Försterei Kreuzberg

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Die zur Burg Kreuzberg gehörende Försterei Kreuzberg an der Münstereifeler Straße 1, auch „Remise“ genannt, verfügt über einen in den Berg gehauenen Natursteinkeller.


Standort

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Chronik[1]

Die Alte Försterei wurde im 19. Jahrhundert von Karl Freiherr von Boeselager, dem Ur-Ur-Großvater von Philipp Freiherr von Boeselager, aus Bruchsteinen gebaut. 1806 kam die Burg Kreuzberg in den Besitz der von Boeselagers, die sie als Jagdschloss nutzten. In einem Teil des Gebäudes befand sich bis zum Bau der alten Schule Kreuzberg die Kreuzberger Schule.

Im 19. Jahrhundert betrieb die Familie von Boeselager noch Weinbau. Die Weinberge erstreckten sich von der Hohen Ley in Richtung Adenau, das war die „süßeste Lage“, an Staufenberg und Martinsnück und am Burgberg. Karl Freiherr von Boeselager ließ unterhalb der Försterei einen tiefen Weinkeller bauen.

Während des 2. Weltkrieges diente der Weinkeller als Luftschutzkeller und bot Raum für etwa 80 Kreuzberger. Mitunter monatelang lebten sie in dem Keller. Sie schliefen auf Strohsäcken, die auf Brettern lagen, unter denen ungesehen Weinflaschen und Weinfässer lagerten. Wochenlang im Keller zu leben, war notwendig zur Vorsicht: Denn die Berge um Kreuzberg verhinderten, dass der Bombenalarm frühzeitig zu hören war, die Sirenen wurden oft erst viel zu spät vernommen. Im Hof der Nachbarn, der Familie Netterscheid, wurde gegen Ende des Krieges ein Notausgang unter dem Burgfelsen etwa zwei bis drei Meter in das Gestein hineingebohrt (aber nicht fertig gestellt), damit es, falls der eigentliche Ausgang verschüttet würde, einen zweiten Ausgang gäbe. Später nutzte Ladeninhaber Netterscheid den angefangenen Gang als Kühlhaus. In dem Keller starben Menschen, in dem Keller wurden aber auch Menschen geboren: Drei Kreuzberger erblickten im Düsteren das Licht der Welt.

Als die Franzosen nach Kriegsende plündernd auch durch Kreuzberg zogen, entdeckten sie im Keller vor lauter Brettern weder Weinflaschen noch Weinfässer. Glück für den Baron: Philipp Freiherr von Boeselager war einer der wenigen, die nach dem Krieg Wein hatten und mit ihm „maggeln“ konnten.

Nachdem zwei unmittelbar aufeinander folgende Ernten wegen Spätfrösten ausgefallen waren, stellten Rosa und Philipp von Boeselager den Weinbau Ende der 1950er Jahren ein, behielten die Forstwirtschaft jedoch bei. Zur Pflege der Tradition und zum Erhalt des Landschaftsbildes sind heute noch etwa acht Terrassen am Burgberg erhalten. Die Remise wurde zu einem Wohn- und Bürogebäude umgebaut. Ebenfalls Ende der 1950er-Jahre starb der letzte Förster, Sturm mit Namen, dann zogen immer wieder Mieter in das Bruchsteinhaus, die nicht Förster waren. Seit ca. 2002 lebt das Künstlerehepaar Elfriede Cryns und Jacques Overhoff in den alten Mauern.


Weitere Fotos

  1. Quellen: u.a. der ca. 2020 produzierte Audio-Guide Kreuzberg