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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Augustinerinnen-Kloster Marienthal

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Das Augustinerinnen-Kloster „St. Marien“ und „St. Johann Evangelist“ in Marienthal wurde im Jahr 1137 als Filiale des Ordens aus Klosterrath im Limburgischen gegründet - als erstes Ordenshaus im Ahrtal. Französische Truppen plünderten und zerstörten das Kloster im Jahr 1646. Im Jahr 1699 wurde mit dem Neuaufbau begonnen. Dabei ist der Klostergarten erweitert worden. Im Jahr 1802 wurde das Kloster im Rahmen der Säkularisation unter Napoleon aufgehoben. Die Ruinen des ehemaligen Klosters sind heute als Veranstaltungsort beliebt. Seit 2007 wird dort alle zwei Jahre das Frühburgunder-Forum veranstaltet. Außerdem sind sie Austragungsort des Festivals "Musik & Wein im Ahrtal" und des Ahrwein-Events Absolut Wein.


Kloster Marienthal M.jpg
Die Ruine der ehemaligen Klosterkirche - dahinter das Weingut Kloster Marienthal.
Die Ruine um 1928
Die Klosterruine ist ein beliebter Veranstaltungsort

Standort

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Chronik

Mit Erlaubnis des Bischofs von Lüttich und des Erzbischofs von Köln kamen im Jahr 1137 37 Augustinerinnen in das neu erbaute Kloster. 1141 weihte Erzbischof Konrad von Köln die Klosterkirche. Das Kloster stand unter der Aufsicht des Männerklosters Klosterrade. Der Äbtissin, die damals "Meisterin" genannt wurde, stand eine Priorin als Stellvertreterin zur Seite. Die Herren von der Saffenburg, die Grafen von Are, die Herren der Burg Landskron und etliche Adelsfamilien beschenkten das Kloster derart reich, dass es bei seiner Aufhebung durch den französischen Staat äußerst vermögend war. Nachdem die Nonnen im Jahr 1792 aus dem Ahrtal geflohen waren, wurden die Einrichtungsgegenstände weggeschafft. Im Jahr 1802 ist das Kloster offiziell aufgehoben worden.

Im Jahr 1811 ließen die Franzosen die Besitzung versteigern. Die Klostergebäude wurden auf Abbruch verkauft und teilweise niedergerissen. Von der barocken Klosterkirche ist deshalb heute nur noch eine Ruine erhalten. Die Einrichtung ging an Kirchen in der Umgebung. So steht der Altar heute in der Katholischen Pfarrkirche "St. Nikolaus" Aremberg. Auch die Pfarrgemeinden St. Nikolaus und Rochus in Mayschoß, die Pfarrgemeinde St. Luzia in Rech sowie die Pfarrgemeinde St. Johannes Apostel in Dernau übernahmen Teile des Klosterinventars. Große Teile der Klosterbibliothek befinden sich noch heute im Besitz der Katholische Pfarrgemeinden "St. Johannes Apostel" Dernau – darunter die „Concordantiae“ von 1530, eine 1543 in Köln entstandene Fassung des Neuen Testaments, das 1547 in Paris gedruckte Werk „Unio Dissidentum Locorum Scripture Basilie“ und ein 1569 in Köln gedruckter „Commentarius Brevis“.[1]

Im 1762 - diese Jahreszahl steht neben dem Engelskopf auf dem nördlichen Türsturz aus Mayener Basaltlava - wurde auf dem unteren Teil des Geländes im Hubachtal das Äbtissinnenhaus als schlossähnlicher Pavillon im Rokokostil erbaut. Es ist das einzige Gebäude, das die französische Revolution überstand.

Im 19. Jahrhundert wechselte die Klosterruine mehrfach ihren Besitzer. Ein Dr. Merren aus Bonn ließ im Jahr 1910 mitten im Terrassengarten ein stattliches Herrenhaus bauen, das heute „Villa“ oder „Schlösschen“ bezeichnet wird. Als die Ahrtalbahn später zweigleisig umgebaut wurde, kaufte der Eisenbahn-Fiskus das Haus, um es als Verwaltungsgebäude zu nutzen. Ab 1925 beherbergte das ehemalige Kloster eine staatliche Weinbaudomäne, die das Land Rheinland-Pfalz 2004 samt den dazugehörigen Weinbauflächen an die Weingut Kloster Marienthal KG, die Betreiberin des Weinguts Kloster Marienthal, veräußerte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dort zudem für einige Zeit die Bundesschule des Technischen Hilfswerkes (THW) untergebracht. Das Herrenhaus, die Villa Merrens, beherbergte in vergangenen Jahrzehnten außerdem die Verwaltung des ehemaligen Regierungsbunkers, also des Ausweichsitzes der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland, bevor die Villa Verwaltungsgebäude und Baubüro für den Abbau des Ausweichsitzes der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland wurde. Die Ruine des ehemaligen Kirchengebäudes dient heute auch als Konzert- und Veranstaltungsraum.

Im Jahr 2010 kaufte die Familie Friedhelm Wetter aus Wachtberg-Ließem Villa, Äbtissinnenhaus sowie das dazugehörige 7500 Quadratmeter große, mit einer Mauer umfasste Gelände von der Bundesvermögensverwaltung. Das Verwaltungsgebäude hatte zuletzt die Bunker-Verwaltung beherbergt; nach dem Rückbau des Regierungsbunkers aber benötigte der Bund die Liegenschaft nicht mehr. In der Villa entstanden fünf Wohnungen; in eine davon zog Wetters Sohn Axel ein. Das weiter unten am Hang stehende Äbtissinnenhaus aber stand leer. Dabei war dieses außergewöhnliche Gebäude der einzige komplett erhaltene Teil der einstigen barocken Klosteranlage Marienthal. Unter Mitwirkung der Denkmalschutzbehörden des Denkmalschutzes ließ Wetter das Dach des Äbtissinnenhauses im Jahr 2015 vollständig entfernen und das Gebäudeinnere entkernen. Anschließend wurde beides originalgetreu wieder aufgebaut.

Wie es später im Innern aussehen wird, steht noch nicht ganz fest. Das gut drei Meter hohe Erdgeschoss wird wieder in drei Räume gegliedert, und es soll eine Fußbodenheizung erhalten. Für das Obergeschoss ist ein Kamin vorgesehen, über den dort auch Heizkörper betrieben werden könnten. Im Dachgeschoss plant Wetter Schlafzimmer. Auf jeder Etage sollen schließlich etwa 40 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung stehen. Erhalten bleibt die alte Eichentreppe, die bis unters Dach führt. "Als gelernter Restaurator für antike Möbel ist der Eigentümer auf Holzarbeiten spezialisiert", berichtete die Rhein-Zeitung, "so hat er zum Beispiel ganz vorsichtig die Dachgauben ausgebaut und wieder in einen ordentlichen Zustand versetzt." Ob das Naturstein-Mauerwerk im Innern unverputzt bleibt oder verputzt wird, hatte Wetter noch nicht entschieden. "Wunderschön, aber kaum nutzbar" sei der niedrige Gewölbekeller aus Naturstein. "Wenn auch Abt und Äbtissin als künftige Bewohner ausscheiden, denken die neuen Besitzer, dass sich, wenn alles fertig ist, Liebhaber besonderer Architektur in dem dann auf Hochglanz polierten Mini-Schlösschen niederlassen könnten", hieß es im General-Anzeiger.[2]

weitere Bilder

siehe auch

Mediografie

Weblink

klosterlexikon-rlp.de: Kloster Marienthal (Dernau)

Fußnoten

  1. Quelle: Jochen Tarrach: Erbe des Klosters Marienthal ist in Dernau – Bibliothek des ehemaligen Klosters wird in der Pfarrgemeinde St. Johannes Apostel aufbewahrt, in: Rhein-Zeitung vom 11. Februar 2016
  2. Quellen: Jochen Tarrach: Neues Leben für das Äbtissinnenhaus - Das zum Kloster Marienthal gehörende historische Gebäude wird mustergültig renoviert, in: Rhein-Zeitung vom 8. Oktober 2015, und Christine Schulze: "Äbtissinnenhaus" in Marienthal - Das Schlösschen erhält einen Dachstuhl nach altem Vorbild, general-anzeiger-bonn.de vom 5. November 2015