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Kreissparkasse Ahrweiler

Wilhelm Schulte

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Wilhelm Schulte (* 5. Februar 1897 in Duisburg, † 24. April 1983) war vom 23. August 1929 bis 8. Juli 1938 Kaplan der Katholischen Pfarrgemeinde „St. Laurentius“ Ahrweiler.


Vita

Wilhelm Schulte wure am 5. August 1928 zum Priester geweiht. Ab 6. März 1929 war er Kaplan in Bliesen; dann kam er nach Ahrweiler. Nach seiner Kaplanszeit in Ahrweiler war er ab 1938 Pfarrer in Wolfersweiler, ab 28. Dezember 1945 Pfarrer in in Schmelz-Außen, ab 29. November 1946 Pfarrer in Wehr und ab 22. März 1949 Pfarrer in Ittersdorf. Am 28. April 1983 wurde er in Dillingen beigesetzt.[1]

In den Sonntagsmessen predigte er häufig mit versteckter Kritik an der Politik der Nationalsozialisten. So behauptete er, die Jugend sei derzeit stark gefährdet. Von Seiten der NSDAP sah man in ihm einen gefährlichen Unruhestifter. Es wurde veranlasst, dass seine Gottesdienste ab 1940 von der Stapo überwacht wurden. Von Seiten der Partei wurde behauptet, viele Parteimitglieder blieben inzwischen dem Gottesdienst fern. Eigentlich habe man mit der Abberufung des Geistlichen seitens der kirchlichen Behörde und einer damit einhergehenden Verbesserung der Situation gerechnet. Doch sei Schultes Amtszeit sogar noch verlängert worden, so die Stapo. Anlässlich der Durchführung von Exerzitien auf dem Kalvarienberg in Ahrweiler habe er sich ähnlich kritisch gegenüber dem Nationalsozialismus geäußert. Am 17. Oktober 1937 sagte er in seiner Predigt, dass die jungen Männer den Eltern gehorchen müssten, denn sie lebten in einer schweren Zeit. Die Gefährdung der Jugend wäre niemals so groß gewesen wie im Arbeitsdienst und in der Wehrmacht. Beim Verlesen der Hirtenbriefe hob er die politischen Teile durch das Anheben seiner Stimme besonders heraus. Die Predigten und die Tätigkeit Kaplan Schultes wurden von der Gestapo nun besonders überwacht. Mehrmals wurde er durch die Gestapo verhört. Die Sonntagschristenlehre sowie der Unterricht an Volks- und Fortbildungsschulen war ihm seit 1937 verboten. Ab 1940 kam die Predigtüberwachung hinzu.[2]

Mediografie

  • Peter Brommer: Das Bistum Trier im Nationalsozialismus aus der Sicht von Partei und Staat, Mainz 2009, S. 382-383
  • Priester unter Hitlers Terror. Eine biographische und statistische Erhebung, bearbeitet von Ulrich von Hehl und Christoph Kösters, 4. durchgesehene und ergänzte Auflage, Paderborn u.a. 1998, S. 1502

Fußnoten

  1. Quelle: laurentius-aw.de: Kapläne, Vikare, gesehen am 13. Juli 2016
  2. Quelle: Kaplan Schulte predigte verdeckt gegen den Nationalsozialismus (17.10.1937), rheinische-geschichte.lvr.de, gesehen am 13. Juli 2016, und Kaplan Schulte machte aus seiner Einstellung zum Nationalsozialismus keinen Hehl (17.10.1937), rheinische-geschichte.lvr.de, gesehen am 13. Juli 2016