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Wilhelmstraße 36 (Bad Neuenahr-Ahrweiler)

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Die Wilhelmstraße 36 heute
Bis in die 1960er Jahre stand an der Wilhelmstraße dieses zweiteilige Gebäude. Es würde zunächst verputzt und später abgerissen.

In dem Gebäude an der Wilhelmstraße 36 in Ahrweiler ist seit Jahrzehnten die AOK-Regionaldirektion Ahrweiler untergebracht.


Standort

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Chronik

An der Wilhelmstraße 36 stand Jahrzehnte lang ein großes fünfachsiges villenartiges Haus, das in den 1890er Jahren erbaut worden war und das lange Zeit die Gaststätte „Düsseldorfer Hof“ beherbergte. Das Haus war ein typischer Gründerzeitbau mit Renaissanceelementen und, bis auf die Tür- und Fensterrahmungen aus Sand- oder Tuffstein, ganz aus heimischem Bruchstein erbaut. Später war in dem Gebäude die AOK-Regionaldirektion Ahrweiler untergebracht, die sich auch heute noch im Nachfolgebau an gleicher Stelle befindet. Die Fassade bestand aus zwei Teilen.

  1. Der linke zweiachsige Teil sprang leicht vor und hatte drei Vollgeschosse. Das Erdgeschoss mit zwei Fenstern war relativ schlicht gehalten. Dieser Hausteil wurde im ersten Obergeschoss durch den großen Balkon, dessen Geländer aus Balustern bestand, den beiden Fenstern, die mit einem sehr großen Tympanongiebel überfangen waren, geprägt. Den Abschluss dieses Hausteils bildete ein Attikageschoss mit drei kleinen rundbogigen Fenstern, darüber befand sich ein niedriges Walmdach.
  2. Der rechte, leicht zurückgesetzte dreiachsige Teil stellte sich etwas anders dar. Dieser Hausteil hatte nur zwei Vollgeschosse. Das Erdgeschoss war ebenso schlicht wie das des linken Hausteils. Davon ausgenommen war die geschnitzte Haustüre, die sich ziemlich in der Mitte des gesamten Anwesens befand. Die drei Fenster des Obergeschosses wurden jeweils durch einen eigenen Tympanongiebel überfangen. Diese Tympana sowohl im linken wie im rechten Teil prägten das Haus in hohem Maße. Der rechte Hausteil wurde durch ein Satteldach bedeckt.

Die westliche Seitenfront war ganz glatt und ohne Fenster, ließ aber zum Nachbargebäude an der Wilhelmstraße 34 eine Lücke. Die östliche Seitenfront war schlichter als die Vorderfront gehalten. Das Erdgeschoss hatte zwei Fenster und eine Türe, das Obergeschoss drei Fenster und im Dachgeschoss vier rundbogige Fenster. Die mittleren Fenster waren etwas zusammengesetzt. Besonders schön war das Gartenlokal des Hotels. Draußen standen hölzerne Gartenstühle und Tische und Bäume spendeten. Das Ganze fügte sich zu einer beruhigenden Atmosphäre zusammen.

Dann aber war es mit dieser Idylle vorbei. Anfang der 1960er Jahre wurde das Hotel an die AOK verkauft, die das Gebäude verputzen und die schönen Zierelemente entfernen ließ. Der Garten musste einem nichtssagenden Bürohallenanbau weichen. „So, wie das Haus entstellt wurde, war es dann auch kein Wunder, dass es in den 1990er Jahren der Abrissbirne zum Opfer fiel“, schrieb Karl Heinen im 14. Teil seiner Serie Die Ahrweiler Wilhelmstraße im Wandel der Zeit in der Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Über den jetzigen Bau, der lückenlos an das Nachbarhaus Nr. 34 angrenzt gibt es nicht viel zu berichten: „Banale Einheitsarchitektur mit einem Spitzerker und greller weißer Farbe, die nicht einmal versucht, sich in die Straße einzupassen“, schreib Heinen, „Wieder mal eine Chance vertan.“

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