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Wilhelmstraße 20 (Bad Neuenahr-Ahrweiler)

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Das Gebäude an der Wilhelmstraße 20 in Ahrweiler wurde im Jahr 1939 für die Deutsche Reichspost gebaut – als typischer Bau seiner Zeit mit viel Granit und einem Portal, das von einem Reichsadler gekrönt wird. Ein Hakenkreuz ist nach dem Krieg entfernt worden.[1] In diesem alten Gebäudeteil und in dem modernen Anbau auf seiner Westseite befinden sich heute die am 7. Mai 2009 feierlich eröffnete Ahr-Akademie und die Kreishandwerkerschaft Ahrweiler sowie das im Herbst 2009 von Alexander A. Kohnen eröffnete International Wine Institute und das SWR-Regionalbüro Bad Neuenahr-Ahrweiler.


Standort

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Sonstiges

Für die Reichspost, die in früherer Zeit schon im Haus Wilhelmstraße 9 (ehemaliges Café Bell) und auf dem Marktplatz 12 (Prümer Hof) untergebracht war, wurde im Jahr 1939 ein eigenes Gebäude an der Wilhelmstraße gebaut. Dieses Haus stellt sich, was an den Granitrahmungen der Fenster und am Reichsadler über dem Eingangsportal erkennbar ist, als typisches Funktionsgebäude seiner Zeit dar. An diesem Reichsadler, in der Form, die er im sogenannten „Dritten Reich“ hatte, mit einem Eichenkranz und Hakenkreuz, wurde sofort nach Ende von Krieg und Nazizeit das Hakenkreuz ausgemeißelt. Karl Heinen schreibt:

Vor einigen Jahren wurde auch die Aufschrift „Postamt“ entfernt, was meines Erachtens nun wirklich nicht nötig war – zum einen weil die Aufschrift relativ klein gestaltet war zum anderen auch aus denkmalpflegerischen Gründen. Hoffentlich verliert unser Wappenvogel nicht noch seine Federn ...

Bei diesem siebenachsigen Gebäude wird die Mittelachse durch Portal, Freitreppe und Adler betont. Der sonst so kühle Eindruck des Baustils jener Zeit kommt hier nicht so sehr zum Tragen, weil das Ganze durch Schlagläden, flachbogige Fenster im Obergeschoss und durch kleine Dachfenster abgemildert wird. Bei der letzten Renovierung wurden die neuen Dachfenster bewusst sehr unauffällig gestaltet, um das Ensemble nicht zu stören.

Bei offiziellen Gebäuden dieser Zeit, die keine besondere Größe aufweisen, wandte man den damals beliebten Heimatschutzstil an. So ist das Haus auch mit einem schönen Dach in Echtschiefer versehen. Dieser Stil, den man auch an Häusern der Burgunderstraße und an der ehemaligen Christoph-Strauck-Jugendherberge wiederfinden kann, versuchte, tradierte Bauformen einer bestimmten Gegend aufzunehmen. Dazu Karl Heinen:

Das Haus, das in der Blickachse der Wilhelmstraße steht und somit einen schönen, von Bäumen gerahmten Blickfang bildet, passt sich in seiner ruhigen Weise und der Vorgartenbegrünung wohltuend in die Wilhelmstraße ein. Der heutige moderne Anbau in Richtung Niedertor bildet in seiner modernen und kühlen Form allerdings einen starken Kontrast zum Altbau. Bemerkenswert bei Bauten der heutigen Zeit ist, dass man bevorzugt große bodenständige Fenster einbaut, um die Räume mit Licht zu durchfluten. Dabei vergisst man gern, dass die Sonne oftmals so stark herein scheint, dass man im Sommer die Läden geschlossen hält und so den Tag mit künstlichem Licht und laufender Klimaanlage verbringen muss.

Weblink

Wikipedia: Heimatschutzarchitektur

Fußnoten

  1. Quelle: Gabi Geller: Rundgänge der Bürgerinitiative immer beliebter – 80 Interessierte in der Wilhelmstraße, in: Rhein-Zeitung vom 22. April 2016