FacebookLogo.png   TwitterLogo.png   Wordpress-logo-notext-rgb.png

Wallfahrtskapelle „St. Jost“ Langenfeld

Aus AW-Wiki
Wechseln zu:Navigation, Suche
Wallfahrtskapelle St. Jost an der Nitz
Altar von 1655 und Jodokusstatue aus dem 18. Jahrhundert
Langenfeld - Heinz `Grates (9).jpg

Die Wallfahrtskapelle „St. Jost“ bei Langenfeld in der Eifel ist ein beliebtes Pilgerziel, zum Beispiel für die Langenfeld-Bruderschaft Löhndorf.


Standort

Die Karte wird geladen …

Bau und Ausstattung

Die Kapelle von St. Jost, erstmals 1436 urkundlich erwähnt, stammt wahrscheinlich aus dem späten 14. oder frühen 15. Jahrhundert. Das Wappen in einem Gewölbeschlussstein[1] lässt einen der Grafen von Virneburg als Erbauer vermuten. Ältester Teil des verputzten Bruchsteinbaus ist wahrscheinlich der gotische Chor mit Fünfachtelschluss[2], an den sich leicht schräg das anscheinend später erbaute, rund 11,20 lange und 5,80 Meter Breite Langhaus mit leicht gerundeter Decke anschließt. An der Nordseite wurde ein etwas kürzeres, 3,60 Meter breites Seitenschiff mit drei Kreuzgewölben und mit dem Eingangsportal in der Westwand angebaut. Ein Satteldach mit First und spitzem Dachreiter über dem Hauptschiff überspannt die Gebäudeteile außer dem Chor.[3]

Der Aufsatz des Hochalters aus dem Jahr 1655 ist aus Tuffstein gearbeitet. Die Reliefs in der Mitte zeigen übereinander die Verkündigung des Engels an Maria, die Geburt Jesu bzw. die Anbetung der Hirten und darüber die Anbetung der Könige. Unten links in dem reichlich verzierten Altar steht rechts eine Statue des hl. Jodokus, links der hl. Quirinus, in der Zone darüber die hl. Katharina und die hl. Luzia sowie in der Bekrönung der hl. Georg auf dem Pferd.[3] Die unteren Figuren werden gelegentlich auch als hl. Jakobus, Patron der Pilger, und hl. Leonhard, Patron der Bauern und des Viehs, gedeutet.

Eine weitere Figur des hl. Jodokus aus dem 18. Jahrhundert steht auf einer Konsole rechts vom Altar.[3]

St. Jodokus

Jodokus, der in der Kapelle verehrt wird und dessen Hilfe die Pilger in ihren Anliegen erbitten, entstammte nach der Legende einer vornehmen Familie des 17. Jahrhunderts in Nordfrankreich. Er wurde Priester, war zunächst Kaplan am Hof eines Herzogs, nahm sich aber bald an verschiedenen Orten als Einsiedler der Armen und Notleidenden an. Als sein Todestag wird der 13. Dezember 668 angenommen.[4]

Weitere Fotos

Fußnoten

  1. Der Schluss- oder Scheitelstein ist der Keilstein in der Mitte bzw. am höchsten Punkt eines Bogens oder der abschließende Stein eines Rippengewölbes.
  2. Der Grundriss ist ein Achteck, dessen drei fehlende Seiten den Eingang zum Chor bilden.
  3. 3,0 3,1 3,2 Hanna Adenauer (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Mayen. Nachdruck. Pädagogischer Verlag Schwann-Bagel, Düsseldorf 1983, ISBN 3-590-32143-1, S. 403–405
  4. Kath. Pfarramt Langenfeld: Pilgerbüchlein von St. Jost. 1949.