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Helenensaal Sinzig

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Der Name des Helenensaals an der Koblenzer Straße in Sinzig erinnert, ebenso wie die benachbarte Villa Helenaberg, an St. Helena, die die Katholische Pfarrkirche "St. Peter" Sinzig erbaut haben soll.[1] Die Stadt Sinzig kaufte den 400 Quadratmeter großen und mit Bestuhlung 290 Menschen fassenden Saal im Jahr 2009 und verpachtete ihn an die Karnevalsgesellschaft "Närrische Buben" Sinzig von 1967 e.V.. Die KG richtete den Saal sowie die zugehörige Gaststätte wieder her. Die Stadt gab Zuschüsse für das notwendige Material. Im Bedarfsfall springt das städtische Bauamt ein.[2] Der Saal wird drei Mal wöchentlich von verschiedenen Gruppen der KG zu Trainingszwecken genutzt, hinzu kommen jährlich rund 20 weitere Veranstaltungen.[3]


Helenensaal Sinzig.jpg
Der Helenensaal an der Koblenzer Straße in Sinzig.
Helenensaal 1.jpg

Standort

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Chronik

Im Jahr 1910, noch zu Kaisers Zeiten, ließen der Landwirt Heinrich und Cäcilie Keller neben ihrer Gastwirtschaft an der Koblenzer Straße einen Festsaal, den Helenensaal, bauen. 1902 war das Ehepaar in die Barbarossastadt gezogen und hatte dort das "Gasthaus zum Helenenberg" gekauft.

Jahr für Jahr am Kirmes-Sonntag zum Beispiel lud der Männergesangverein "Cäcilia" Sinzig 1859 e.V. zum Tanz in den Saal ein, Tags drauf der Turnverein Sinzig 08 e.V. und am Dienstag der Sportclub "Rhein-Ahr" Sinzig 1910 e.V.. Bevor zwei Häuser weiter Richtung Stadtmitte das Lichtspielhaus Keller gebaut wurde, wurden im Helenensaal auch Filme vorgeführt. Die St. Josef-Gesellschaft Sinzig 1300 e.V. spielte auf der Bühne Theater, und der Männergesangverein "Cäcilia" Sinzig 1859 e.V. probte im Vorsaal. Die Rhein-Zeitung berichtete am 15. April 2010:

"Aus dem Landwirt wurde der Gastwirt Heinrich Keller - sogar ein recht erfolgreicher. "Der Keller trägt das Geld im Korb auf den Speicher", pflegten die Sinziger zu sagen. Der Wirt selbst war für ein anderes Sprüchlein bekannt. "Man muss zufrieden sein", war sein stets passender Kommentar auf alle Gegebenheiten."

Mit dem Kriegsende im Frühjahr 1945 zogen die Amerikaner in den Helenensaal ein. Monatelang campierten Soldaten in dem Saal - und wussten nichts davon, dass unter dem Tanzboden Weinvorräte lagerten. 1948 ging die Kegelbahn wieder in Betrieb.

Nachdem Heinrich Keller im Jahr 1945 im Alter von 85 Jahren gestorben war, zerfiel sein Erbe. Sohn Albert blieb bis ins Jahr 1956 Wirt in der Gaststätte und im Helenensaal. Danach übernahm die Königsbacher Brauerei Gasthaus und Saal. Die Familie Oberbillig war viele Jahre lang Pächter des Gasthauses, später Helmut Weller.

Der festliche Saal mit Kronleuchter und Galerie verwandelte sich im Laufe der Jahre immer mehr in eine nüchterne Mehrzweckhalle. Bis zu 800 Gästen bot er in Spitzenzeiten Platz.

Im Mai 2009 entschied der Stadtrat Sinzig auf Antrag der CDU mit 16 gegen 15 Stimmen in nichtöffentlicher Sitzung, den Saal von der Karlsberg-Brauerei zu kaufen. Ein Kaufpreis von wenig mehr als 200.000 Euro wurde genannt.

Die Stadt Sinzig als Eigentümerin wolle die mehr als 40 Jahre alte Lüftungs- und Heizanlage des Helenensaales erneuern, berichtete der General-Anzeiger am 2. August 2017. Die neue Lüftung werde an eine Wärmerückgewinnungsanlage angeschlossen. Die Lüftungsrohre würden an der Eingangsseite und auf der Stirnseite sichtbar sein. Die Decke werde im Bühnenbereich angehoben, so dass über der Bühne ein luftiger Raum entsteht, der es den Karneval-Tanzkorps erlaubt, ihre „Mariechen“ in die Lüfte zu werfen. Die bisherige Deckenhöhe ließ das nicht zu.[4]

Mediografie

Verkauft Stadt Sinzig Helenensaal?, rhein-zeitung.de vom 2. August 2011

Fußnoten

  1. Quelle: Klaus Flink: Quellen und Bemerkungen zur Geschichte der Stadt Sinzig, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1978
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 17. Juni 2015
  3. Quelle: Victor Francke: Kleinod in Sinzig: Der Tanzsaal wird saniert, general-anzeiger-bonn.de vom 2. August 2018
  4. Quelle: Victor Francke: Kleinod in Sinzig: Der Tanzsaal wird saniert, general-anzeiger-bonn.de vom 2. August 2018