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Franziskus-Krankenhaus Sinzig

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Der Westumer Heimatforscher Heinz Schmalz schreibt in einer Abhandlung über die Krankenheilanstalten und das Gesundheitswesen in Sinzig in dem Sammelband Sinzig und seine Stadtteile, dass im Jahr 1275 erstmals ein Hospital in Sinzig erwähnt wurde.


Chronik[1]

Der Nachlass von Arnold Stumpf, der von 1834 bis 1872 als Pfarrer in Sinzig wirkte und der sein Vermögen für die Gründung eines neuen Hospitals bestimmt hatte, bildete den Grundstock für den Bau. Der Erlös aus dem Verkauf des Armenhäuschens am Geißenmarkt floss ebenfalls in die Finanzierung des Baus. Im Jahr 1893 schlossen die Katholische Pfarrgemeinde „St. Peter“ Sinzig|katholische Kirchengemeinde „St. Peter“ und die Stadt einen Vertrag zur „gemeinsamen Gründung eines Kranken- und Armenhauses“. Bereits ein Jahr später ging die Einrichtung in der Renngasse in Betrieb gehen. Die Betreuung der Alten, Armen und Kranken übernahmen Franziskanerinnen aus Waldbreitbach. Zunächst waren in Sinzig vier Franziskanerinnen tätig. Im Jahr 1915 zahlte die Stadt an die Pfarrgemeinde eine Ablösesumme von 12.000 Mark und übernahm die alleinige Verwaltung des Hauses. Im Jahr 1954 wurde ein Erweiterungsbau bezogen, der rund 50 Bewohner und in der Entbindungsstation acht Wöchnerinnen aufnehmen konnte. Reichten die Betten nicht aus, dann brachten die Mütter ihren Nachwuchs auch schon mal im angrenzenden Altenheim zur Welt.

Im Jahr 1955 wirkten in Sinzig bis zu 20 Franziskanerinnen. 1962 übernahmen die Krankenkassen die Unterbringungskosten für werdende Mütter. In den Jahren 1963/64 wurde das Haus mit Zuschüssen des Landes Rheinland-Pfalz und des Kreises Ahrweiler nochmals erweitert und der Altbau wurde renoviert. Eine neue Hauskapelle und eine Einliegerwohnung für einen Hausgeistlichen wurden ebenfalls gebaut. Mit dem Ausbau der Krankenhäuser in Remagen und Bad Neuenahr und mit einer zunehmenden Zahl von Frauenärzten, die sich in der Umgebung niederließen, wurde die Entbindungsstation in Sinzig immer weniger in Anspruch genommen. Ein Junge aus Westum wurde am 7. Februar 1971 als letztes Kind im Franziskus-Krankenhaus geboren. Die Zimmer, die aufgrund des Wegfalls der Station dadurch frei wurden, sind sofort mit Heimbewohnern belegt worden. Ab 1965 wurden dort nicht nur Frauen, sondern auch alleinstehende ältere Männer aufgenommen. Im Jahr 1980 sind die letzten Franziskanerinnen von ihrem Mutterhaus in Waldbreitbach aus Sinzig abberufen worden. Nun musste die Stadt Sinzig die Stellen, die zuvor die Ordensschwestern durch weltliches Personal ersetzen. Das zog erhebliche Mehrkosten nach sich, denn die Franziskanerinnen waren zuvor nur gering entlohnt worden. Außerdem drängte die Heimaufsichtsbehörde auf Behebung baulicher Probleme.

Im Jahr 1989 übernahm der Johanniterorden von der Stadt Sinzig die Trägerschaft für das heutige Seniorenheim Johanniter-Haus Sinzig, das seit 2009 eine 51-prozentige Tochtergesellschaft der Johanniter Seniorenhäuser GmbH ist. 49 Prozent der Anteile besitzt die Genossenschaft Rheinland-Pfalz-Saar des Johanniterordens.

Fußnoten

  1. Quelle: Heinz Schmalz: Abhandlung über die Krankenheilanstalten und das Gesundheitswesen in Sinzig, in: Sinzig und seine Stadtteile, nach: Judith Schumacher: Warum die historische Villa weichen muss – Das alte Krankenhaus in der Renngasse wird abgerissen – 112 Plätze bleiben erhalten, in: Rhein-Zeitung vom 15. Januar 2020