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Moritz Fassbender

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Moritz Fassbender (* 1849 in Remagen, † 31. Dezember 1933 in Remagen) war jüdischer Lederwaren-Großhändler. In seinem Großhandel an der Hauptstraße 60 (heute Marktstraße), beschäftigte er etliche Remagener und Erpeler. Fassbender war Vorbeter in der Synagoge, förderte das Handwerk unter den Juden, stattete Remagens arme Kinder zur Erstkommunion aus und soll den Weihbischof mit einem Transparent "Und bin ich auch Israelit, so ehr' ich doch den Bischof mit" begrüßt haben. Er förderte Turnverein sowie Feuerwehr und war Mitglied des Verkehrs- und Verschönerungsvereins. Als zweitägiges Großereignis mit Sang und Klang, Fackelzug der Nachbarschaft und Vereine, wurde im Juni 1929 in Remagen die goldene Hochzeit von Moritz und Emma Fassbender gefeiert. Der Bürgermeister und die katholische Geistlichkeit gratulierten. Außerdem gab es ein Gratulationsschreiben von Reichspräsident von Hindenburg. Die Stadt ehrte das Jubelpaar, indem sie die Synagoge neu streichen ließ. Selbst ein Dreivierteljahr nach der Machtergreifung fielen das Begräbnis und der Zeitungsnachruf auf den verstorbenen Moritz Fassbender sehr würdig aus. Die vier Kinder des Ehepaares Fassbender und deren Kinder hingegen erlitten einschneidende Eingriffe: Sohn Julius, promovierter Jurist, emigrierte 1940 mit seiner Frau nach Uruguay, wo er jedoch nie heimisch wurde. Tochter Sophie folgte mit ihrem Mann der gemeinsamen Tochter Lieselotte 1939 nach Tel Aviv, wo sie sehr isoliert lebte. Sohn John, Geschäftsnachfolger des Vaters, und seine Frau Else wurden, wie ihre Kinder Gerd und Inge, deportiert und in Krasniczyn ermordet. Tochter Clara wurde in Auschwitz ermordet.[1]


Mediografie

Gisela Ries: Und bin ich auch Israelit ... Geschichte der jüdischen Familie Fassbender, 2. Auflage 2013, 50 Seiten

Fußnoten

  1. Quelle: Hildegard Ginzler: Buchvorstellung: Gisela Ries dokumentiert das Leben der Familie Fassbender, general-anzeiger-bonn.de vom 20. September 2013