Dokumentationsstätte Regierungsbunker
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Die Dokumentationsstätte Regierungsbunker wurde am 28. Februar 2008 oberhalb der Römervilla am Silberberg in Ahrweiler eröffnet - zur Erinnerung an den ehemaligen Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland, das teuerste Bauwerk Deutschlands. Dort sind nun Büros und das „Kanzler”-Wohnzimmer zu sehen, ebenso Reste der früheren Krankenstation, technische Einrichtungen und Sanitäranlagen. Dazu kommt ein neu gebautes Informationszentrum, für welches das Bonner „Haus der Geschichte” sowie Privatpersonen Gegenstände zur Verfügung gestellt haben. Betreiber des Museums ist der Heimatverein Alt-Ahrweiler. Er hat 40 Gästeführer geschult, darunter auch ehemalige Regierungsmitarbeiter im Ruhestand, die die Besucher durch die Anlage führen.
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Anschrift und Lage
Am Silberberg 0
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Ortsteil Ahrweiler)
Geodaten: 50.54112 N, 7.080163 O
Öffnungszeiten
- für Einzelbesucher: Mittwoch, Samstag, Sonntag und an gesetzlichen Feiertagen von 10-17 Uhr, letzte Führung 16.30 Uhr, von Anfang März bis Mitte November
- Gruppenführung sind nach Voranmeldungen ganzjährig möglich - Anmeldung: Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V.
Anfahrt
Für Bus: B267 Abfahrt Römervilla, unter der Brücke durch rechts ist der Parkplatz für Busse, dann Fußweg von etwa 15 Minuten auf den Berg der Ausschilderung folgend. Busse dürfen die Straße "Am Silberberg" zur Dokumentationsstätte Regierungsbunker nicht mehr befahren.
Für PKW und Motorrad: B267 Abfahrt Römervilla, gleich in die nächste Abfahrt links der Ausschilderung folgend in die Straße "Am Silberberg" abbiegen und diese gerade aus bis zum Parkplatz befahren. Hier sind auch die Behindertenparkplätze. Eine Zufahrt über den Weg zur Gaststätte Hohenzollern ist auch für Behinderte nicht mehr möglich!
Träger
Leitung
Sonstiges
Schulklassen können museumspädagogisch betreut werden.
Chronik
In den ersten zwanzig Monaten nach ihrer Eröffnung wurden in der Dokumentationsstätte 112.500 Besucher aus Deutschland, aus dem benachbarten Ausland und Übersee gezählt - Einzelpersonen, Vereine, Gruppen, Bundeswehrangehörige und viele Schulklassen.
Anfang Juni 2008 besuchte Dr. Hans Walter, einer der Planer des ehemaligen Regierungsbunkers, die Dokumentationsstätte. "Als 26-Jähriger hatte er im Büro seines Vaters Dr. Ing. Paul Walter in Essen gearbeitet und mit ihm zusammen nach vielen hundert Konstruktionsplänen der Bundesbaudirektion den Regierungsbunker im Ahrtal realisiert", schreibt die Rhein-Zeitung am 10. Juni 2008. Der Journalist und Autor Jörg Diester und Museumsleiterin Heike Hollunder überreichten Walter bei seinem Besuch eine Ehrengästeführerjacke. Anschließend nahm Walter an einer Gästeführung durch die Dokumentationsstätte teil.
Im Juni 2009 wurde der ehemalige Regierungsbunker zum europäischen Kulturerbe erklärt und mit dem europäischen Denkmalpreis "Europa Nostra Award" dekoriert. Damit setzte sich die Dokumentationsstätte als einziger deutscher Beitrag gegen 137 Mitbewerber aus 24 Ländern durch. EU-Kommissar Jan Figel verlieh die Auszeichnung in einer feierlichen Zeremonie in Taormina auf Sizilien.[1]
Insgesamt 25.000 Türen und Tore gab es einst im Regierungsbunker. Die größten und wichtigsten Tore waren die acht, jeweils rund 25 Tonnen wiegenden Rolltore, mit denen im Verteidigungsfall die Eingangsstollen verschlossen werden sollten. Ihre Mechanik war darauf ausgelegt, innerhalb von 15 Sekunden die Eingänge zu verschließen und einem Druck von 30 Atmosphären standzuhalten, was einer Belastung von 300 Tonnen pro Quadratmeter entspricht. Anpresszylinder sollten dafür sorgen, dass die Tore bei Angriffen mit biologischen und chemischen Kampfstoffen dichthalten, die Betonmauern sollten eine radioaktive Strahlung von 300 rad ("radiation absorbed dose") auffangen.
Die Tore, die normalerweise von Elektromotoren geöffnet und geschlossen wurden, konnten – bei einem Stromausfall zum Beispiel – auch von Hand betrieben werden. Zwei Männer benötigten dazu rund 30 Minuten, um ein Tor mit Hilfe einer Kurbel über eine Zahnstange zu schließen. Die Firma MAN baute die Tore in ihrem Werk Gustavsburg - als hochgeradig geheimes Projekt. Die Tore waren die ersten Teile, die beim Bunkerbau in Position gebraucht. Anschließend wurde die Mauern um die Tore herum gebaut. Die Durchgänge sind 2,5 Meter mal 2,5 Meter groß.
Zwei dieser Rolltore sind noch heute in der Dokumentationsstätte zu sehen. Bisher Juli 2009 waren sie jedoch nicht mehr funktionstüchtig. Zwei Ingenieure, Miroslav Dusek aus Ahrweiler und Harald Leidl aus Remagen, arbeiteten ab Dezember 2008 daran, eines dieser Tore wieder betriebsbereit zu machen. Seit Juli 2009 haben Gruppen drei Mal täglich die Möglichkeit, das Öffnen und Schließen eines Tores zu erleben. Alarmhupe und gelbes Blinklicht sorgen dann dafür, dass echtes Bunkerfeeling aufkommt.[2]
Mediografie
- Axel Vogel: Frühere Sendestelle des Regierungsbunkers öffnet Pforten für Besucher, general-anzeiger-bonn.de vom 8. April 2011
- Ulrich Traub: Warten auf den Weltuntergang. Besuch in einem außergewöhnlichen Museum des Kalten Krieges, in: Westdeutsche Zeitung vom 22. Juli 2008
- Gegen Satan keine Chance. 3000 sollten im Bunker den Atomkrieg überleben (Gießener Anzeiger vom 17. Mai 2008)
- Steinerner Zeitzeuge: Die Ausstellung in der Bonner Unterweltbastion zeigt, wie sich Deutschland im Kalten Krieg den "Ernstfall" vorgestellt hat - Regierungsbunker beherbergt nun ein Museum (Mannheimer Morgen vom 1. März 2008)
- Ehemaliger Regierungsbunker - Ende einer Dienststelle (FAZ.NET vom 1. März 2008)
- Museum im ehemaligen Regierungsbunker - In diesem Bett hätte Kohl bei einem Atomkrieg geschlafen (RP online vom 29. Februar 2008)
- Museum im alten Regierungsbunker eröffnet (SWR.de vom 29. Februar 2007)
- Regieren, während draußen der Atomkrieg tobt - Früherer "Ausweichsitz" öffnet als Museum (heute.de vom 28. Februar 2008)
- Besucher können Original-Ausstattung besichtigen - "Teil des Systems gegenseitiger atomarer Abschreckung" Museum im ehemaligen Regierungsbunker eröffnet (PRinside vom 28. Februar 2008)
- Museum eröffnet: Gruselige Bunkerstadt unter Weinbergen (Netzeitung vom 28. Februar 2008)
- Der einstmals geheimste Ort der Bundesrepublik liegt im Ahrtal - Dokumentationsstätte Regierungsbunker wird am 28. Februar 2008 eröffnet (WohlSein365)
- Rainer Schanno: 'Der Kalte Krieg kommt zum Begreifen nahe. Ein Museum soll nachfolgenden Generationen Bedeutung und Ursachen für den Regierungsbunker für 3 000 Menschen vor Augen führen', in: General-Anzeiger Bonn v. 28. November 2002
- Christoph Lüttgen: 'Im Marienthaler Bunkermuseum gibt's mehr als den Blick in die Röhre - Der Countdown bis zur Eröffnung am Donnerstag läuft unaufhaltsam - Experten und freiwillige Helfer richten die Dokumentationsstätte ein - Alle Ausstellungsstücke sind original' (Bonner General-Anzeiger vom 25. Februar 2008)
- Dietmar Scherf: Buntes Relikt des Kalten Krieges - Top-Museum: Dokumentationsstätte Regierungsbunker, welt.de vom 20. September 2009
- Diesel für 30 Tage - Zeitreise im Regierungsbunker, n-tv vom 16. Oktober 2009
- Andrea Simons: Ahrtal-Bunker um echten Beuys reicher, general-anzeiger-bonn.de vom 8. Mai 2010
- Telefonzelle kehrt in Regierungsbunker zurück, general-anzeiger-bonn.de vom 29. Mai 2010
- Ahrweiler Bunker lockt Besucher aus aller Welt, rhein-zeitung.de vom 15. Oktober 2010
- Heike Hollunder: Kunst und Kultur im ehemaligen Regierungsbunker, Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2010, S. 65
- Der Regierungsbunker (Bildband mit Fotos von Werner Mertens, Herbert Hennig, Dirk Krüll und Gerhard Hagen), Köln: Eifel-Verlag 2011, 97 Seiten, 14,80 Euro
Weblinks
- http://www.dokumentationsstaette-regierungsbunker.eu
- http://bunker-doku.de/regierungsbunker-bad-neuenahr-ahrweiler.html
- http://www.alt-ahrweiler.de
- http://www.ahrtaltourismus.de
- http://www.ausweichsitz.de
- http://www.bunkermuseum-ahrweiler.de
- http://bunker.meinrundgang.de
Fußnoten
- ↑ Quelle: SWR-Homepage am 6. Juni 2009
- ↑ Quelle: Rhein-Zeitung vom 13. Juli 2009

