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Bundesstraße 266

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Die Trasse der durch das Ahrtal führenden Bundesstraße 266 wurde erst nach 1830 gebaut. Damit erhielt das Ahrtal erstmals eine durchgehende Straßenverbindung entlang der Ahr ins obere Ahrtal und weiter nach Adenau.


Chronik

Vor dem Bau der Straße führte eine Straße lediglich bis Ahrweiler durch das Tal, wie Reinhold Nischalke schreibt, ...

"... dann über die Höhe am Altenwegshof ("Alter Weg") vorbei nach Dernau, weil im Bereich der Bunten Kuh das Engtal der Ahr keinen Durchlaß gewährte. Zwischen Dernau und Rech war ein Talweg möglich. Nach Überquerung der Ahr gelangte man von Rech nach Mayschoß über die Höhe an der Saffenburg vorbei. Altenahr erreichte man über die Höhe von Dernau aus oder über einen Fußpfad von Reimerzhoven am weißen Kreuz entfang."[1]

Dem Ausbau der Bundesstraße 266 liegt wohl ein Jahrzehnte alter übergeordneter Plan zum Bau einer Bundesstraße B 266 neu zwischen der A 3 im Westerwald und der A 61 in Bad Neuenahr-Ahrweiler samt dem Bau einer Rheinbrücke zwischen Remagen und Sinzig zugrunde. So wurde etwa bereits in den 1930er Jahren, noch vor dem Zweiten Weltkrieg, der Bau einer Ortsumgehung für Lohrsdorf angedacht. In den 50er Jahren ist die Planung wieder aufgenommen und Anfang der 60er eine erste Trassenführung geplant worden. Hintergrund der Aktivitäten zu Beginn des Kalten Krieges war möglicherweise der ehemalige Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland in Marienthal. Die neue Bundesstraße spielte in Kriegsszenarien wohl für den Fall eine Rolle, dass die ab 1973 gebaute Ahrtalbrücke zerstört worden wäre. Zweiter Grund für den Bau war wohl die Idee, großräumig einen dritten Ring um Köln zu schaffen.

Weil die Ausbaupläne von Anfang an auf Protest stießen, wurde der Ausbau ab den 70er Jahren dort vorangetrieben, wo der geringste Widerstand zu erwarten war. Im Jahr 1987 etwa wurde ein Teilstück von etwa 2,5 Kilometern Länge und 33 Metern Breite zwischen Ehlingen und Bad Neuenahr in Betrieb genommen. Für 2015 ist die Eröffnung der Umgehung Bad Neuenahr geplant; Baubeginn für dieses Projekt war März 2009.

Der weitere Ausbau über Bad Bodendorf in Richtung Rheintal und der Brückenschlag zwischen Remagen und Linz sowie die Weiterführung zur Autobahn 3 wurden wohl dadurch erschwert, dass das mittlere Rheintal in den 1990er Jahren von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden ist.

Eine neue, westlich von Kripp an die Bundesstraße anschließende einbahnige, südliche Ortsumgehung von Kripp einschließlich der Rheinquerung mittels Brücke sind im weiteren Bedarf (teilweise mit Planungsrecht) eingestuft.

Akteure

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Wilhelm Josef Sebastian, Vorsitzender des Bundestags-Verkehrsausschusses, hat den Ausbau wesentlich mit vorangetrieben. Ein weiterer energischer Befürworter war der inzwischen verstorbene Bundestagsabgeordnete Karl Deres aus Sinzig. Der in Bad Bodendorf wohnende FDP-Abgeordnete Dr. Dieter Thomae (MdB) stellte Pläne zum Bau eines Tunnels für die Ortsdurchfahrt Bad Bodendorf der B 266 vor. Später trat er sowohl als Befürworter wie als Gegner des Ausbaus auf.

Kritik

Kritiker behaupten, Straßenbau-Lobbyisten hätten eingefädelt, dass das obere Mittelrheintal, also der Bereich zwischen Koblenz und Bonn, aus der Erklärung zum Weltkulturerbe durch die UNESCO herausgestrichen wurde. Außerdem merken sie an, dass die B 266 überdimensioniert ausgebaut werde. Die Verantwortlichen hätten bewusst mit falschen Zahlen operiert, und Messungen von Gegnern des Ausbauprojekts seien von der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler bewusst zurückgehalten und nicht ans Bundesverkehrsministerium weitergeleitet worden.

siehe auch

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Reinhold Nischalke: Zwei alte Steinbrücken über die Ahr in Dernau und Rech, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Ahrweiler 1989