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Teichgasse (Dernau)

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Teichgasse und St. Mathis
Blick durch die Teichgasse in Richtung Dorfmitte
Dernau 1810 nach Tranchot
Weg von der alten Brücke nach Dernau

Der Name der Teichgasse in Dernau weist möglicherweise auf eine Situation hin, die seit mehr als 500 Jahren nicht mehr besteht. Noch heute wird in Dernau von einem Teich (im Sinne eines von Menschenhand angelegten Mühlbachs) erzählt, der einst durch das Dorf geflossen sein soll. Aber auch Flurnamen weisen noch heute auf einen solchen "Teich" hin. Dennoch kann heute niemand mehr mit Gewissheit sagen, wann dieser Teich bestand, wo er aus der Ahr abzweigte und oder wo es wieder in die Ahr zurückfloss.


Sonstiges

Alte Aufzeichnungen, alte Flurkarten und Ergebnissen von Grabungen ergeben eine Reihe von Hinweise auf den ehemaligen Mühlenbach:

  1. Die alten Wasserrechte besagten, dass nie aus der Ahr mit einem Teich Wasser entnommen werden durfte, wenn nicht das Wasser eines höhergelegenen Abzweigs vorher wieder eingeleitet worden war.
  2. Im Zusammenhang mit dem Verbot, in Dernau Burghäuser auszubauen, wird den Rittern von Dernau im 13. Jahrhundert (1287 und 1361) untersagt, eine Burg oder eine Befestigung anzulegen und Dreh- oder Hängebrücken zu bauen. In dieser Ortslage "An der Burg" und "Im Graben" werden noch in den Tranchot-Karten um 1810 die Baureste als "Alte Schlösser" bezeichnet. Reste waren noch bis in die 60 Jahre des 20. Jahrhunderts deutlich zu sehen. Deutet das Verbot, Hängebrücken zu errichten, auf einen Wassergraben hin? Das wäre gut möglich.
  3. Auf alten Karten ist zu sehen und bei genauerem Hinsehen vor Ort heute teilweise noch zu erkennen, dass die alte Straße von Dernau zur Steinbergsbrücke ("Bröcke Möll") direkt von der Brücke Richtung Dorf/Teichgasse/Lage an der Burg ging. Dies änderte sich erst, als die Ahrtalbahn-Trasse gebaut wurde. Entlang dieser Linie wird von Grabungsfunden berichtet (Haus Paetz und Haus Heinz Ley), die offensichtlich auf Reste eines Teichbettes hindeuteten.
  4. Beim Bau der Kanalisation in der Hauptstrasse/Teichgasse war das alte Teichbett eindeutig (auf Höhe Schuhgeschäft Paul Kreuzberg und an anderen Stellen) zu erkennen. Die organischen Ablagerungen im alten Teichbett hoben sich bei den Aushubarbeiten deutlich von dem benachbarten Boden (Deckschichten aus Auelehm) ab. Übrigens liegen in diesem Bereich, unterhalb dieser ca. zwei Meter dicken Deckschicht aus Auelehm, etwa acht Meter Ahr-Schotter bis in etwa zehn Meter unter Gelände der gewachsene Fels (Grauwacke) ansteht. Ein Zeichen dafür, dass die Ahr im Laufe der Jahrtausende immer wieder ihr Bett verlassen hat und durch die Aue zwischen Rech und Dernau mäanderte.
  5. Noch bis ins 20. gehörten, wie auf dem Urkataster zu erkennen ist, sehr große Flächen in den Ortslagen "An der Burg" und "Im Graben" den Herren von Arenberg, die diese wohl erblich über die "von der Marks/de la Mark" und deren Vorfahren übernommen hatten.

Damit ist gesichert, dass es einen dritten Teich (neben dem zur Mühle an der Brücke und dem zur Marienthaler Mühle) gab. Möglicherweise wurde das Wasser hierzu unterhalb der alten Brücke entnommen, er verlief dann entlang der alten Strasse Richtung Burghof und durch die Teichgasse (heute zum Teil Hauptstrasse).

Aber gab es auch noch eine weitere Mühle, zu der Wasser geführt wurde? Dies scheint der Fall zu sein: Die alten Lagebezeichnungen deuten darauf hin. Am östlichen Ende der Teichgasse liegen alte Ortslagen, wie "Möllepädche", "Möllebungert" und "Mölleberg". Alle liegen in der Nähe des ehemaligen Überschwemmungsgebietes der Ahr Richtung Ortslage "In der Maar". Dort dürfte eine weitere Mühle gestanden haben und der Teich aus der Teichgasse sein Wasser wieder in die Ahr eingeleitet haben, bevor es wenige hundert Meter unterhalb wieder für die Mühle des Augustinerinnen-Klosters Marienthal entnommen wurde. Das Flussbett der Ahr verlief noch bis zum Bau der Ahrtalbahn-Trasse im Bereich Maar/Mölleberg/Am Grünen Wall und der alten Ortslage "Brongs" etwas anders als heute. In alten Katasterkarten ist es noch zu erkennen (siehe beiliegenen Ausschnitt). An der Stelle, an der das natürliche Ahrbett hier beim Bau der Eisenbahn am stärksten eindeicht wurde, sollte sich das Wasser bei der Ahr-Hochwasserkatastrophe am 13. Juni 1910 einen Durchbruch verschaffen, den Bahndamm wegspülen und die tiefergelegenen Ortsteile von Dernau überschwemmen.

historische Landkarten

Weblink

http://www.ahr-eifel-rhein.de