Wilhelmstraße 21c (Bad Neuenahr-Ahrweiler)

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Straßenfront
Ursprüngliches Aussehen des Giebelfeldes
Haupteingang
Die Hinterfront des Gebäudes wurde völlig verändert und den Anforderungen an modernes Wohnen angepasst.
Gebäude-Rückseite vor dem Umbau

Das Haus an der Wilhelmstraße 21c in Ahrweiler wurde im Jahr 1904 als repräsentative Villa im damals modernen Heimatstil erbaut.


Standort

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Chronik[1]

Eigentümer bzw. Bewohner des Hauses waren in den 1920er- und 1930er-Jahren die Geschwister Maria und Luzia Staud, außerdem wohnten der Schreiner Heinrich Geschier und die Witwe Sibille Kunz, geb. Geller, in diesen Jahren in diesem Haus. Später, in den 1950er- und 1960er-Jahren, betrieb Dr. Heinz Bauer dort eine Zahnarztpraxis. Ferner wohnten dort der Weinküfer Johann Fischer und der Regierungs-Inspektor Friedrich Holthaus. In späteren Jahren übernahm die Familie Zepp als Eigentümerin das Haus. Von deren Erbengemeinschaft kaufte Anfang der 1980er Jahre die Familie Godehard Uthoff das Haus. Dr. Godehard Uthoff betrieb dort einige Jahrzehnte eine Zahnarztpraxis. Heute ist die Villa im Besitz der Familie Dr. Marcel Sittel-Faraj. Das verputzte und heute weiß gestrichene Gebäude, das auf einem Backsteinsockel gründet, wird durch ebensolche rote Backsteinelemente akzentuiert. So sind die Hausränder durch kleine Backsteinstreifen gegliedert, was an Pilaster erinnert. Die Fenster bilden in beiden Etagen auf der linken Seite jeweils ein Paar, während auf der rechten Seite die Fenster etwas breiter gestaltet sind. Die Fenster werden durch hufeisenförmig gestaltete Backsteinbögen überfangen, die am Ende jeweils nach außen auslaufen. Die Fensterbänke bestehen ebenfalls aus Backstein. Erdgeschoss und Obergeschoss werden statt durch ein Sims durch ein mit Schieferplatten gedecktes Dächlein getrennt. Bemerkenswert sind vier zusammengefasste kleine Fenster im Giebel als gestalterische Zierelemente. Sie werden von einer Blumenbalustrade unterfangen. Dieses auflockernde und schöne Element erinnert an einen Schwarzwaldhausbalkon en miniature. Die rechte Seitenfront ist relativ schlicht gehalten. Dort fallen das große Treppenhausfenster und die schöne Haustüre auf, die sich unter einem zeittypischen Dächlein befindet. Da die originale Haustüre nicht mehr im besten Zustand war, ließ die Familie Uthoff die Tür in den 1980er-Jahren originalgetreu ersetzen. An die linke Seitenfront wurde zu dieser Zeit ein moderner Anbau errichtet, der den Gesamteindruck aber nicht stört.

Früher war der Kontrast der Fassade, wie man auf den alten Fotos gut sehen kann, nicht so stark ausgeprägt. Zudem befand sich im Erdgeschoss ein gemauerter Standbalkon. Wo er sich einst befand, kann man heute noch an de unterschiedlichen Farben des Sockelbacksteins erkennen. Das Dächlein ging nicht wie heute über fast die gesamte Hausbreite, sondern war Ausgangspunkt für eine ausfahrbare Markise. Das mittlere Fenster im Erdgeschoss bildete früher als Fenstertüre den Zugang zu eben jenem Balkon.

Auch der Giebel wurde zweimal verändert. Ursprünglich war er, ähnlich wie bei Wilhelmstraße Nr. 3, in Fachwerk gehalten. Später wurde er zu zwei Dritteln verschiefert und über den kleinen Dachfensterchen ziermäßig verbrettert. Dort befanden sich laußerdem zwei kleine sechseckige Luken. Beim großen Umbau in den 1980er Jahren wurde dieser Teil des Giebels ebenfalls verschiefert, wobei die Luken durch ein mittig gelegenes Zierelement ersetzt wurden.

Vor dem Haus befand sich früher ein Vorgarten mit Gitter. Ein anschauliches Beispiel dafür, dass Vorgärten auch prägend für den Hauscharakter sind. Dazu Karl Heinen:

Man sollte vielleicht die Parksituation in den Straßen überdenken und individuellere Lösungen finden, um die Zerstörung der Vorgärten zu verhindern. Hier waren und sind Parkplätze vorgeschrieben, da das Haus auch gewerblich genutzt wird.

Weitere Fotos

Fußnoten

  1. Quelle: Karl Heinen: Die Ahrweiler Wilhelmstraße im Wandel der Zeit, in: Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ausgabe 16/2021, S. 10, und 17/2021, S. 20