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Friedenskapelle "Schwarze Madonna" Remagen

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An der Goethestraße von Remagen nach Kripp (Einmündung Joseph-Rovan-Allee (Remagen), gegenüber dem RheinAhrCampus Remagen) steht die Friedenskapelle "Schwarze Madonna" Remagen. Zusammen mit dem Ehrenfriedhof Bad Bodendorf, dem Friedensmuseum Brücke von Remagen und dem Mahnmal zur Erinnerung an die Gefangenenlager in der Goldenen Meile bildet sie einen Denkmalverbund zur Erinnerung an die Kriegs- und Nachkriegsereignisse des Frühjahrs 1945 in der Goldenen Meile. Die Kapelle soll insbesondere an das Kriegsgefangenenlager "Goldene Meile" ("Rheinwiesenlager") erinnern. Nach oben hin schließt die Kapelle mit einem Dornenkranz ab; er erinnert an den Stacheldraht, um dem das Lager umzäunt war. Die Kapelle ist wie ein Zeltdach gebaut, durch das Wind und Regen hindurchfegen können - wie durch die notdürfig errichteten Zelte der darbenden Kriegsgefangenen im Frühjahr 1945. Eine Kopie der von dem Lagerinsassen Adolf Wamper aus Lehm geschaffenen Schwarzen Madonna mit dem Kind steht in einer vergitterten Stele. Die Madonna habe sich zwischenzeitlich zu einem „Wahrzeichen, Mahnmal und Zeichen der Hoffnung entwickelt“, sagte Dechant Dr. Johannes Georg Meyer bei einer Feier am 20. Oktober 2012 anlässlich des 25. Jahrestags der Einweihung der Kapelle. Die Remagener Friedenskapelle sei „bis heute die einzige Kapelle in Deutschland, die an ein Kriegsgefangenenlager erinnert“, sagte der inzwischen 83-jährige ehemalige Remagener Bürgermeister Hans Peter Kürten bei dieser Veranstaltung.


Die Friedenskapelle, von der Südallee aus gesehen.
In einer Nische der Kapelle steht eine Nachbildung der Schwarzen Madonna mit ihrem Kind.
Vor einem "Trauermarsch" zur Friedenskapelle, zu dem rechtsextreme Gruppen aufgerufen hatten, war die Kapelle vom Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie verhüllt worden.
Friedenskapelle 102.jpg
Blick unters Kapellendach
Bodenplatte in der Kapelle.
Inschrift am Holzkreuz neben der Kapelle.

Inhaltsverzeichnis

Standort

Bau, Einweihung und Finanzierung

Initiator der Friedenskapelle war der damalige Bürgermeister von Remagen, Hans Peter Kürten. Angeregt durch ehemalige Lagerinsassen startete er zur Weihnachtszeit 1984 einen Spendenaufruf. Ziel war es, Gelder für den Bau einer Kapelle zusammenzutragen. In nur sechs Monaten wurde dieses Ziel erreicht. Uwe Barschel, der damalige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, schickte 10.000 Mark.

Der Grundstein zum Bau der Erinnerungskapelle wurde am 22. Juni 1985 gelegt. Das zeltartige Bauwerk mit Kupferdach wurde am 9. Oktober 1987 feierlich eingeweiht. Mehr als 1200 Menschen, unter ihnen viele ehemalige Gefangene des Lagers Remagen aus dem In- und Ausland mit ihren Angehörigen, nahmen an der Feier teil. Das Leitmotiv der Einweihungsfeier hieß "Vergangene Fehler dürfen nicht wiederholt werden. Vergeltung ist keine Liebe und Hass kein Boden, auf dem der Friede gedeihen kann". Kurze Zeit nach Fertigstellung der Kapelle wurde dort die Kopie der Schwarzen Madonna aufgestellt. Seit diesem ersten Treffen im Jahr 1987 werden alle zwei Jahre die ehemaligen Lagerinsassen sowie deren Angehörige und Hinterbliebenen zu einer Gedenkfeier eingeladen.

Sonstiges

Auf einer Erinnerungsplatte, die in den Boden der Friedenskapelle eingelassen ist, sind folgene mahnende Sätze zu lesen:

"Hier befand sich von April bis Spätsommer 1945 ein riesiges Kriegsgefangenenlager der Amerikaner, das am 11. Juli 1945 die Franzosen übernahmen. Die Höchstbelegung wird mit 185 000 angegeben, während man den Gesamtdurchgang auf 1,5 Millionen Menschen schätzt. Mehr als 1200 deutsche Soldaten starben an Unterernährung und der grassierenden Ruhr. Diese Gedenkstätte soll an das Schreckenslager erinnern und zum Frieden in der Welt aufrufen".

Rund 60 ehemalige Insassen des Kriegsgefangenenlagers – viele in Begleitung ihrer Ehefrauen, Kinder und Enkelkinder – waren am Samstag, 20. Oktober 2012, aus dem gesamten Bundesgebiet angereist, um auf Einladung des Vereins Friedensmuseum "Brücke von Remagen" e.V. und der Stadt Remagen den 25. Jahrestag der Einweihung der Kapelle zu feiern. Der General-Anzeiger berichtete am 22. Oktober 2012 über die Veranstaltung in der Rheinhalle:

Das Titelblatt der Einladung zu der „Erinnerungsveranstaltung“ zeigt ein Foto von Hans Peter Kürten, der die „Schwarze Madonna“ im Arm hält. Es ist jenes Bild, das vor 28 Jahren die „Deutsche Presse Agentur“ 1984 veröffentlicht hatte, verbunden mit dem Aufruf an ehemalige Lagerinsassen, sich bei ihm zu melden.

Die Resonanz sei überwältigend gewesen, berichtete der inzwischen 83-Jährige. Etwa 1600 ehemalige Kriegsgefangene kamen im Jahr darauf nach Remagen, um auf dem ehemaligen Lagergelände „gemeinsam zu beten und zu danken“, wie Kürten sagte. Die „Schwarze Madonna“ war damals mit dabei. „Die Skulptur hätte ich gerne dort gelassen", erinnerte sich Kürten, "allerdings wäre es eine Frage der Zeit gewesen, bis sie gestohlen worden wäre. Das brachte ihn auf die Idee, eine Kapelle zu bauen. Dafür habe allerdings das Geld gefehlt. Aber innerhalb eines halben Jahres seien Spenden in einer Gesamthöhe von 320.000 Mark bei ihm eingegangen. So konnte am 22. Juni 1985 der Grundstein zum Bau der Kapelle gelegt werden. In Anwesenheit von 1200 Menschen wurde die Kapelle am 9. Oktober 1987 mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.[1]

weitere Bilder

siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Christoph Lüttgen: Die Kapelle als Symbol der Hoffnung: Erinnerungsveranstaltung zum 25. Jahrestag der Errichtung der „Schwarzen Madonna“ in Remagen, in: General-Anzeiger vom 22. Oktober 2012