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St.-Walburgis-Kapelle Waldorf

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Dieser Bildstock steht heute am ehemaligen Kapellenstandort.

Auf Initiative von Antonius Queck, der von 1703 bis 1733 Pfarrer in Waldorf war, wurde 1719 in der Flur „Auf Walburgis“ in Waldorf an Stelle eines Vorgängerbaus eine Walburgis-Kapelle gebaut. Von der Vorgängerkapelle wurde ein auf drei Bretter gemaltes Bildnis der Kapellenpatronin übernommen und in der neuen Kapelle angebracht. Bereits 1833 wurde die Kapelle wegen Baufälligkeit abgerissen. Nach dem großen Brand des Jahres 1824 herrschte in Waldorf große Not, so dass die Pfarrgemeinde kein Geld besaß, um die Kapelle wieder aufbauen zu lassen. Heute steht an ihrer Stelle ein St.-Walburga-Bildstock. Bilder oder Zeichnungen von dieser Kapelle gibt es nicht; sie existiert lediglich in der mündlichen Überlieferung. Von den beiden Glocken, die in der Kapelle hingen, ging eine als Geschenk an die katholischen Gemeinde in Winningen/Mosel. Die zweite Glocke hing zunächst in der Kirche, bevor sie nach deren Abriss und Neubau im Schulgebäude aufgehängt wurde. 1917 gelangte sie dann wieder in die Kirche. Den Grund und Boden, auf dem die Kapelle stand, ersteigerte der Leineweber Johann Weber für 127 Taler. Der Wagner Ferdinand Frömbgen kaufte Bruchsteine und Bretter. Aus den Steinen wurde das heute noch erhaltene Haus an der Hauptstraße 59 gemauert. Für den Innenausbau wurden auch die Bretter aus der Kapelle verwendet. Drei Bohlen mit einem Bildnis der heiligen Walburga wurden als Bodendielen auf dem Speicher des Hauses verbaut – mit dem Bildnis auf der Oberseite, sodass über die Jahre ein Laufpfad quer über das Bildnis entstand. Wilhelm Esch (* 1843 in Waldorf) entdeckte das Bildnis nach vielen Jahren und erkannte dessen Wert. Im Tausch gegen neue Bodendielen wurde es vor der Zerstörung bewahrt. Jahrzehnte später übergab er das Bild an seinen 1888 in Waldorf geborenen Sohn, der das Bild im Jahr 1918 mit nach Birgel im Kreis Vulkaneifel nahm. Das Walburga-Bildnis wurde in der Familie Esch immer an den ältesten Sohn weitergegeben – bis es an den 1955 in Bensberg bei Köln geborenen Wilhelm Esch ging, der das Bild wieder nach Waldorf zurückbringen möchte. Dort soll es in der katholischen Pfarrkirche „St. Remaklus“ einen Platz erhalten.[1]


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Fußnoten

  1. Quelle: Jochen Tarrach. Die wundersame Rückkehr der heiligen Walburga – 300 Jahre altes Bildnis findet seinen Weg zurück an seinen angestammten Platz, in: Rhein-Zeitung vom 11. April 2019