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Geopfad Schuld

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Der rund sieben Kilometer lange Geopfad Schuld wurde im Juni 2009 eröffnet. Er soll Besuchern und Wanderern die erdgeschichtliche Bedeutung der Felsen rund um Schuld nahe bringen. An elf Standorten illustrieren Schautafeln erdgeschichtliche Phänomene der Gegend. Dabei gibt es auch eigene Erläuterungen für Kinder, die den Geopfad zum Familienerlebnis werden lassen sollen. An jedem der elf Standorte gibt das Schaf "Wacke" heitere Rätsel auf, und die Geo-Minis "Quarzia" und "Spati", zwei Minerale, erzählen von ihrem Werdegang. Von einer zentralen Tafel in der Ortsmitte von Schuld kann man nach Belieben die gesamte Themenroute laufen oder einzelne Punkte ansteuern.


Ansprechpartner

Mario Valdiva-Manchego, Geologe am Steinmann-Institut in Bonn

Sonstiges

Der Geopfad wurde federführend vom Geologen Dr. Mario Valdivia-Manchego. Das Projekt wurde vom Kreis Ahrweiler bezuschusst.

Horst Gies als Beigeordneter des Kreises Ahrweiler, Verbandsbürgermeister Hermann-Josef Romes, Mitglieder des Gemeinderats Schuld und weitere Gäste nahmen an der Eröffnungsfeierstunde im Juni 2009 an der Martinshütte Schuld teil. Außerdem daei: Mario Valdiva-Manchego vom Geologischen Institut der Universität Bonn, der das Konzept für den Geo-Pfad entwickelt hatte, sowie sein Mitarbeiter Stephan Klose. Schuld liege an einer ausgedehnten Mäanderschleife der oberen Ahr und an den steilen Talhängen könne ein geschultes Auge lesen wie in einem Erdgeschichtsbuch, sagte Valdiva-Manchego bei der Eröffung. "Hier sind in beeindruckender Weise sowohl die Sedimentstrukturen, die sich vor 390 Millionen Jahren in einem flachen Meeresbecken gebildet haben, wie auch der Faltenbau, der 50 bis 60 Millionen Jahre später entstand, freigelegt." Die heutigen Täler im Ahrgebirge sind hingegen recht jung; sie seien erst vor einer Million Jahre entstanden.

Die Martinshütte Schuld ist dabei die siebte von elf Stationen des Geo-Pfades. Die Texte auf den Tafeln sind allgemeinverständlich formuliert, Diagramme veranschaulichen die geologischen Prozesse.

Der Pfad wurde entlang bereits bestehender Wege eingerichtet. Die Strecke führt über asphaltierte Wirtschaftswege und schmale Trampelpfade.

Allgemeines

Die Gegend um Schuld ist geologisch interessant. Tief eingeschnitten in die Gesteine legt die Ahr hier Sedimentgesteine frei, die sich im Devon vor rund 400 Millionen Jahren in einem flachen Meeresbecken gebildet haben. 60 Millionen Jahre später wurden die Sande und Tone durch eine Kontinentkollision „gefaltet“. Geologische Strukturen zeugen dort heute noch von Prozessen, die dort im Laufe der Erdgeschichte stattgefunden haben. Sie stehen auch für weite Bereiche der nördlichen Eifel und des Rheinischen Schiefergebirges.[1]

Stationen

Eine der ersten Stationen ist die Bubenley. Die steile Felswand entstand durch das Einschneiden der Ahr in die dort flach geneigte Schichtenfolge. Eine „Faltenumbiegung“ ist von der Ahrbrücke aus mit Sicht auf die Steilwand unterhalb der Branderhardt zu erkennen: die Ruppenbergfalte am Infopunkt 3, bei der sich die Schichten gut sichtbar durch tektonische Einengung in Falten gelegt haben.[2]

Die nächste Station ist die Mündung des Armuthsbaches in die Ahr. Weitere Infopunkte beschäftigen sich mit den Themen „Aus Fels wird Boden“ und „Rinnen an einem Flussdelta“. Der Blick von der Martinshütte auf Schuld und das Ahrtal in Richtung Insul lädt dazu ein, die Landschaft und ihre Entstehung einmal aus geologischer Perspektive zu betrachten. Das Landschaftsrelief hat sich durch Abtragung von mehreren Hundert Metern Gestein gebildet.

Infopunkt 8 erklärt, wie jeder Stein einmal rund und klein wird, und bei Punkt 9 wird erläutert, dass geologische Falten bei zu viel Spannung brechen können. Abgerundet wird der Geopfad durch das Kapitel „Ahr – Schlagader der Region“. Den Schlusspunkt setzt die Antwort auf die Frage, wie die ehemalige Mäanderschleife der Ahr mit ihrem Umlaufberg, dem Burgberg von Insul, entstanden ist.

siehe auch

Portal "Vulkanismus und Geologie"

Weblink

http://www.geopfad-schuld.de

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 22. Juli 2014
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 22. Juli 2014