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Weingut Deutzerhof (Mayschoß)

Aus AW-Wiki
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Der im Mai 2010 verstorbene ehemalige Seniorchef Alfred Cossmann.
Hans-Jörg Lüchau (von links), Dorothee Hehle und Alexander Merck bei der ProWein 2011 in Düsseldorf
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Das Weingut Deutzerhof in Mayschoß bewirtschaftet 6,5 Hektar Rebflächen am Altenahrer Eck, am Mayschosser Mönchberg, am Recher Herrenberg, Ahrweiler Daubhaus, an Kirchtürmchen und Schieferlay von Bad Neuenahr und an der Heimersheimer Landskrone. Produziert werden jährlich etwa 37.000 Flaschen Wein, zu 72 Prozent Spätburgunder, aber auch Frühburgunder, Riesling und weitere Sorten. In den Steillagen arbeitet das Gut auch mit sehr alten Rebstöcken. Ein Teil der Riesling-Reben ist älter als 50 Jahre, viele Portugieser-Rebstöcke sind über 70 Jahre alt. Üblicherweise werden Reben nach 30 bis 35 Jahren erneuert, weil die Ertragsmenge dann deutlich nachlässt; die Mostqualität nimmt jedoch zu. Im Deutzerhof werden Wein gefüllt, die in die Niederlande, nach Belgien, Dänemark und Japan versandt, zum größten Teil aber in Deutschland verkauft werden. Das Weingut, das regelmäßig Weinproben und exklusive Diners mit Hans Stefan Steinheuer anbietet, gilt heute als eines der 100 besten Weingüter Deutschlands.


Anschrift

Deutzerwiese 2

53508 Mayschoß

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Kontakt

Leitung

Inhaberin: Hella Hehle, geb. Cossmann

Betriebsleiter und Kellermeister: Hans-Jörg Lüchau

Chronik

Anlässlich des Verkaufs des Weinguts Deutzerhof zum Jahresbeginn 2020 an Jürgen Doetsch senior hieß es im General-Anzeiger

Das Weingut Deutzerhof versteht sich als Familienweingut seit 1574. In dem Jahr wurde Caspar Cossmann als Weinbauer erstmals urkundlich erwähnt. Nachkommen gehörten 1868 zu den Gründungsmitgliedern der Winzergenossenschaft Mayschoß. 1952 trat Alfred Cossmann allerdings mit seinen 2,5 Hektar Rebfläche aus der Genossenschaft aus und machte sich selbstständig. Nachdem seine einzige Tochter Hella 1977 Wolfgang Hehle geheiratet hatte, machten beide das Weingut fit für die neue Zeit. Schon 1992 gewann der Deutzerhof mit seinem „Caspar C“ den Deutschen Rotweinpreis, regionale und überregionale Auszeichnungen folgten. Die Rebfläche in besten Lagen wurde deutlich vergrößert. Ausschlaggebend für die Benennung des Weinguts als Deutzerhof war, dass auf dem Grund und Boden, auf dem 1980 ein Neubau errichtet wurde, früher eine Außenstelle des Klosters von Deutz (Köln) bestanden hatte. Infolge der Säkularisierung unter Napoleon wurden die Weinbau betreibenden Mönche 1812 zurück ins Mutterhaus berufen. Der Name Deutzerhof macht das Weingut unabhängig vom Familiennamen des jeweiligen Eigentümers.[1]

Im Jahr 1977 heiratete der Steuerberater Wolfgang Hehle (†) Hella Cossmann, die Tochter des Hauses, und fand Gefallen an der Arbeit in Weinberg und Keller. Nachdem er bei seinem Schwiegervater Alfred Cossmann in die Lehre gegangen war, wurde das Weingut vergrößert. 1980 entstand auf der Deutzerwiese das neue Gut.

Die Rhein-Zeitung berichtete am 15. März 2013 in ihrem Nachruf auf Wolfgang Hehle:

Innerhalb weniger Jahre änderte Wolfgang Hehle den Ausbaustil der Weine komplett. Naturverbundenheit im Weinberg war ihm wichtig. Die flacheren Weinberge werden seit Jahren ökologisch bearbeitet. Nur eine begrenzte Anzahl an Trauben darf am Stock wachsen. Nach einer schonenden, kontrollierten Gärung mit natürlichen Hefen müssen die kräftigen Rotweine noch mindestens neun Monate im Keller reifen. Die Weine werden größtenteils trocken ausgebaut. Die Rotweine sind fruchtig und gerbstoffbetont – mit einem hohen Alterungspotenzial.

Das Weingut Deutzerhof produziert Riesling aus wurzelechten Rebstöcken, die aus den 1950er-Jahren stammen und die von der Reblaus verschont blieben. „Die wurzelechten Reben sorgen für Weine, die ein bisschen filigraner und fruchtiger sind“, sagte Kellermeister Hans-Jörg Lüchau der Rhein-Zeitung. Außerdem setze das Weingut Deutzerhof auf Spontanvergärung, arbeite ausschließlich mit natürlichen Hefen, die von den Weinbergen mit der Traubenhaut in die Verarbeitung kommen. „Das macht den Wein sehr authentisch. Die Weine schmecken nicht uniformiert“, so Lüchau. Natürliche Hefen seien aber „weniger berechenbar und brauchen optimale Bedingungen bei der Gärung.“[2]

Mit Beginn des Jahres 2020 wurde Jürgen Doetsch senior aus der Andernacher Mineralölhandels-KG Erich Doetsch Eigentümer des Weingut. Über den Kaufpreis vereinbarten Hella Hehle als Verkäuferin und der Käufer Stillschweigen. Seit 40 Jahren sei Wein seine Leidenschaft. Die mache er mit dem Kuf zu einer Profession. Hella Hehle hatte das Weingut nach dem frühen Tod ihres einzigen Sohnes Johann Hehle im Alter von 27 Jahren im Jahr 2010 und dem Tod von Wolfgang Hehle zwei Jahre danach weitergeführt – zusammen mit Hans-Jörg Lüchau als Betriebsleiter und Kellermeister. Doetsch werde mit dem alten Deutzerhof-Team unter Leitung von Hans Lüchau weiter arbeiten. Christoph Hoffmann sei weiterhin für den Außenbetrieb zuständig, Alexandra Prestel werde das Team in Teilzeitarbeit unterstützen. Auch nach dem Inhaberwechsel ist es laut Lüchau Ziel des Deutzerhofs, VDP-Mitglied zu bleiben.[3]

Auszeichnungen

Ab ca. 1990 erhielt das Weingut zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Das Magazin Der Feinschmecker führt den Deutzerhof im Buch Die besten Winzer & Weine 2013 auf, und die Redaktion des Gault-Millau WeinGuide zählte den Hefebrand vom Deutzerhof in der Kategorie „Winzerbrand des Jahres Hefe“ mit 92 Punkten zum besten deutschen Weinhefebrand des Jahres 2013. Im Juni 2012 erhielt der vom Deutzerhof stammende 2010er Caspar C. Spätburgunder den erstmals vergebenen Titel "Ahrwein des Jahres".

Siehe auch

Portal "Ahrwein"

Weinbergslagen

Video

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Christine Schulze: Weingut im Ahrtal: Deutzerhof in Mayschoß hat einen neuen Eigentümer, general-anzeiger-bonn.de, 8. Januar 2020
  2. Quelle: Beate Au: Der Riesling von der Ahr: filigran, fruchtig, mineralisch – Das Weingut Deutzerhof kann noch Riesling aus wurzelechten Rebstöcken produzieren, in: Rhein-Zeitung vom 15. April 2017
  3. Quelle: Christine Schulze: Weingut im Ahrtal: Deutzerhof in Mayschoß hat einen neuen Eigentümer, general-anzeiger-bonn.de, 8. Januar 2020