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Wilhelmstraße 51 (Bad Neuenahr-Ahrweiler)

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Die Villa an der Wilhelmstraße 51 in Ahrweiler wurde im Jahr 1911 von dem Architekt Peter Wald junior für den Steuerinspektor Dr. Diederich erbaut. Später betrieben die Rechtsanwälte Dr. Hans Honnecker und seit den 1940er Jahren Dr. Hoerster und bis heute (Stand: Mai 2020) dessen Sohn Heribert Hoerster dort eine Anwaltskanzlei. Eine Familie Kohlhaas wohnte im ersten und Erika Schmitz im zweiten Obergeschoss. Die Tochter des Erbauers vererbte das Haus bereits vor langer Zeit dem Deutschen Tierschutzbund. Die 2019 hochbetagt verstorbene Erika Schmitz hatte aber das Niesbrauchrecht an dem Haus, das ohne nennenswerte Veränderungen erhalten ist.


Standort

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Baubeschreibung[1]

Außen

Die Villa, ein typischer Vertreter des Heimatstils, wurde von dem Architekten Peter Wald junior geplant und ausgeführt. Die dreiachsige Hauptfassade zeigt sich im Verlauf der Wilhelmstraße. Auf einem Bruchsteinsockel baut sich die verputzte Fassade auf. Im Erdgeschoss befindet sich ein Terrassenbalkon, daran anschließend eine Fensterachse. Dieser wiederum folgt der auf Ecke gestellte, das ganze Haus akzentuierende runde Standerker oder Auslucht, der in halbkreisförmiger Manier mit Schiefer eingedeckt ist. An ihm befinden sich noch die ursprünglichen Halterungen für Blumenkästen.

Das erste Stockwerk wird durch drei zeittypische Fenster gegliedert, an denen sich noch die originalen Schlagläden befinden. Die ganze Straßenfassade wird von einem Giebel überfangen, der in Fachwerk gehalten ist und zwei Fenster aufweist. Den Abschluss bildet ein ovales Fenster in einer Holzlattenfläche. Das Dach ist ein Mansarddach. Die Seitenfront bestimmt ebenfalls zu Anfang der wuchtige Standerker oder Auslucht, der Akzent wird aber dann vom Portalbau übernommen, der auch noch die original erhaltene Haustüre und drei mit Buntglas und Bleiruten ausgestattete Fenster aufweist.

Daran folgen noch zwei Fenster (Wirtschaftsräume) ebenfalls mit Schlagläden, darüber eine mit Schieferplatten bedeckte Front, hinter der sich die Nebenräume des ersten Stockwerks befinden. Oberhalb des Portalbaus befinden sich drei kleine Fenster, ebenfalls mit Buntglas in Bleiruten, die, gemeinsam mit dem darüber gelegenen großen Fenster, das Treppenhaus beleuchten. Der Portalbau wird ebenfalls wieder von einem Giebel, gekrönt von einem kleinen Zwerchgiebel, betont, dort befinden sich drei winzige Fensterchen und darüber wieder Fachwerk.

Die Rückfront ist ziemlich schlicht gehalten, obwohl die großen Wintergartenfenster für Auflockerung sorgen. Die Treppe, die zum Wintergarten führt, und die Kellertreppe weisen noch die schönen schmiedeeisernen Geländer auf. Hinter dem Gesamtkomplex befindet sich ein sehr großer Garten mit Zugang zu der dahinter liegenden Straße. Bei dieser Villa ist sowohl die Überlieferung als auch die Anschaulichkeit der historischen Bausubstanz noch vorhanden. Nach Ansicht von Karl Heinen lassen sie an der Denkmalwürdigkeit keinen Zweifel. Es gebe, und dass sei inzwischen äußerst selten, keine Substanzverluste und keine ungenehmigten oder genehmigten Veränderungen, die den historischen Zeugniswert wesentlich mindern würden.

Innen

Im Inneren wird der Besucher, nachdem er das Haus betreten hat, erst einmal durch einen Vorflur empfangen, von dem aus man in den Keller hinabsteigen kann. In die Küche und die Toilette gelangt man, durch eine Schiebetüre. Die sehr helle und freundliche Küche besitzt noch die originalen Wand- und Fußfliesen außerdem eine geräumige Speisekammer. Eine Durchreiche für Speisen aus der Erbauungszeit ist ebenfalls funktionstüchtig erhalten.

Vom Vorflur aus betritt der Besucher über zwei Stufen die geräumige Halle. Auch diese Halle ist völlig im Originalzustand erhalten. Eine fest eingebaute Eckbank, ein Tisch, Stühle, eine Standuhr und ein Kamin aus der Erbauungszeit sind ebenso vorhanden wie sämtliche Türen und deren Rahmen. Sehr nett sind die alten Emailleschilder an den Türen. Die wundervolle Haustreppe mit imposantem Geländer und Treppenanfänger machen den wundervollen Eindruck komplett.

Von der Halle aus erschließen sich drei große Räume, die alle noch mit dem schlichten Stuck der Zeit versehen sind. Besonders reizvoll ist der Raum, in dem man den großen Standerker genießen kann. Durch das rechte Zimmer, welches nach dem Garten hin gelegen ist, betritt man den großen Wintergarten. Auch dieser ist noch im Originalzustand.

Das erste und das zweite Obergeschoss beherbergen die sogenannten Privaträume, die sich ebenfalls im Originalzustand befinden. Karl Heinen kommt nach der Besichtigung des Hauses zu dem Schluss:

Es wäre ein nicht wieder gut zu machender Fehler, dieses Haus zu vernichten, zeigt es sich doch noch in seltener Originalität und Komplettheit sowohl von außen als auch von innen. Gerade die gut erhaltenen Innenräume alter Privathäuser sind zu einer Seltenheit geworden.

Fußnoten

  1. Quelle: Die Ahrweiler Wilhelmstraße im Wandel der Zeit, in: Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ausgabe 7/2020, S. 16. u.a.