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Karl Sinemus

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Grabstätte der Familie Sinemus auf dem evangelischen Friedhof Niederbreisig

Als dritter evangelischer Pfarrer von Andernach war Karl Sinemus auch für die Betreuung der evangelischen Gläubigen in Bad Breisig und Burgbrohl zuständig. Mit seiner Ehefrau Wilhelmine Sinemus hatte er sieben Kinder. Drei davon starben allerdings im Alter von etwa drei Monaten, darunter die Zwillinge Frieda und Friedrich. Die Familiengrabstätte befindet sich auf dem evangelischen Friedhof Niederbreisig. Mit 36 Dienstjahren in der Gemeinde war er – Stand 1987 – der Pfarrer mit der längsten Dienstzeit innerhalb der ehemaligen Gemeinde. In die Zeit seines Dienstes fiel der größte Aufschwung im Gebiet der heutigen evangelischen Gemeinde Breisig. Die Gemeindegliederzahlen wuchsen in Breisig von 24 auf 90, in Brohl von sieben auf 60 und in Burgbrohl von fünf auf 60 Evangelische. Damit waren im Gebiet der heutigen Gemeinde weit mehr als 200 Gemeindeglieder ansässig. Die Fluktuation war allerdings sehr stark. Das belegen Gemeindemitgliederlisten aus den Jahren 1860 bis 1900. Unter diesen Evangelischen waren auch viele, die in einer konfessionsverschiedenen Ehe lebten, allen voran der Pfarrer selbst: Seine Frau Wilhelmine, geb. Pruders, war katholisch. Ein Urenkel charakterisierte sie so: „Sie hatte sich eben als junge Lehrerin in Koblenz anno 1871 einen evangelischen Prediger in den Kopf gesetzt.“ Vielleicht ist es diesem Umstand zu verdanken, dass Pfarrer Sinemus an vier katholischen Feiertagen bei Dr. Andreae auf Schloss Burgbrohl Gottesdienst hielt. Die Arbeit wuchs enorm, so dass Sinemus von 1891 an ein Hilfsprediger zur Seite stand. Aber gerade diese Hilfsprediger und später die Synodalvikare trugen Schuld daran, dass es bereits 1895 eine Bewegung zur Ablösung des „Nordbezirks“ von der Muttergemeinde gab. Dies wurde zwar nicht genehmigt, führte aber 1902 und 1903 zur Einweihung eigener „Kapellen in Bad Breisig und Burgbrohl“. In Sinemus' Zeit fiel auch der Übertritt der meisten Mennoniten aus der Umgebung Eichs in die Landeskirche und die Übernahme des Mennonitenfriedhofes zwischen Eich und Kell in die Regie der Gemeinde.[1]

Fußnoten

  1. Quelle: Lothar Alter: Ein Friedhof erzählt Geschichte. Evangelischer Friedhof Bad Niederbreisig, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1988