Synagoge Sinzig
Aus AW-Wiki
Die ehemalige Synagoge Sinzig entging in der Pogromnacht am 9. November 1938 der Brandstiftung, weil sie im Mitteltrakt der "Alten Burg", einem städtischen Gebäude, lag. Die Am späten Vormittag des 10. Novembers wurden die Fensterscheiben der 1867 eingeweihten Synagoge in der Eulengasse 33 eingeschlagen. Im Hof der Burg wurden Ritualien, Mobilar und die gesamte Einrichtung verbrannt. Außerdem wurden nach der "Reichskristallnacht" in Sinzig jüdische Geschäfte zerstört. Die in städtischen Besitz befindliche Alte Burg mitsamt der Synagoge wurde im Jahr 1970 bis auf einen Teil, der in Privatbesitz war, abgerissen und das Gelände als Parkplatz hergerichtet. Deshalb erinnert heute nur noch ein Gedenkstein an das jüdische Gotteshaus.
Inhaltsverzeichnis |
Standort des Mahnmals
Mediografie
Im General-Anzeiger vom 9. November 2011 beschrieb Günther Schmitt die Ereignisse in der Pogromnacht folgendermaßen:
- Mitglieder der NSDAP und SA-Leute verwüsteten in der Nacht zum 10. November vier Wohnungen und den Betsaal in der Alten Burg. Die Polizei hatte vom Sinziger Bürgermeister Anweisung erhalten, nicht in Erscheinung zu treten. Im Lauf des Vormittags wurden vier Juden aus Sinzig und zwölf aus Ahrweiler, Bad Neuenahr und Remagen durch Sinzig geführt. Unter ihnen auch der Viehhändler Louis Meyer, der wie seine Leidensgenossen ein Transparent mit der Aufschrift „Wir dulden keine Juden“ durch die Straßen tragen musste. Die 16 Männer wurden anschließend mit einem Feuerwehrwagen zum Gestapo-Gefängnis nach Koblenz gebracht.
Mediografie
- Hans Kleinpass: Die Einweihung der Sinziger Synagoge anno 1867 - Für die ehemalige Synagogengemeinde erfüllte sich ein langjähriger Wunsch, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1990
- Die ehemalige Synagogengemeinde Sinzig, in: Sinzig und seine Stadtteile - gestern und heute, Sinzig 1983, S. 314-320
siehe auch
Portal "Zeugnisse jüdischen Lebens"

