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Dokumentationsstätte Regierungsbunker

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Die Dokumentationsstätte Regierungsbunker wurde am 28. Februar 2008 oberhalb der Römervilla am Silberberg in Ahrweiler eröffnet - zur Erinnerung an den ehemaligen Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland, das teuerste Bauwerk Deutschlands. Dort sind nun Büros und das „Kanzler”-Wohnzimmer zu sehen, ebenso Reste der früheren Krankenstation, technische Einrichtungen und Sanitäranlagen. Dazu kommt ein neu gebautes Informationszentrum, für welches das Bonner „Haus der Geschichte” sowie Privatpersonen Gegenstände zur Verfügung gestellt haben. Betreiber des Museums ist der Heimatverein Alt-Ahrweiler. Er hat 40 Gästeführer geschult, darunter auch ehemalige Regierungsmitarbeiter im Ruhestand, die die Besucher durch die Anlage führen.


Das Logo der Dokumentationsstätte.
Eingang zur Dokumentationsstätte
Bunker 3 M.jpg
Schlafraum
Bunker-Büro
Modell des zwischenzeitlich realisierten Bauwerks
Außenbereich und Filmraum
Regierungsbunker-rueckgebaut.jpg
Blick in den Gang
Auf diesem Schild am Eingang des ehemaligen Regierungsbunkers hat sich Joseph Beuys am 4. April 1981 vereweigt
Die Plakette zum Europa Nostra Award

Inhaltsverzeichnis

Anschrift und Lage

Am Silberberg 0

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Ortsteil Ahrweiler)


Geodaten: 50.54112 N, 7.080163 O

Öffnungszeiten

  • für Einzelbesucher: Mittwoch, Samstag, Sonntag und an gesetzlichen Feiertagen von 10-17 Uhr, letzte Führung 16.30 Uhr, von Anfang März bis Mitte November
  • Gruppenführung sind nach Voranmeldungen ganzjährig möglich - Anmeldung: Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V.

Anfahrt

Für Bus: B267 Abfahrt Römervilla, unter der Brücke durch rechts ist der Parkplatz für Busse, dann Fußweg von etwa 15 Minuten auf den Berg der Ausschilderung folgend. Busse dürfen die Straße "Am Silberberg" zur Dokumentationsstätte Regierungsbunker nicht mehr befahren.

Für PKW und Motorrad: B267 Abfahrt Römervilla, gleich in die nächste Abfahrt links der Ausschilderung folgend in die Straße "Am Silberberg" abbiegen und diese gerade aus bis zum Parkplatz befahren. Hier sind auch die Behindertenparkplätze. Eine Zufahrt über den Weg zur Gaststätte Hohenzollern ist auch für Behinderte nicht mehr möglich!

Träger

Heimatverein Alt-Ahrweiler

Leitung

Heike Hollunder

Sonstiges

Schulklassen können museumspädagogisch betreut werden.

Chronik

In den ersten zwanzig Monaten nach ihrer Eröffnung wurden in der Dokumentationsstätte 112.500 Besucher aus Deutschland, aus dem benachbarten Ausland und Übersee gezählt - Einzelpersonen, Vereine, Gruppen, Bundeswehrangehörige und viele Schulklassen.

Anfang Juni 2008 besuchte Dr. Hans Walter, einer der Planer des ehemaligen Regierungsbunkers, die Dokumentationsstätte. "Als 26-Jähriger hatte er im Büro seines Vaters Dr. Ing. Paul Walter in Essen gearbeitet und mit ihm zusammen nach vielen hundert Konstruktionsplänen der Bundesbaudirektion den Regierungsbunker im Ahrtal realisiert", schreibt die Rhein-Zeitung am 10. Juni 2008. Der Journalist und Autor Jörg Diester und Museumsleiterin Heike Hollunder überreichten Walter bei seinem Besuch eine Ehrengästeführerjacke. Anschließend nahm Walter an einer Gästeführung durch die Dokumentationsstätte teil.

Im Juni 2009 wurde der ehemalige Regierungsbunker zum europäischen Kulturerbe erklärt und mit dem europäischen Denkmalpreis "Europa Nostra Award" dekoriert. Damit setzte sich die Dokumentationsstätte als einziger deutscher Beitrag gegen 137 Mitbewerber aus 24 Ländern durch. EU-Kommissar Jan Figel verlieh die Auszeichnung in einer feierlichen Zeremonie in Taormina auf Sizilien.[1]

Insgesamt 25.000 Türen und Tore gab es einst im Regierungsbunker. Die größten und wichtigsten Tore waren die acht, jeweils rund 25 Tonnen wiegenden Rolltore, mit denen im Verteidigungsfall die Eingangsstollen verschlossen werden sollten. Ihre Mechanik war darauf ausgelegt, innerhalb von 15 Sekunden die Eingänge zu verschließen und einem Druck von 30 Atmosphären standzuhalten, was einer Belastung von 300 Tonnen pro Quadratmeter entspricht. Anpresszylinder sollten dafür sorgen, dass die Tore bei Angriffen mit biologischen und chemischen Kampfstoffen dichthalten, die Betonmauern sollten eine radioaktive Strahlung von 300 rad ("radiation absorbed dose") auffangen.

Die Tore, die normalerweise von Elektromotoren geöffnet und geschlossen wurden, konnten – bei einem Stromausfall zum Beispiel – auch von Hand betrieben werden. Zwei Männer benötigten dazu rund 30 Minuten, um ein Tor mit Hilfe einer Kurbel über eine Zahnstange zu schließen. Die Firma MAN baute die Tore in ihrem Werk Gustavsburg - als hochgeradig geheimes Projekt. Die Tore waren die ersten Teile, die beim Bunkerbau in Position gebraucht. Anschließend wurde die Mauern um die Tore herum gebaut. Die Durchgänge sind 2,5 Meter mal 2,5 Meter groß.

Zwei dieser Rolltore sind noch heute in der Dokumentationsstätte zu sehen. Bisher Juli 2009 waren sie jedoch nicht mehr funktionstüchtig. Zwei Ingenieure, Miroslav Dusek aus Ahrweiler und Harald Leidl aus Remagen, arbeiteten ab Dezember 2008 daran, eines dieser Tore wieder betriebsbereit zu machen. Seit Juli 2009 haben Gruppen drei Mal täglich die Möglichkeit, das Öffnen und Schließen eines Tores zu erleben. Alarmhupe und gelbes Blinklicht sorgen dann dafür, dass echtes Bunkerfeeling aufkommt.[2]

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: SWR-Homepage am 6. Juni 2009
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 13. Juli 2009
 
 
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