Turn- und Sportverein Weibern 1920 e.V.

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Der Turn- und Sportverein Weibern 1920 e.V. wurde am 26. September 1920 von 20 Dorfbewohnern unter dem Namen "TV Viktoria" gegründet.


Gründung und Entwicklung

Egon Schild stellte im April 2005 den zweiten Teil seiner auf insgesamt vier Teile angelegten Vereinschronik vor. Dieser Band widmet sich den Jahren 1950 bis 1975. Es werden in diesem 151 Seiten umfassenden Band der Neuanfang nach dem zweiten Weltkrieg, der Wechsel vom Feld- zum Hallenhandball sowie der Bau einer Sporthalle als Gemeinschaftswerk von Bürgern und Gönnern dargestellt - und dies vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Bedingungen im Steinmetzdorf und mit Blick auf die geschichtlichen Ereignisse dieser Zeit. Somit ist diese Chronik auch ein allgemeines Zeitdokument.

Als TuS-Besonderheit wird die vorbildliche Jugendarbeit herausgestellt, deren Betreuung sich immer in besten Händen befand. Horst Fritz zog nach 1950, als der Spielbetrieb völlig ruhte, die Fäden, indem er sich um den Nachwuchs kümmerte. Später war es Manfred Dahm, der als Übungsleiter seit 1971 an der örtlichen Volksschule Sport erteilte und diese Kontakte zu einem enormen Wachstum der Jugendabteilung nutzte. Damals waren bis zu 110 männliche Jugendspieler im Verein aktiv. Es vollzog sich eine Entwicklung, die das Phänomen "Handballdorf Weibern" zumindest zum Teil erklärt. Bei nur 1600 Einwohnern gibt es hier 17 bis 19 Handball-Teams beiderlei Geschlechts und aller Altersstufen, die Jahr für Jahr in verschiedenen Ligen und Klassen um Meisterschaftspunkte spielen.

Egon Schild, der die Zeit um 1950 selbst als Handballspieler und TuS-Mitglied mit erlebte, widmet den zweiten Teil Jupp Winden, dem 1974 verstorbenen Ehrenvorsitzenden, der dem Verein von 1955 bis 1970 vorstand.

Argwöhnte der Pfarrer zur Gründungszeit noch, dass Turner oder Ballsportler dem Gottesdienst fernblieben und Jugendliche bei Auswärtsspielen nicht an der damals üblichen Christenlehre teilnähmen, so hatte die Kirche Anfang der 60er Jahre erkannt, dass der Sport "schön und gesund sei und froh mache", wie Pater Markus beim Familienabend 1963 verlauten ließ. Bei der TuS-Führung keimte die Hoffnung, nunmehr auch über Frauenhandball nachzudenken. Doch Vorsitzender Jupp Winden kassierte eine kalte Dusche. Pastor Holzer gab keine Einwilligung, die Weiberner respektierten die Meinung der Kirche und hofften, zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Pastor ins reine zu kommen. Es dauerte aber noch bis 1968, ehe die bis dahin bestehenden Vorurteile gegen das öffentliche Auftreten von Frauen im Sportdress endlich überwunden waren und der Damenhandball auch beim TuS Fuß fassen konnte. Die eher bescheidenen Anfänge ließen damals nicht erahnen, dass gerade die Frauen nach der Jahrtausendwende derart großartige sportliche Erfolge und Höhepunkte möglich machten.

Der Vorsitzende Michael Dahm überreichte im Dezember 2012 Ehrennadeln und Präsente an 18 langjährige Vereinsmitglieder. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Sarah Ackermann, Andrea Baltes, Alexandra Fink, Annegret Hilger, Thorsten Hühmann, Frank Hilger, Dorothe Mannebach, Michael Nürenberg, Hans-Peter Retterath, Christian Schricker und Stefan Schüller geehrt. Sechs Mitglieder hielten dem Verein sogar seit einem halben Jahrhundert die Treue und wurden dafür mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet und zu Ehrenmitgliedern ernannt: Klaus Berger, Karl-Heinz Mannebach, Hans-Peter Radermacher, Lothar See, Manfred Schlig und Johannes Wilms. Ingrid Müller wurde ebenfalls ausgezeichnet; sie hatte 34 Jahre zuvor die erste Gymnastikgruppe im Verein gegründet und ist seitdem in diversen Gruppierungen bis heute als Übungsleiterin aktiv.[1]

Mediografie

Hans Schmitz: Steinmetzdorf Weibern - eine Handballhochburg im Rheinland - Damenhandballmannschaft aus einem Eifelort spielt in der 2. Bundesliga, in: Kreisverwaltung Ahrweiler (Hrsg.): 'Heimatjahrbuch für den Kreis Ahrweiler 2000', Ahrweiler 1999, S. 163

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 12. Dezember 20122