Blasorchester 1868 Hönningen e.V.

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Zum Repertoire des Blasorchesters 1868 Hönningen e.V. gehören traditionelle wie moderne Titel. Die Musiker von der Mittelahr treten bei Karnevals- und Winzerumzügen sowie bei Jubiläen, Hochzeiten und Geburtstagen auf.


Mitgliederzahl

2008: 60, davon 35 aktive

November 2014: 30 Aktive[1]

Proben

Wöchentlich am Donnerstags ab 18.30 Uhr im Pfarrsaal

Vorstand

Chronik

Sieben Musik begeisterte junge Männer trafen sich im November 1868 im Gasthaus Schumacher, um die Blasmusik Hönningen/Ahr zu gründen. Durch den Kauf gebrauchter Instrumente schafften sie innerhalb kurzer Zeit die Voraussetzungen für regelmäßige Proben. So probten sie 1869 und Anfang des Jahres 1870. Obwohl keines der Mitglieder zum Wehrdienst eingezogen wurde, führte der Krieg 1870/71 dazu, dass die Proben ausgesetzt wurden. Nach dem Krieg wurden die Proben fortgesetzt. Jahr für Jahr an Fastnacht, Pfingstmontag, Annafest-Sonntag und Martinskirmes machte das Blasorchester Tanzusik.

1901 begann die Glanzzeit des Blasorchesters. Es trat nicht nur Hönningen auf, sondern machte auch an Kirmestagen und Schützenfesten in umliegenden Orten Tanzmusik. Dabei wurden An- und Abreise zu Fuß erledigt. Fußmärsche nach Wanderath und zurück sowie durch das Kesselinger Tal nach Blasweiler und Schelborn waren keine Seltenheit. Einmal fuhr die Musikkapelle mit einem Pferdewagen nach Rockeskyll, um dort Kirmesmusik zu machen. Diese Fahrt dauerte von Samstag bis einschließlich Mittwoch. Vom Frühjahr bis zum Herbst waren die Musiker fast an jedem Wochenende unterwegs und sorgten damit schöne Nebeneinnahmen, zumal damals für die Tanzgroschen gespielt wurde. Vom Herbst bis zum Frühjahr trafen sich die Musiker wöchentlich zu Proben. Außerdem wurden Konzerte gegeben und an Theaterveranstaltungen mitgewirkt.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 begann eine große Pause. Weil die meisten Musikanten zu den Waffen gerufen wurden, kamen die Aktivitäten fast völlig zum Erliegen. Thomas Schülter jun. kehrte nicht aus dem Krieg zurück. Wie während der Kriegsjahre, so ruhten die Aktivitäten des Orchsters auch während der Besatzungszeit. Erst ab 1920 spielten die Blasmusiker aus Hönningen wieder bei Tanzveranstaltungen und in Festzügen. In ihrem Heimatort Hönningen spielten die Musiker am Weißen Sonntag, an Fronleichnam, am Martinsabend, am Heiligen Abend und in der Silvesternacht sowie bei weiteren kirchlichen und weltlichen Festen.

Nach der Machtergreifung wurden die Blasmusiker für Propagandamärsche und Versammlungen verpflichtet. Im August 1939 machten sie auf der Lierser Kirmes Tanzmusik. Da rollten schon Militärzüge in Richtung Westen. Und mehrere junge Männer erhielten im Tanzzelt ihre Einberufung.

Mit dem Zweiten Weltkrieg kamen die Aktivitäten des Blasorchesters völlig zum Erliegen. Fast alle Mitglieder wurden zum Kriegsdienst einberufen. Alois Rader und Andreas Schülter kehrten nicht aus dem Krieg an die Ahr zurück. Im Jahr 1947, nachdem Josef Pauly aus Kriegsgefangenschaft in Sibirien zurückgekehrt war, wurde der Verein wieder aktiv. Die Zahl der Mitglieder war in den ersten Jahren niedrig; dennnoch ging es mit dem Blasorchester langsam wieder bergauf. Ein Höhepunkt in der Geschichte des Blasorchesters war die Verleihung der Pro-musica-Plakette durch den damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann im Jahr 1973.[2]

Anlässlich seines 125-jährigen Bestehens im Jahr richtete das Blasorchester vom 23. bis 26. Juli 1993 in einem Festzelt an der Ahr-Brücke ein Jubiläusfest aus. Zugleich wurde St. Anna-Kirmes gefeiert. Franz Schorn ist zu dieser Zeit seit 20 Jahren Vorsitzender und Dirigent. Alle fünf Jahre führte Schorn in einem jeweils einjährigen Unterricht in die Blasmusik ein – Woche für Woche jeweils eine Stunde lang. Bis 1983 bildete Schorn insgesamt etwa 40 Kinder und Jugendliche aus. Etliche waren dem Verein treu geblieben. Der Verein stellte den jungen Teilnehmer gebrauchte generalüberholte Instrumente zur Verfügung. In einem Bericht von Hilde Krämer in der Rhein-Zeitung vom 21. Juli 1993 hieß es:

Das Blasorchester bedauert es, daß die Ortsgemeinde für diese intensive Jugendarbeit keinen Zuschuss zahlt. Anders dagegen die katholische Kirchengemeinde, die für die wöchentliche Probe den Pfarrsaal gegen einen geringen Unkostenbeitrag (Strom und Heizung) zur Verfügung stellt, wovon das Blasorchester wieder einen Teil als Zuschuss zurückerhält.

Im Frühjahr 2014 wurde Guido Pauly zum Vorsitzenden gewählt. Dirk Eschweiler übernahm zeitgleich den Taktstock.

Franz Schorn wurde bei der Weihnachtsfeier des Blasorchesters im November 2014 im Pfarrsaal von Christoph Schnitker, dem Vorsitzenden des Kreismusikverbands Ahrweiler, für 60 Jahre aktive Mitgliedschaft ausgezeichnet. Karl-Heinz Flammersheim und Georg Larscheid wurden ebenfalls ausgezeichnet, weil sie dem Flügelhorn mehr als 40 Jahre lang die Treue hielten. Ebenfalls 40 Jahre dabei war Kurt Georg Häger, der mit der Klarinette angefangen hatte und später zum Saxofon wechselte. In den 40 Jahren ihrer Mitgliedschaft hatten die Geehrten auch über lange Jahre verschiedene Aufgaben im Vorstand übernommen. Dafür wurden sie von Schnitker mit dem Ehrenbrief des Landesmusikverbands Rheinland-Pfalz sowie mit der Ehrennadel in Gold mit der Jahreszahl 40 ausgezeichnet. Rund 30 Aktive gehören zu dieser Zeit dem Blasorchester Hönningen an.[3]

Siehe auch

Fanfarencorps Rot-Weiß 1960 Hönningen/Ahr e.V.

Mediografie

Horst Bach: Ausgezeichnet: Hönninger Blasmusik mit jeder Menge Tradition, rhein-zeitung.de vom 16. Juli 2018

Weblink

http://www.blasorchester-hoenningen.de

Fußnoten