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Gallo-römischer Umgangstempel Barweiler

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Beim Bau der Bundesstraße 258 wurden im Jahr 1937 Fundamente eines etwa 13 mal 13 Meter großen gallo-römischen Umgangstempels gefunden, der etwa im 2. Jahrhundert n. Chr. gebaut worden ist. Die römischen Ursprünge wurden 1954 mit dem Fund eines römischen Brunnens und eines Gräberfeldes mit Steinkistengräbern aus dem 1. Jahrhundert n. Chr bestätigt.[1]


Sonstiges

Der Standort befindet sich heute teilweise unter dem Garten eines Wohnhauses. Welche Gottheit in dem Tempel verehrt wurde, ist nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise war es Minerva, die von dem Römern als Beschützerin der Handwerker und des Gewerbes verehrt wurde. Von ihr wurde in Barweiler eine Figur gefunden.

Das Fundament bestand aus Bruchsteinen, die im aufgehenden Mauerwerk gemörtelt waren. Im Inneren fand sich eine schwarze Brandschicht von zwei bis vier Zentimetern Dicke. Sie deutet darauf hin, dass das Tempelchen abbrannte. Die Bauarbeiter informierten erst spätet Archäologen des Provinzialmuseums in Bonn von dem Fund; dieses Museum war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges für Fundstellen in der Preußischen Rheinprovinz zuständig. Die Archäologen bargen aus einer Tempelecke 90 gut erhaltene tönerne Opfergefäße und datierten sie in die zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts nach Christus. Zusammen mit den Töpfchen wurden zahlreiche Terrakotten geborgen. Außerdem kamen Münzen des Vespasian (9–79 nach Christus) und seinem Sohn Domitian (51–96 nach Christus) zum Vorschein. In einem Beitrag der Rhein-Zeitung zu dem Tempelchen hieß es:

Ein gallo-römischer Umgangstempel war in den gallischen und germanischen Provinzen des Römischen Reiches ein typischer Kultbau. Der Tempel hatte meist nur einen Raum (Cella) mit einem Zugang. Um diesen Raum herum befand sich ein Umgang, in der Regel ein offener Säulengang. Er ist ein gutes Beispiel für das Verschmelzen der keltischen (gallischen) mit der römischen Kultur. Umgangstempel dieser Form wurden schon von den Kelten aus Holz errichtet. In römischer Zeit wurde die Tempelform beibehalten, aber aus Stein und Ziegel gebaut. Es war Gaius Julius Cäsar (100–44 v. Chr.) selbst, der die 450 Jahre dauernde Herrschaft der Römer links des Rheins begründete. Das Ahrtal wurde später all die Zeit sowohl durch die natürliche Barriere des Rheins als auch durch den rheinischen Limes vor den Germanen geschützt. So konnten sich Römer und Kelten arrangieren und nahe des heutigen Barweiler ... diesen Tempel errichten.[2]

Siehe auch

Portal "Römer an Rhein und Ahr"

Mediografie

  • Heinz Cüppers: Die Römer in Rheinland-Pfalz, Nikol Verlagsgesellschaft Hamburg 2005, Lizenzausgabe der Originalausgabe Theiss Verlag Stuttgart 1990, S. 328
  • Anna-Barbara Follmann-Schulz: Die römischen Tempelanlagen in der Provinz Germania inferior, Seite 711

Weblink

vici.org: Tempel (Barweiler)

Fußnoten

  1. Quelle: barweiler.de: Geschichte Barweiler
  2. Quelle: Jochen Tarrach: Sonderausstellung in der Roemervilla zeigt Tempelanlage - Museum Schau widmet sich religiösem Gebäude bei Barweiler – Fund kam 1937 bei Straßenbauarbeiten ans Licht, in: Rhein-Zeitung vom 27. Mai 2015