Johann Claudius von Lassaulx

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Johann Claudius von Lassaulx
Die St.-Martin-Kirche in Oberlützingen
Grabstätte Lassaulx auf dem Friedhof in Weißenthurm

Johann Claudius von Lassaulx (* 27. März 1781 in Koblenz; † 14. Oktober 1848 ebenda) war ein in der preußischen Rheinprovinz tätiger Architekt. Im Kreis Ahrweiler baute er 1830/31 die katholische Pfarrkirche „St. Martin“ Oberlützingen. Die Burg Rheineck ließ er im Auftrag des kunstsinnigen Bonner Universitätsprofessors und späteren preußischen Kulturministers Moritz August von Bethmann-Hollweg in der Form des frühen Mittelalters wieder erstehen.

Vita

Die Familie Lassaulx stammt aus dem französisch sprechenden Teil Lothringens. Von dort kamen Mitglieder über Trier nach Koblenz, wo Johann Claudius von Lassaulx geboren wurde. Die Eltern bestimmten ihn für einen geistlichen Stand und er empfing schon 1790 (?) die niederen Weihen. Danach wurde er Kanoniker am Florinsstift in Koblenz. Im Folgenden studierte er Sprachen, Jura und Medizin. Nach elf Semestern Medizin kehrte er ohne Examen nach Koblenz zurück und heiratete gegen den Willen seines Vaters am 12. Februar 1804 seine Verlobte Anna Maria Müller (1780–1855). Um den Lebensunterhalt zu verdienen, versuchte es Lassaulx als Essigmacher, fand aber kaum Abnehmer für sein Produkt. Deshalb gab er diesen Betrieb auf und arbeitete in der Blechwarenfabrik Schaffhausen et Dietz in Koblenz. Vor allem aber suchte er entsprechend seinen Neigungen seit früher Kindheit die Verbindung zu Handwerkern, ging auf Baustellen und legte mitunter selbst Hand an. In der Nassauischen Münze in Ehrenbreitstein ließ er sich überdies in der Kunst Münzen zu schlagen ausbilden, um eventuell Münzmeister zu werden. Inzwischen hatte das Ehepaar Lassaulx drei Söhne und lebte im Erdgeschoss des elterlichen Hauses. Insgesamt wurden es neun Kinder, von denen jedoch drei im Alter von einem Jahr oder zwei Jahren starben. 1812 verbot die General-Straßenbauverwaltung in Paris ihren Beamten die bis dahin von ihnen ausgeübte Bauleitung von Kommunalbauten und übertrug diese Aufgabe zivilen Baumeistern. Im französisch verwalteten Koblenz wurde Lassaulx daraufhin wohl auf die Empfehlung von Bekannten das Amt eines Kreisbaumeisters angetragen. Wie es heißt, habe er sich zunächst gesträubt, das Amt anzunehmen, weil er doch kein Baumeister sei, aber sein Onkel Joseph Görres habe ihn zur Annahme überredet.[1]

Für Weißenthurm war Lassaulx ein Wohltäter. Er erstellte 1936 kostenlos den Bauplan für den Neubau der später erweiterten Kirche und übernahm unentgeltlich die Bauleitung. Darüber hinaus steuerte er Geld aus seinem Vermögen zur Ausstattung des Gotteshauses bei. Aus Dankbarkeit erhielt er ein Ehrengrab für sich, seine Frau und seine Tochter Amalie auf dem Weißenthurmer Friedhof. Sein nach eigenen Entwürfen gestalteter Grabstein aus Sandstein steht in der Kirche; der Stein mit dem Bild der von ihm entworfenen Kirche auf dem Grab ist aus neuerer Zeit.[2]

Weitere Fotos

Mediografie

Denise Steger: Johann Claudius von Lassaulx – Stadtbaumeister und Architekt (1781-1848), rheinische-geschichte.lvr.de

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Udo Liessem: Studien zum Werk von Johann Claudius von Lassaulx. Görres-Verlag, Koblenz 1989, ISBN 3-920388-03-8.
  2. Festschrift zum Doppeljubiläum 2022 von Pfarrgemeinde und Kirchenchor Weißenthurm. Hrsg. Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Weißenthurm, Katholischer Kirchenchor „Cäcilia“.
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