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Pavillon am Bahnhof Bad Neuenahr

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Im Juli 2019 wird der Pavillon abgerissen.
Pavillon Bhf Neuenahr.jpg
Bad Neuenahr - Heinz Grates (323).jpg
Ehemaliger Standort

Der im Jahr 1961[1] erbaute Pavillon zwischen Max-Maier-Park und Bahnhof Bad Neuenahr wurde vom Kur- und Verkehrsverein Bad Neuenahr e. V. bis 1999 als Verkehrsamt genutzt. In den 1980er-Jahren war dort der Kur- und Verkehrsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. untergebracht.[2] Im Zuge der vom Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler beschlossenen Neugestaltung des Bahnhofsquartiers wird der Pavillon im Juli 2019 abgerissen.


Standort

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Chronik

Bis Ende 1999 diente der Pavillon als Tourist-Information. Anschließend war dort eine Taxi-Zentrale untergebracht, anschließend eine Niederlassung des regionalen Busunternehmens VREA von Rüdiger Sterzenbach.

Bis 2012 wurde der Pavillon im Verzeichnis der Kulturdenkmäler der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) als Teil der Gesamtanlage Bahnhof Bad Neuenahr aufgeführt. Um zu klären, ob der Pavillon zu erhalten ist, trafen sich im Frühjahr 2012 Vertreter der Stadt mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und der GDKE zu einem Ortstermin. Dabei stellten die Denkmalfachbehörden fest, dass dem Pavillon kein Denkmalwert zukommt.

Die Interessengemeinschaft „Unsere lebenswerte Stadt“ Bad Neuenahr-Ahrweiler beantragte 2015, dass der Pavillon wieder als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt und in die Denkmalliste eingetragen wird. Bis 2012 oder 2014 war das kleine Bauwerk als einer der wenigen noch erhaltenen Bauten seiner Art in Rheinland-Pfalz erfasst. In einer Pressemitteiling der Interessengemeinschaft hieß es:

Der Pavillon erzählt von einer Blütezeit des Bades. Bescheiden und zugleich mit dem Schwung der 50er-Jahre markiert er den Eingang zur Stadt für alle Zugreisenden und wurde zu einer Zeit errichtet, als Sonderzüge Tausende von Gästen ins Ahrtal brachten – zur Kur, zu Festen oder zum Flanieren. Das Gebäude spricht die Architektursprache seiner Zeit, spiegelt ein bisschen wieder, wie man in der Nachkriegszeit dachte, fühlte und die Welt verstand. Die erste Anlaufstelle des Kurbades sollte sich leicht und beschwingt darstellen, bar jeder Erinnerung an die entbehrungsreichen und düsteren Kriegsjahre, ganz dem neuen Lebensgefühl einer „Jetzt geht’s wieder aufwärts“-Zeit verpflichtet. Architektonisch drückt das eine Stahlbeton-Konstruktion aus, typisch für viele Bauten dieser Zeit. Diese Konstruktion verspricht Leichtigkeit, lässt Rundungen zu, ermöglichte eine maximale Transparenz. So ist der Pavillon weitgehend verglast. Große Fenster laden ein, aktuelle Plakate zu studieren und die Auslagen zu betrachten. Zugleich dient das vorgezogene Dach den Bahnreisenden als Unterstand und Wetterschutz. Rückseitig sind öffentliche Toiletten untergebracht.[3]

Im Juli 2019 wird das Gebäude entkernt und anschließend abgerissen. An seiner Stelle sollen ein Park-and-ride-Parkplatz und ein Inklusionshotel als zentraler Bestandteil der Bewerbung zur Landesgartenschau entstehen. Markus Hartmann als Vertreter der BI sagte: „Wieder wird ein erhaltenswertes Haus, in dem sich ein Stück Stadtgeschichte widerspiegelt, ohne Not abgerissen. Ein einzigartiges Bauwerk stirbt in Neuenahr derzeit nahezu unbemerkt. Der Pavillon war funktionstüchtig, und es gab sogar interessante Nutzungskonzepte.“[4]

Die Gestaltung des Pavillons erinnere bewusst an Formen, die von der Moderne der 1920er Jahre, beispielsweise am Bauhaus, ausprobiert und in der Nachkriegszeit vielfach wieder aufgegriffen wurden. Diese Ästhetik spiele heute wieder eine große Rolle, weshalb solche Bauten andernorts erhalten und weitergenutzt werden, so Hartmann. Die Bürgerinitiative sehe den Pavillon als Teil der Denkmalzone Bahnhof. Von Seiten der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler aber seien seit den 1990er Jahren die Aberkennung des Denkmalstatus und der Abriss betrieben worden, „obwohl andernorts genau diese Pavillons mit viel Erfolg wiederbelebt oder sogar rekonstruiert werden“, sagte Hartmann und führte als Beispiele Koblenz und Bonn an. Die Bürgerinitiative bedauere einmal mehr, „dass wieder ein durchaus erhaltenswertes Haus, in dem sich ein Stück Stadtgeschichte widerspiegelt, ohne Not abgerissen wird“, so Hartmann.[5] In einem Nachruf der BI auf den Pavillon hieß es:

Fast spielerisch wirkt der aus einem Rund- und einem etwas nie-drigeren Quertrakt komponierte Bau. Der niedrige Sockel, die Zone oberhalb der Fenster und der als rahmenartiger Kasten eingestellte Eingang mit seinen angeschrägten Seitenwangen aus Werkstein sind die einzigen massiv wirkenden Teile. Mit seiner Gestaltung erinnert der Pavillon an Formen, die von der Moderne der 1920er-Jahre, beispielsweise bei Bauhaus, ausprobiert worden waren und die in der Nachkriegszeit vielfach wieder aufgegriffen wurden.[6]

Mediografie

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 5. Juli 2019
  2. Quelle: Victor Francke: Pavillon am Bad Neuenahrer Bahnhof: Blickfang, Schandfleck oder Denkmal?, general-anzeiger-bonn.de vom 14. August 2015
  3. Quelle: Bürgerinitiative hat Pavillon im Visier - Ziel ist der Erhalt des architektonischen 50er-Jahre-Zeugen als Kulturdenkmal, in: Rhein-Zeitung vom 8. Januar 2014
  4. Quelle: Beate Au: Die letzten Tage für den Pavillon – Bevor die Bagger rollen, erinnert die Bürgerinitiative Lebenswerte Stadt an ein Bauwerk, das sie gerne gerettet hätte, in: Rhein-Zeitung vom 5. Juli 2019
  5. Quelle: Victor Francke: Alte Bausubstanz in Bad Neuenahr – Bürgerinitiative beklagt Abriss des alten Pavillons, general-anzeiger-bonn.de vom 4. Juli 2019
  6. Quelle: Beate Au: Die letzten Tage für den Pavillon – Bevor die Bagger rollen, erinnert die Bürgerinitiative Lebenswerte Stadt an ein Bauwerk, das sie gerne gerettet hätte, in: Rhein-Zeitung vom 5. Juli 2019