Kapelle.
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Standort
Bau und Bauentwicklung
Der älteste Teil, der wohl um 1220 erbaute südliche Teil des heutigen Gebäudes, ist rechteckig und besitzt einen halbrunden, deutlich abgesetzten Chor. Die erste urkundliche Erwähnung der Kapelle stammt aus dem Jahr 1286. Darin heißt es: „Bruno, Priester aus Köln, Offiziant der Kapelle in Bachem, schenkt der Abtei Steinfeld sein Erbe bei Ahrweiler, nämlich seine Weinberge im Rosental, in Stote, in Rumersheck und am Kunzenberg in Bachem. Dafür wird seine Memorie in der Messe gehalten, die täglich zu Ehren der Jungfrau Maria an einem besonderen Altar gehalten wird.“[1]
Weil Bruno später Pfarrer in Ahrweiler wurde, ist zu vermuten, dass die Kapelle im Jahr 1286 zur Pfarrei Ahrweiler gehörte. Urkunden aus dem Jahr 1491 bezeugen jedoch, dass die Zuständigkeit zwischenzeitlich auf die Pfarrei Wadenheim überging. Heute gehört die Kapelle zur Katholischen Pfarrgemeinde "St. Pius" Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Neun Kardinäle stellen am 2. April 1500 einen Ablassbrief aus, in dem sie ihren Wunsch formulieren, dass die Marienkapelle „auf die inständige Bitte des Peter Heyms, Rekort (Kapplan)“ dieser Kapelle, ausgebessert und in ordentlichem Bauzustand erhalten und auch mit Messbüchern, Kelchen und Ampeln versehen wird.
Kriegerische Auseinandersetzungen und Witterung setzen der Kapelle immer wieder zu; auch deshalb wird sie im Laufe der Jahrhunderte immer wieder baulich verändert. Das ist beispielsweise an den Fenstern erkennbar: Die Kapelle hat romanische und gotische Fenster sowie eines aus der Renaissance und Fenster aus dem Jahr 1927.
Im Jahr 1893 - die Zahl der Bewohner von Bachem war zu dieser Zeit auf mehr als 500 angewachsen – wurden der Abriss der St.-Anna-Kapelle und der Neubau eines größeren Gotteshauses geplant. Der Erste Weltkrieg und die Inflation verhinderten jedoch die Realisierung dieser Pläne. Am 9. Juni 1924 wurde stattdessen der Grundstein für einen Anbau nach Plänen des Bonner Baumeisters Theodor Wildemann gelegt. Bemerkenswert ist das im neugotischen Stil gefertigte Faltengewölbe dieses Anbaus.
Die Innenausstattung der Kirche wurde damals an den neuen Anbau angepasst: Der alte Barockaltar wurde abgebaut und ein neuer Altar aufgesellt. Die Kapelle erhielt eine zweite Glocke, die ihren Platz im aufgestockten Turm fand.
Karl-Heinz Klein kümmert sich heute um die Pflege der Kapelle; und Bernd Walther hat ihre Geschichte erforscht.
Die St.-Anna-Kapelle bereite Pastor Peter Dörrenbächer und Ortsvorsteher Georg Schikowski große Sorgen, berichtete Jochen Tarrach in der Rhein-Zeitung vom 17. November 2012; denn das Gotteshaus müsse innen umfangreich renoviert werden:
- Besonders die Wände blättern ab und bedürfen eines neuen Anstrichs, die Heizung ist veraltet und defekt, der Chorraum müsste neu gestaltet werden, die Orgel auf die Empore versetzt werden und besonders im alten Teil der Kapelle der kleine Chorraum, der hinter der Madonna liegt und derzeit mit einer Sperrholzplatte abgedeckt ist, wieder freigelegt werden. Im zweiten Abschnitt müssten je nach Finanzlage die derzeit kahl von der Decke hängenden Lampen erneuert und damit heller werden, die Bänke überarbeitet und auch die Sakristei renoviert werden.
125.000 Euro seien nötig, um diese Arbeiten ausführen zu lassen. Für einen ersten Bauabschnitt, der Arbeiten in einem Umfang von 65.000 Euro umfasst, habe das Bistum Trier einen Zuschuss von 24.000 Euro genehmigt. Für den Rest müssten die Bachemer Gläubigen in der Katholischen Pfarrgemeinde "St. Pius" Bad Neuenahr-Ahrweiler aufkommen, zu der die St.-Anna-Kapelle gehört. Pastor und Ortsvorsteher haben deshalb in einem gemeinsamen Brief an die Bachemer Bürger zu Spenden aufgerufen.
Mediografie
Heinrich Ruland: St. Annas Kapelle in Bachem , Heimatkalender des Kreises Ahrweiler, 1926, S. 86
siehe auch
Fußnoten
- ↑ Quelle: Jochen Tarrach: Einst Maria geweiht: Kapelle St. Anna ist ein Schmuckstück - Das älteste Gotteshaus in Bachem, in: Rhein-Zeitung vom 18. Oktober 2011

