Kettiger Thonwerke Schaaf & Cie. GmbH Lantershofen
Die Kettiger Thonwerke Schaaf & Cie. GmbH fördern aus der Tongrube „Rudolf“ in Ringen Tone. Verwendung finden die Tone für Klinker, Ziegel, Platten, Röhren, Töpfe in der Feuerfestindustrie oder als Abdichtungs- und Fülltone. Das Unternehmen war/ist auch Betreiber der Tongrube Am Lantershofener Galgen.
Anschrift
53501 Grafschaft-Lantershofen
Kontakt
- Telefon 02641 26023
- Fax 02641 21473
- E-Mail de info@kettiger de
Geschäftsführer
Thomas und Simon Schaaf
Chronik[1]
Die Geschichte der Kettiger Thonwerke Schaaf & Cie. begann am 1. Januar 1900, als Peter Josef Hermann Schaaf die offene Handelsgesellschaft gründete. Der Name „Kettiger Thonwerke“ leitete sich vom ursprünglichen Grubengelände in Kettig ab. Neben der eigenen Tongewinnung handelte das Unternehmen auch mit Ton.
Nach dem frühen Tod des Gründers im Jahr 1901 übernahm sein Sohn Anton Schaaf („Toni“) die Geschäftsführung. Als dieser ebenfalls unerwartet verstarb, leitete sein Bruder Peter die Firma bis 1928. Paul Meckeler, der damalige Prokurist, führte das Unternehmen weiter, bis er 1944 bei einem Luftangriff auf das Werk ums Leben kam.
Wiederaufbau und Diversifizierung nach 1945
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der schwer beschädigte Betrieb von Franz Schaaf, dem ältesten Enkel des Firmengründers, zusammen mit seinem Vetter Peter Schaaf und der Belegschaft wiederaufgebaut. In den Nachkriegsjahren sind die Anlagen modernisiert und der Absatz von Ton und Schamotte stabilisiert worden.
Im Jahr 1948 richtete das Unternehmen eine neue Keramikabteilung namens Keto-Keramik ein. In ihrer Blütezeit waren dort bis zu 50 Mitarbeiter beschäftigt, die kunstvolle Keramikprodukte wie Vasen, Teller und Krüge herstellten und in über 50 Länder exportierten. Mitte der 1960er-Jahre wurde dieser personalintensive Zweig jedoch wieder aufgegeben.
Um die langfristige Tonversorgung zu sichern, erwarb das Unternehmen im Jahr 1960 die Tongrube „Rudolf“ in Ringen, deren Tone ähnliche Eigenschaften wie die der Tongrube in Lantershofen aufwiesen. Die Grube Lantershofen, ab 1929 in Betrieb, wurde bis Mitte der 1980er Jahre genutzt. Die dortigen Schamotte-Öfen mit ihren zwei markanten Schornsteinen prägten viele Jahre lang das Ortsbild, bis die Schornsteine in den Jahren 1987 und 1988 gesprengt wurden.
Anfang der 1980er-Jahre, mit der rückläufigen Nachfrage nach Rohschamotte, stellte das Unternehmen die Schamottebrennerei ein und diversifizierte sein Geschäftsmodell. Gleichzeitig wurden die Vorräte in der Tongrube Lantershofen erschöpft. Das Gelände wurde renaturiert und zu einem Naturschutzgebiet entwickelt.
Neue Geschäftsfelder und Generationenwechsel
Die Kettiger Thonwerke erschlossen sich neue Einnahmequellen durch die Verwertung von Erdaushub und das Recycling mineralischer Baustoffe. Dieser Geschäftsbereich, der oft als Bauschutt-Recycling bezeichnet wird, ist bis heute eine wichtige Säule des Unternehmens, obwohl neue Auflagen die Annahme von Material erschweren.
Nach dem Tod von Franz Schaaf im Jahr 1991 übernahm sein Sohn Thomas Schaaf die Geschäftsführung; er war bereits seit 1978 in der technischen Leitung tätig. Im Jahr 2006 wurde die Firma von einer Kommanditgesellschaft in die heutige GmbH umgewandelt. Heute wird das Unternehmen von Simon Schaaf, dem Sohn von Thomas Schaaf, geführt.
Per Seilbahn zur Ahrtalbahn
Die Landschaft um Lantershofen wurde nicht nur von den Schornsteinen der beiden Brennöfen geprägt, sondern auch von einer 1,675 Kilometer langen und über 36 Stahlstützen verlaufenden Seilbahn, die ab 1905 in Betrieb war und die dem Transport von Schamotte aus der Grube Lantershofen zum Bahnhof Ahrweiler diente, wo das Werk eine eigene Entladestation besaß. Unter lautem Gepolter wurde die Schamotte dort in offene Waggons verladen. Mit einer Kapazität von 20 bis 25 Tonnen pro Stunde beförderten die insgesamt 36 Loren im Minutentakt das Material. Auf dem Rückweg transportierten die Loren häufig Kohle, mit der die Öfen im Tonwerk geheizt wurden. Dieser Transportweg wurde 1965 eingestellt und die Seilbahn abgebaut, weil der Transport per Lastwagen wirtschaftlicher wurde.
Mediografie
- J. Diederich: Tonwerk Lantershofen, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1958, Ahrweiler 1957
Weblink
Fußnoten
- ↑ Quelle: Thomas Weber: Vom Tonabbau zum Solarfeld - Die Kettiger Thonwerke sind seit 125 Jahren Arbeitgeber in der Grafschaft, ga.de, 19. August 2025






