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Ölberg-Heiligenhäuschen zwischen Holzweiler und Vettelhoven (Holzweiler)

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Auf der Westseite der zwischen Vettelhoven und Holzweiler verlaufenden Escher Straße (Kreisstraße 34) steht ein Heiligenhäuschen, in dem sich ein aus Trachyt gefertigtes unter Denkmalschutz stehendes Relief der Ölberg-Szene befindet.


Standort

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Chronik[1]

Unter einer Linde auf der Gemarkungsgrenze zwischen Holzweiler und Vettelhoven in der Nähe des heutigen Heiligenhäuschens stand bis in die 1970er Jahre hinein ein aus Ziegel- und Bruchsteinen gebautes Heiligenhäuschen mit eben jenem 59 mal 54 Zentimeter großen Relief der Ölberg-Szene. Unten auf dem Relief befindet sich die folgende Inschrift:

A[NN]O 1754 HVBERTVS
RAATHS V ⋄ G ⋄ R ⋄ M ⋄

Ein Maler aus Koblenz mit dem Namen Ph. Stark, der zur selben Zeit die katholische Pfarrkirche „St. Martin“ in Holzweiler ausmalte, strich dieses Heiligenhhäuschen im Jahr 1876 an. Bernhard Raths aus Vettelhoven (Altbachstraße 28–30), der das Heiligenhäuschen bis zuletzt pflegte, erzählte Ottmar Prothmann im Oktober 1971, einer seiner Vorfahren sei der Erbauer des Heiligenhäuschens gewesen; der Anlass zu seinem Bau sei ihm jedoch nicht bekannt. Raths wusste, dass die hinter dem Heiligenhäuschen stehende Linde im Frühjahr 1914 anstelle einer im Winter 1913 gefällten Fichte oder Kiefer gepflanzt worden war. In den Kirchenbüchern des 18. Jahrhunderts ist der in der Inschrift genannte Hubert Raths allerdings nicht zu finden, wie Prothmann schreibt. Ein Hubert Raths aus Vettelhoven werde jedoch „in einer Liste von 60 Einwohnern der Pfarrei genannt, die ab Dezember 1743 Geld zur Einrichtung eines Benefiziums gaben, damit ein Frühmesser (Hilfsgeistlicher) eingestellt werden konnte.“ Am 2. Februar 1746 habe er eine Schuldverschreibung über 21 Reichstaler unterschrieben.

Am 23. Oktober 1971 wurde dieses Heiligenhäuschen als Folge eines Verkehrsunfalls zerstört. Herbert Leber, ein junger Mann aus Adendorf, der vorher in Holzweiler gewohnt hatte, kam gegen 23.45 Uhr mit seinem Auto von der Fahrbahn ab und prallte gegen das Heiligenhäuschen. Leber sei, wie Prothmann weiter schreibt, in seinem Wagen eingeklemmt worden und mit schweren Verletzungen zunächst ins Bad Neuenahrer Krankenhaus „Maria Hilf“ eingeliefert, dann aber in die Universitätsklinik Bonn verlegt worden. Noch in der selben Nacht sei er dort verstorben.

Bernhard Raths habe das unbeschädigte Relief aus dem zerstörten Heiligenhäuschen geborgen und so lange verwahrt, bis der Verschönerungsverein Oberes Swistbachtal im Jahr 1994 in der Nähe des alten Standorts das heutige Heiligenhäuschen baute. Einem Wiederaufbau an alter Stelle habe das Straßenbauamt nicht zugestimmt, weil sich der ehemalige Standort zu nah an der Straße befand. „Herzstück des neuen Heiligenhäuschens ist das alte Relief mit der Ölbergszene“, schreibt Prothmann. Darüber hinaus seien die Inschrift „Anno 1754 1994 Verschönerungsverein“ und dazwischen ein Schmetterling angebracht worden. Pastor Volker Dupont weihte das neue Heiligenhäuschen Anfang September 1994 ein.

Weitere Fotos

Weblink

Wikipedia: Ölberggruppe

Fußnoten

  1. Quelle: Ottmar Prothmann: Ölberg-Heiligenhäuschen zwischen Holzweiler und Vettelhoven, in ders.: Kleinere religiöse Denkmäler und Gedenkstätten in der Gemeinde Grafschaft, Veröffentlichungen zur Geschichte der Gemeinde Grafschaft Band 9, Oeverich 2017 (pdf, 776 Seiten), S. 258 f.