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Mallet-Lokomotive 11sm

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Diese Seite behandelt die Mallet-Lokomotiven 10sm, 11sm und 12sm der meterspurigen Brohltalbahn. Benannt ist diese Art von Dampflokomotiven nach dem Schweizer Konstrukteur Anatole Mallet (1837–1919).

Mallet-Lokomotive 11sm, Baujahr 1906; typisch die zwei Fahrwerke hintereinander mit jeweils eigenständiger Kolbendampfmaschine
Vulkan-Express mit Mallet-Lokomotive 11sm vor der Einfahrt zum Bahnhof Niederzissen
11sm vor der Werkstatt in Brohl
Vorderes Fahrwerk der 11sm
Nummerierung: BEG Nr.10sm-12sm
Anzahl: 3
Hersteller: Humboldt
Baujahre 1904, 1906, 1920
Bauart B'B n4vt
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Höchstgeschwindigkeit 30 km/h
Dienstmasse 48 t
Brennstoffvorrat 1,2 t
Wasserkasteninhalt 5,0 m3
Leistung 340 PS (500 PS)

Leistung

Bei ihrer Auslieferung wurden die Loks mit einer Dauerleistung von 340 PS angegeben. Das Lokpersonal der Brohltalbahn schätze die Leistung auf ca. 500 PS.

Kürzel sm

Das Kürzel sm steht für schwere Mallet. Die schweren Mallets sind stärker und auch schwerer als andere Mallet-Lokomotiven. Die Stärke ist auf der Brohltalbahn erforderlich, um auch schwere Güterzüge auf dem Steilstreckenabschnitt zu ziehen. Die Eigenart einer Mallet-Lok sind zwei Fahrwerke hintereinander mit jeweils eigenen Dampfzylindern. Das vordere Fahrwerk ist drehbar im Hauptrahmen gelagert, was die Maschine besonders für kurvenreiche Strecken geeignet macht.

Geschichte

Zur Eröffnung der Brohltalbahn wurden 4 Zahnradlokomotiven angeschafft. Um diese Lokomotiven zu unterstützen, lieh die WEG (der damalige Mutterkonzern bis 1920) der BEG in den Jahren zwischen 1902 und 1906 insgesamt drei normale Mallets aus. Sie wurden auf der Talstrecke eingesetzt und erwiesen sich gut für die engen Kurvenradien im Brohltal. Schon 1904 kam die erste schwere Mallet zur Brohltalbahn, die 10sm, und zwei Jahre später, also 1906, die heute noch erhaltene 11sm. Diese Loks waren auch für den Einsatz auf der Steilstrecke geeignet. Im Jahr 1920 gesellte sich die 12sm, die dritte im Bunde, zu ihnen. Im Jahr 1934 wurde die letzte Brohltaler Zahnradlok verschrottet und die Zahnstange abgebaut. Zur Unterstützung der drei schweren Mallets und zwei im Jahr 1924 zur Brohltalbahn gekommenen Schlepptenderdampfloks erwarb die BEG zwischen 1930 und 1956 vier Tenderloks, die durch den technichen Fortschritt auch für die Steilstrecke geeignet waren. Ab 1934 wurden alle Neuzugänge und die alten Loks der Brohltalbahn mit einem 3-Puffer-System versehen, um neben den Schmalspurzügen auch Normalspurwagen auf dem Dreischienengleis im Hafen zu ziehen. Im Winter 1965/66 endete die Dampfära der Brohltalbahn. Ab jetzt übernahmen die Dieselloks D1 und D2 (1965) und D3 (1966) den Fahrdienst auf der Brohltalbahn. Am 29. Januar 1966 absolvierte die 11sm eine vorerst letzte Sonderfahrt für Eisenbahnfreunde. Das Schicksal ihrer Schwestern, die Verschrottung, blieb ihr erspart. 1968 wurde sie an die DGEG verkauft, die sie ab 1975 in ihrem Schmalspurmuseum in Viernheim ausstellte.

Gegenwart

Als 1989 das Museum geschlossen wurde, gelangte die 11sm als Leihgabe zurück nach Brohl und wurde 1998 von der IBS (Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn) erworben. Als dann die zwei polnischen Dampfloks 2000 und 2001 dienstunfähig geworden waren, welche die BEG 1990 für den Tourismus angeschafft hatte, entschied sich die IBS nicht dafür, die zwei fürs Brohltal viel zu schwachen polnischen Loks wieder aufzuarbeiten, sondern die einzige erhaltene originale Brohltaldampflok, die auch schwere Züge ohne Dieselanschub sogar auf der Steilstrecke ziehen kann, wieder aufzuarbeiten. Im Jahr 2006 feierte die 11sm ihren 100. Geburtstag. Dieses Jahr ist als Beginn der Aufarbeitung zu sehen. Am 4. November 2008 wurde sie zu MaLoWa transportiert und dort aufwendig restauriert. Die Aufarbeitung war schwieriger als gedacht, sodass die 11sm erst am 25. Februar 2015 zurück nach Brohl kam.

Am 18. April 2015 fand die Lastprobefahrt nach Engeln statt, am 25. April 2015 war die feierliche Wiederinbetriebnahme, und am 1. Mai 2015 die öffentliche Erstfahrt. Zurzeit wird sie schonend in den Fahrbetrieb eingeführt, deshalb zieht sie auch vorerst die Regelzüge nur bis Oberzissen.

Video

Mediografie

Petra Ochs: Der Herr über Ventile und Hebel – Frank Muth ist Lokführer und heizt seinem 110 Jahre alten Dampfross mächtig ein, in: Rhein-Zeitung vom 10. Dezember 2016

Weblinks