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Herchenberg

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Der Herchenberg, ein erloschener Tuff- und Schlackenvulkan nordwestlich von Burgbrohl, erreicht zwar nur eine Hohe von 309 Metern über NN, überragt aber mit seinem kahlen unbewaldeten Gipfel die Umgebung und galt über Zeiten hinweg als Wahrzeichen des unteren Brohltals. Vor etwa 500.000 Jahren spuckte die Erde dort, wo später der Herchenberg entstand, Feuer und glühende Lava. Nach einer Ruhephase brach der Vulkan vor etwa 210.000 Jahren erneut aus. Die erdgeschichtliche Entwicklungen lässt sich in den Schichten des Berges, der durch den Lavaabbau aufgeschlossen wurde, gut ablesen. Zwischen den rötlich-braunen Schichten des unteren Bereichs und den schwärzlich-braunen Schlacken darüber befindet sich eine hellere Schicht, die aus nichtvulkanischem Bodenmaterial besteht. In der Abbauwand am Südwesthang befinden sich steil stehende Gänge, bei denen es sich um Schlote mit erstarrter Magma handelt, die beim Abbau freigelegt wurden.[1]


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Der Koloss von Oberlützingen stammt vom Herchenberg.

Lage

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Sonstiges

Eine Vielzahl von Dokumenten belegt die Mühlsteingewinnung am Herchenberg. Vermutlich wurden dort bereits im Mittelalter Mühlsteine gebrochen.[2] Heute wird auf dem Herchenberg dunkelrote Schaumlava abgebaut, die vor allem im Straßenbau verwendet wird. Es gibt einen Infopunkt, von dem aus man die Abbaugrube gut einsehen kann.

In einem Beitrag zur Geschichte von Oberlützingen auf der Homepage der örtlichen Schützengesellschaft heißt es, nach dem zweiten Weltkrieg seien Gerüchte aufgetaucht, dass die Lavavorkommen des Herchenberges abgebaut werden sollten. Niemand wollte daran so recht glauben, weil allgemein die Auffassung vertreten wurde, dass der Herchenberg mit seiner vulkanischen Eigenart unter Landschafts- und Naturschutz stünde. Die Interessen der Steine-und-Erden-Industrie seien jedoch als vorrangig eingestuft worden, so dass nach und nach, gewissermaßen „scheibchenweise“, die Abbaugrenzen immer weiter gezogen wurden – bis Anfang der 1960er Jahre auch der Gipfel des Herchenberges den Raupen und Baggern zum Opfer gefallen sei. „Damit gingen unwiederbringlich landschaftliche und geologisch einmalige Zeugnisse aus der Entstehungsgeschichte der Erde verloren“, heißt es auf der Schützen-Website weiter. Was sich heute im Bereich des einstigen Bergkegels darbietet, sei „eine trostlose Kraterlandschaft, die zwar In den einzelnen Farbschichtungen des Vulkangestein interessante geologische Aufschlüsse zeigt, von der Schönheit und Majestät früherer Ansichten jedoch nichts mehr ahnen lässt.“[3]

Weitere Bilder

Siehe auch

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 5. Mai 2015
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 5. Mai 2015
  3. Quelle: Auszug aus der Festschrift von 1997 – Dorfchronik – Das frühere Oberlützingen. Zusammengestellt von Karl Schäfer, Rektor a.D., schuetzen-oberluetzingen.de