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Johannes Decker

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Der Arzt Dr. med. Johannes Decker (* etwa 1946) praktizierte bis 2014 als Allgemeinmediziner an der Mittelstraße in Niederzissen. Als Mitglied von „Ärzte ohne Grenzen“ und „German Doctors“, leistete er anschließend mehrfach medizinische Hilfe in Bangladeschs Millionenstadt Dhaka. Ehefrau Brigitte ist Sonderschullehrerin


Vita

Johannes Decker stammt aus einer Sägewerksfamilie in Nordhessen, in der er mit sechs Geschwistern aufwuchs. Dem Abitur ließ er fünf Monate Amerika, zwei Jahre Praktikum in einer Apotheke, Pharmazie-Studium und Apotheker-Examen folgen. Im Jahr 1972 stellte Decker die Weichen neu und studierte noch Medizin. Seine Stationen als Arzt waren das Brüderkrankenhaus Koblenz, ab 1985 eine Gemeinschaftspraxis in Kottenheim und ab 1989 die eigene Praxis in Niederzissen, wo er sich mit Frau und Kindern niederließ

Nachdem er seine Praxis im Jahr 2014 an Olga Gruber übergeben hatte, war Johannes Decker von Mitte September bis Anfang November 2016 erstmals in Bangladesch. 2017 zog es ihn erneut dorthin. Er wohnte in einer Ärzteunterkunft der auch von den „German Doctors“ geförderten Slumschule im Stadtteil Manda. Behandelt wurde in einer stationären Ambulanz in Manda. Außerdem besuchen die Ärzte, immer zwei zugleich, sechs weitere Slums, darunter Ganderia, wo Menschen in Hütten ohne Strom und fließendes Wasser direkt an den Bahngleisen leben. 2018 versorgte Decker zum dritten Mal Patienten in Dhaka: Tagelöhner, Rikschafahrer mit Leihfahrzeugen und Textilarbeiterinnen – mehr Frauen als Männer und viele Kinder. Das Spektrum an Krankheiten und Beschwerden, denen er dort begegnete, schilderte Hildegard Ginzler im General-Anzeiger folgendermaßen:

Die Patienten plagen oft Magen-Darm-Krankheiten, Gelenkerkrankungen, Muskel-, Rücken-, Kniegelenkprobleme, auch Atemwegsinfekte, chronisch obstruktive Bronchitis und Asthma ... Es gibt Mangel- und Unterernährung ... Diabetes und ... Tuberkulose ... Hauterkrankungen, Ekzeme, Pilzerkrankungen durch die Feuchtigkeit und Krätze, bei der sich Betroffene nachts oft blutig kratzen.[1]

Mediografie

Hans-Willi Kempenich: Statt Ruhestand: Eine Arztpraxis mitten im Slum Dr. Johannes Decker aus Niederzissen gehört zu den German Doctors, in: [[[Rhein-Zeitzung]]] vom 8. Januar 2018

Fußnoten

  1. Quelle: Hildegard Ginzler: Als deutscher Arzt in Bangladesch – Niederzissener Johannes Decker hilft den Ärmsten der Armen, general-anzeiger-bonn.de vom 28. Dezember 2018