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Ahrtal-Werke GmbH

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Die am 26. Juli 2010 gegründete Ahrtal-Werke GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und der 100-prozentig kommunalen Stadtwerke Schwäbisch Hall. 51 Prozent der GmbH hält die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, 49 Prozent Schwäbisch Hall. Am Stammkapital von 500.000 Euro ist Bad Neuenahr-Ahrweiler entsprechend mit 255.000 Euro beteiligt (Schwäbisch Hall: 245 000 Euro). Beabsichtigt war bei der Gründung auch der Aufbau eines Querverbundunternehmens, das auch die Sparten Gas, Wasser und Bäderbetrieb umfasst. Die Stadtväter von Bad Neuenahr-Ahrweiler versprachen sich von der Gründung Arbeitsplätze vor Ort, Gewinne für den Stadtsäckel, eine Stärkung der kommunalen Daseinsvorsorge, Unabhängigkeit von der Preisdiktatur der großen Energiekonzerne und der Einstieg in eine dezentrale, umweltschonende Energieversorgung.


Die Gründerinnen und Gründer der Ahrtal-Werke.
Messestand der Ahrtal-Werke bei der Ahrtalschau 2010.
Der Aufsichtsrat der Ahrtal-Werke.

Inhaltsverzeichnis

Anschrift

Rathaus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Hauptstraße 116

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

Kontakt

Kunden

Bis zum Februar 2011 haben die Ahrtal-Werke rund 1100 Strom- und Gaskunden gewonnen. Bei rund 14.000 Haushalten in Bad Neuenahr-Ahrweiler streben die Stadtwerke langfristig einen Marktanteil von 40 Prozent an.[1]

Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehören elf Mitglieder an – fünf aus Schwäbisch Hall, sechs aus der Kreisstadt. Letztere werden vom Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler bestimmt. Die Mehrheitsgesellschafterin Bad Neuenahr-Ahrweiler ist im Gremium durch ihren Bürgermeister Guido Orthen ( Vorsitzender des Aufsichtsrats), Elisabeth Graff (SPD), Christoph Kniel sowie Herbert Koll (beide CDU), Wolfgang Schlagwein (Bündnis 90/Die Grünen) und Hermann Josef Tumbrink (FWG) vertreten. Neben dem Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Hall, Hermann-Josef Pelgrim (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender), vertreten Hartmut Baumann (Freie Wähler), Andrea Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen), Hans Reber (CDU) sowie Dieter Vogt (SPD) die Gesellschafterin Stadtwerke Schwäbisch Hall im Aufsichtsrat der Ahrtal-Werke.

Geschäftsführung

Johannes van Bergen und Susanne Strauch (kommissarisch seit der Gründung am 26. Juli 2010)

Mitarbeiter

Vertrieb: Heinz Noske

Mittelfristig würden etwa zehn Mitarbeiter benötigt - zunächst zwei im Vertrieb, sechs für den Stromnetzbetrieb und zwei für technische Dienstleistungen. Je nachdem, wie sich das Unternehmen entwickelt, werde die Mitarbeiterzahl steigen.[2]

Name

Der Name solle es benachbarten Kommune erleichtern, später in das Unternehmen einzusteigen, sagte Bürgermeister Dr. Hans-Ulrich Tappe bei einer Pressekonferenz am Tag der Gründung.

Vorgeschichte, Gründung und Entwicklung

Seit 2007 hatte sich der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler mit der Gründung eigener Stadtwerke beschäftigt. Anlass, über die Neuorganisation des Netzbetriebes nachzudenken, war der nach 20 Jahren auslaufende Konzessionsvertrag mit der RWE Rhein-Ruhr AG. Mit der Leistung der RWE seien die Stadtväter von Bad Neuenahr-Ahrweiler nicht unzufrieden gewesen, versicherte Bürgermeister Tappe. Ziel der Gründung eigener Werke sei es gewesen, "die Grunddaseinsfunktion der Kommune zu stärken." Mit den Stadtwerken Schwäbisch Hall habe man einen „Partner auf Augenhöhe“ gefunden, sagte Tappe. Der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler hatte sich am 28. Juni 2010 mit großer Mehrheit für Schwäbisch Hall als Partner entschieden.[3]

Wichtig sei gewesen, mit einem erfahrenen Partner ein beherrschbares Gründungsrisiko einzugehen, sagte Christoph Kniel von der CDU-Fraktion. Die Gründung eigener Stadtwerke eröffne die Chance, dass Gewinne der Allgemeinheit zugute kommen, argumentierte Elisabeth Graff (SPD). Wolfgang Schlagwein (Bündnis 90/Die Grünen) sprach von einer "historischen Entscheidung." Die Stadtwerke-Gründung sei ein wichtiger Schritt in Richtung auf eine dezentrale Energiewirtschaft.

In den nächsten die Wochen würden in der Region Stromverträge angeboten, "zu denen die meisten nicht Nein sagen können", versprach Johannes van Bergen, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall. Neben Strom werde vom ersten Tag an auch Gas angeboten werden. Im zweiten Schritt würden die Ahrtalwerke vom RWE das Stromnetz kaufen.

Im Dezember 2010 beschloss der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler, das Eigenkapital der Ahrtalwerke um 816.000 Euro aus kommunalen Mitteln zu erhöhen, um in den Aufbau eines Fernwärmenetzes mit Bau eines Blockheizkraftwerks einsteigen zu können.[4]

Für das Jahr 2011 planen die Ahrtal-Werke den Einstieg in die Energieerzeugung, berichtete die Rhein-Zeitung am 5. Februar 2011. Bislang habe sich das Unternehmen ausschließlich mit der Vermarktung von Strom und Gas befasst. Beabsichtigt sei der Bau eines Blockheizkraftwerks (BHKW) im Stadtteil Bad Neuenahr. „Nach derzeitiger Planung soll in den Sommermonaten gebaut werden. Im Spätherbst kann es dann in Betrieb gehen“, sagte die Geschäftsführerin der Ahrtal-Werke, Susanne Strauch, der RZ. Das BHKW solle mit Gas oder Biomasse betrieben werden und 30 Prozent des Strombedarfs von Bad Neuenahr-Ahrweiler decken können. Die bei der Stromerzeugung gewonnene Wärme solle in ein Fernwärmesystem eingespeist werden. Potenzielle Abnehmer seien die Kliniken südlich der Ahr und die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr. Bei dem Projekt gehe es um Investitionen in einer Größenordnung zwischen fünf und zehn Millionen Euro.

Die Aktiengesellschaft verfüge an der Beethovenstraße in Bad Neuenahr über ein eigenes Dampfkesselwerk und ein Dampfleitungsnetz von zwei Kilometern Länge, die – durch begehbare Tunnel geführt – sämtliche Gebäude des Kurbetriebs beliefern: die Ahr-Thermen ebenso wie das Kurhotel Bad Neuenahr, Kurhaus Bad Neuenahr mit Konzerthalle, Spielbank Bad Neuenahr und die Villa Sibilla Bad Neuenahr. Darüber hinaus verkaufe die Kur AG Dampf an benachbarte Kliniken. Aber die Technik sei veraltet und müsse saniert werden. Möglicherweise könne die Kur AG künftig sogar auf eine eigene Wärmeerzeugung verzichten und auf das künftige BHKW der Ahrtal-Werke zurückgreifen.

Seit Frühjahr 2012 beliefern die Ahrtal-Werke die Volksbank RheinAhrEifel eG mit Strom und Gas für alle Bankfilialen im Kreis Ahrweiler.[5]

Mediografie

siehe auch

Blockheizkraftwerk Bad Neuenahr

Weblink

http://www.ahrtal-werke.de

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 5. Februar 2011
  2. Quelle: Rhein-Zeitung vom 5. August 2010
  3. Quelle: Kreisstadt gründet eigene Stadtwerke, rhein-zeitung.de vom 27. Juli 2010
  4. Quelle: Rhein-Zeitung vom 17. Dezember 2010
  5. Quelle: Rhein-Zeitung vom 10. März 2012
 
 
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