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RuheForst Hümmel

Aus AW-Wiki
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Der 14 Hektar große RuheForst Hümmel war bei seiner Eröffnung im Jahr 2003 der erste seiner Art in Rheinland-Pfalz. Seitdem wird der Wald nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt. Der Urwald, der sich dort entwickelt, bietet Lebensraum für viele bedrohte Arten. Mit dem Urnengrab am Fuße eines Baumes kauft man sich auch die Zusicherung, dass dieser Ort 99 Jahre lang aus der Forstwirtschaft herausgenommen wird. Hier übernimmt die Natur die Grabpflege und kann sich ohne menschliche Eingriffe entfalten. Mit seinen 1500 meist sehr alten Bäumen entwickelte er sich für die kleine Eifel-Gemeinde Hümmel zu einer üppig fließenden Einnahmequelle: Die jährlichen Einnahmen aus der Verpachtung des Gemeindewalds betragen 400.000 Euro. "In Hümmel ist es gelungen, den Gemeindeforst wirtschaftlich profitabel zu nutzen – ohne ihm mit der Motorsäge zu Leibe zu rücken", heißt es in der Rhein-Zeitung vom 18. Juli 2012, "der Gedanke, mit einem Grab im Ruheforst nicht nur die Hinterbliebenen zu entlasten, sondern gleichzeitig etwas für den Naturschutz zu tun, kommt bei vielen Menschen gut an." Der größte Teil des bis dahin als Ruheforst ausgewiesenen Waldes sei bereits verkauft. "Meist sind es ältere Menschen, die sich hier in der Eifeler Natur ihre letzte Ruhestätte bereits ausgesucht haben."

Chronik

Im Mai 2014 wurde unter Buchen und Eichen im Eifelwald bei Hümmel-Pitscheid, zwischen Armuthsbach und Bömmersbach, der erste „Final Forest“ Deutschlands seiner Bestimmung übergeben. "Hinter der trendigen Bezeichnung verbirgt sich eine Begräbnisstätte für Urnenbestattung, die erstmals das Prinzip des nachhaltigen Naturschutzes und Artenvielfalt als oberste Prämisse mit Leben erfüllt", berichtete die Rhein-Zeitung am 19. Mai 2014. „Hier geschieht wirklich nichts mehr, außer dass Angehörige ihrer Toten gedenken und sich der Urwald entwickeln darf, wie er möchte“, sagte Harry Assenmacher, Geschäftsführer von „Final Forest“, bei der Einweihung. Die 2500 Grabstätten dort, die in 100 Quadratmeter große Ruhehaine für jeweils zehn Urnengräber unterteilt sind, werden jeweils für 99 Jahre verpachtet. Die einzelnen Ruhestätten werden mit einer Steinplatte aus Ahr-Grauwacke gekennzeichnet, in der die Namen der Toten sowie deren Lebens- und Todestage und vielleicht ein Spruch eingraviert sind. Die Steinplatten und der kleine Felsblock, auf dem sie befestigt werden, stammen aus dem Steinbruch Kaspers in Schuld. Auch die Urnen sind „bio“. „Sie bestehen aus heimischem Buchenholz und sind mit Fischleim zusammengehalten – er ist sehr stabil, allerdings nur, so lange er nicht feucht wird. Kommt die Urne in feuchte Erde, dauert es keine halbe Stunde, bis die Urne aufplatzt und die Asche an den Waldboden freigibt“, erläuterte Assenmacher. Hümmels Bürgermeister Franz-Peter Schmitz und Förster Peter Wohlleben zugegen waren. Der Waldweg zum Friedhof ist für Fahrzeuge gesperrt. Blumen und Kerzen sind auf dem Friedhof nicht gestattet. Es war aber geplant, am Parkplatz eine Gedenkstätte zu errichten. Interessierte können einzelne Gräber, aber auch ganze Haine für Familien oder Freundeskreise pachten. Preis einer wegenahen Einzelgrabstätte zum Einführungspreis: 850 Euro (später 895 Euro), für einen Gedenkhain für zehn Urnen 6750 Euro (später 7250 Euro), für einen Gedenkhain am Weg 9200 Euro (später 9750 Euro).[1]

Video

Siehe auch

Mediografie

Hümmel: Alternative Bestattungsformen im Wald gewinnen an Bedeutung, wochenspiegellive.de vom 12. Dezember 2014

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Judith Schumacher: „Final Forest“ in Hümmel eingeweiht - Bislang einzigartige Begräbnisstätte für Urnenbestattung im Eifel-Urwald, in: Rhein-Zeitung vom 19. Mai 2014