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Männergesangverein "Unterhaltung" Niederlützingen

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Der Männergesangverein "Unterhaltung" Niederlützingen wurde im Mai 2004 vom damaligen rheinland-pfälzischen Kultusminister Professor Jürgen Zöllner mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet.


Mitgliederzahl

Januar 2003: 36 Aktive

Gründung und Entwicklung

Es war der 2. Oktober 1904 als die „Unterhaltung“ ins Leben gerufen wurde. 14 junge Männer trafen sich an diesem Tag und beschlossen, einen „Theaterverein Unterhaltung Niederlützingen“ zu gründen. „Der Verein dient zur gefälligen Unterhaltung und Förderung des Theaterspiels“, heißt es im Paragraf 1 der Vereinsstatuten und: „Mitglied kann jeder 18 Jahre alte Bürger von Niederlützingen werden, der Interesse am Theaterspiel hat.“ Bei der Aufnahme in den Verein wurde ein Eintrittsgeld von einer Mark erhoben. Alsbald begannen die Proben. Wer eine Probe ohne triftige Entschuldigung versäumte, musste als Strafe von 30 Pfennigen in die Vereinskasse einzahlen.

Die „Unterhaltung“ veranstaltete bereits kurze Zeit nach ihrer Gründung erste Theateraufführungen. Es handelte sich um Singspiele sowie die Präsentation von Passagen aus bekannten Operetten. Gespielt wurde während der Wintermonate in den Sälen der örtlichen Gaststätten. Die Dorfbevölkerung nahm das Angebot dankend an, boten diese Vorstellungen doch eine willkommene Abwechslung vom Alltagstrott.

Neben dem Laienspiel widmeten sich die Aktiven von Anfang an dem Gesang. Ein Hinweis auf die gesanglichen Aktivitäten findet sich in einer Broschüre, die der Gesangverein „Liedertafel“ Burgbrohl im Jahre 1907 aus Anlass seines 50-jährigen Bestehens herausgab. Hierzu fand ein Gesangsfest statt, in dessen Verlauf zahlreiche befreundete Vereine aus der Nachbarschaft teilnahmen, darunter auch die „Unterhaltung“.

Folgerichtig daher der Vereinsbeschluss vom 5. April 1908, als die Mitglieder den Vereinsnamen in „Gesang- und Theaterverein Unterhaltung“ erweiterten. Die Gesangsproben fanden fortan samstags im Vereinslokal „Ludwig Schmitz“ statt. Mit Peter Kurtscheid aus Niederhammerstein konnte in dieser Zeit auch ein Dirigent verpflichtet werden. Nachdem die Vereinsaktivitäten im Laufe des Ersten Weltkrieges gänzlich zum Erliegen gekommen waren, begann 1919 der Wiederaufbau. German Doll übernahm die Dirigentenstelle, als 1. Vorsitzender fungierte weiterhin Mathias Josef Schmitz. Die beiden waren federführend, als Mitte der 1920er-Jahre Freilicht-Theaterspiele veranstaltet wurden. In wochenlanger Arbeit bauten zahlreiche Helfer dazu ein mehrere tausend Quadratmeter umfassendes Gelände südöstlich der Lavagrube „Leilenkopf“ so um, dass es als Freilichtbühne genutzt werden konnte. Ein Bühnenbereich wurde geschaffen, Tribünen und Zuschauerränge gebaut und Zugangswege angelegt. Im Frühjahr 1926 fand die erste Aufführung statt. Präsentiert wurde das Stück „Die heilige Elisabeth von Thüringen“. Neben den Mitgliedern der „Unterhaltung“ machten zahlreiche Frauen und Männer mit, die zwar nicht Mitglied im Verein waren, aber Freude am Laienspiel hatten. Die Premiere war überaus erfolgreich. Daher fanden in den nachfolgenden Monaten zahlreiche weitere Aufführungen statt. 1927 präsentierte das Niederlützinger Freilichttheater „Jedermann“. Es kamen zwar regelmäßig viele Zuschauer, dennoch übertrafen die Kosten die Einnahmen. Besonders prekär wurde die Lage 1928, als auch noch schlechtes Wetter den Organisatoren ein ums andere Mal einen Strich durch die Rechnung machte, dazu kam. Das Freilichttheater wurde schließlich eingestellt und die „Unterhaltung“ verlegte sich wieder ganz auf Gesangsauftritte sowie Saaltheateraufführungen.

Nach Kriegsende war 1945 ein völliger Neuaufbau des MGV „Unterhaltung“ notwendig. 19 aktive Sänger waren nicht mehr in ihre Heimat zurückgekehrt. Umso intensiver erfolgte daher die Jugendarbeit im Chor, was sich in späteren Jahren auch bezahlt machen sollte. Zur Feier des 50-jährigen Bestehens der „Unterhaltung“ konnten am 22. Mai 1954 immerhin 16 befreundete Chöre und Gesangvereine aus der Umgebung begrüßt werden. In den nachfolgenden Jahrzehnten erlebte der Männerchor wie andere Vereine auch Höhepunkte, aber auch „ruhigere“ Zeiten. 1975 veranstalteten die Sangesfreunde erstmals einen „Liederabend“. Die Resonanz übertraf die Erwartungen und die Veranstaltung wurde zu einer festen Einrichtung im örtlichen Kulturkalender.

2014, im Jahr ihres 110-jährigen Bestehens, zählt die „Unterhaltung“ um den Vorsitzenden Günther Michels rund 90 Mitglieder, davon zwei Dutzend aktive Sänger. "Unter der Leitung von Manfred Unkel hat sich der Chor in den vergangenen Jahren ein breites Repertoire an anspruchsvoller Chorliteratur, volkstümlichen Liedern sowie modernem Liedgut angeeignet", berichtete die Rhein-Zeitung.[1]

Der Männergesangsverein „Unterhaltung“ Niederlützingen wolle in Zukunft als gemischter Chor auftreten, wie blick-aktuell.de am 5. Februar 2016 berichtete. Die Chorleitung werde Chordirektor Tristan Kusber übernehmen. Dem ehemals reinen Männerchor seien inzwischen etliche Frauen beigetreten, berichtete die Rhein-Zeitung am 9. Juni 2016.

Mediografie

Aus Anlass seines 100-jährigen Geburtstags im Herbst 2004 brachte der Männergesangverein eine Festschrift heraus.

Weblink

niederluetzingen.de: Männergesangverein "Unterhaltung" Niederlützingen

Fußnoten

  1. Quelle: Andreas Wetzlar: Der MGV „Unterhaltung“ kann feiern: Der nun 110 Jahre alte Verein blickt auf eine lange Geschichte zurück, in: Rhein-Zeitung vom 9. Oktober 2014