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Hermann Reitemeyer

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Grab von Hermann Reitemeyer auf dem Friedhof Unkelbach

Der Naturbeobachter Hermann Reitemeyer (* 1930, † 2006) aus Unkelbach wurde am 10. Mai 2004 vom rheinland-pfälzischen Innenminister Walter Zuber mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Als früherer Gärtnermeister engagierte sich Reitemeyer seit mehr als 40 Jahren als Ernteberichterstatter des Statistischen Landesamtes. Er schätzte die Ertragslage von Obst, Gemüse und Getreide, was für die Wirtschaft von großem Interesse ist. In der Kreis-Kommission „Unser Dorf soll schöner werden“ beteiligte er sich fünf Jahre lang. Seit 27 Jahren maß er ferner für den Deutschen Wetterdienst rund um das Jahr die Entwicklungsstadien der Pflanzen. 2002 wurde er hierfür bereits vom Bundesministerverkehrsminister geehrt. Hermann Reitemeier war zusätzlich seit 40 Jahren für die CDU in der Kommunalpolitik tätig, so von 1968 bis 1970 im Stadtrat Remagen und zwei Jahre im Kreistag Ahrweiler. Er war Schöffe am Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler, betätigte sich im Pfarrgemeinderat sowie im Pfarrverwaltungsrat und war zum Zeitpunkt der Auszeichnung noch im Ortsbeirat Unkelbach aktiv. „Ohne das von ihnen zusammengetragene Wissen gäbe es keine Informationen für den Staat, auf deren Grundlage er seine Entscheidungen treffen und an denen er seine Politik ausrichten könnte“, sagte der Minister bei der Übergab der Auszeichnung in Mainz, bei der elf weitere Wetterbeobachter ausgezeichnet wurden. Reitemeyer, bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1989 Gärtnermeister im Dienst der Stadt Remagen, war 2004 seit 40 Jahren für den phänologischen Dienst des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Einsatz, beobachtete und maß das Wachstum von Pflanzen und hielt die dabei erhobenen Daten auf Formularen fest, um sie - wie zu dieser Zeit bundesweit insgesamt etwa 1600 ehrenamtliche Beobachter - an den DWD nach Offenbach zu schicken. Bis zu 167 Beobachtungen notierte Reitemeyer jährlich - beispielsweise zu Blattentfaltung und Blüte verschiedener Pflanzen im Frühling und zu Fruchtreife und Laub-Verfärbung im Herbst. „Diese Informationen sind unentbehrlich, wenn es beispielsweise darum geht, die Wettbewerbsfähigkeit der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft und des Weinbaus zu erhalten und weiter zu stärken“, sagte Minister Zuber weiter. Die Daten der Wetter-Beobachter („Phänologen“) werden nicht nur vom DWD selbst, sondern auch von Universitäten, Forschungseinrichtungen, Behörden und Ministerien genutzt - beispielsweise als Grundlage für wissenschaftliche Vorhersagen in der Klima-Diagnostik. Zusammen mit den hauptamtlichen Stationen des DWD wird durch die Aufzeichnungen der Ehrenamtlichen die wetterdienstliche Beratung der Landwirtschaft sichergestellt.[1]

Fußnoten

  1. Quellen: Mit der Natur auf Du und Du – Wetterbeobachter Hermann Reitemeyer gestern in Mainz ausgezeichnet, in: Rhein-Zeitung vom 6. Februar 2004, Freizeit für die Mitbürger geopfert – Lore Bellmann, Luise Keil und Hermann Reitemeyer erhielten gestern Abend für ihre Verdienste die Ehrennadel des Landes, in: Rhein-Zeitung vom 11. Mai 2004, und Ehrungen verdienter Bürgerinnen und Bürger in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2006