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Försterei Kreuzberg

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Die alte, zur Burg Kreuzberg gehörenden Försterei Kreuzberg verfügt über einen in den Berg gehauenen Natursteinkeller. Die Alte Försterei wurde im 19. Jahrhundert aus Bruchsteinen von Karl Freiherr von Boeselager, dem Ur-Ur-Großvater von Philipp Freiherr von Boeselager, gebaut. 1806 kam die Burg Kreuzberg in Besitz der von Boeselagers, die sie als Jagdschloss nutzten, zur Burg gehörte die Försterei, zu Burg und Försterei immer gerne Wein. Die Weinberge erstreckten sich von der Hohen Ley via Adenau, das war die „süßeste Lage“, an Staufenberg und Martinsnück und am Burgberg. Karl Freiherr von Boeselager ließ einen tiefen Weinkeller unterhalb der Försterei bauen. Ende der 1950er-Jahre stellten Rosa und Philipp von Boeselager ihre Nebentätigkeit auf den Weinbergen ein, zwei Jahre Frost hintereinander hatten kein Geld mehr übrig gelassen. Und dies hätten die beiden auch dafür gebraucht, um die Umstellung von Hand auf Maschinen zu finanzieren. Zur Pflege der Tradition und zum Erhalt des Landschaftsbildes sind heute noch etwa acht Terrassen am Burgberg erhalten. Ebenfalls Ende der 1950er-Jahre starb der letzte Förster, Sturm mit Namen, dann zogen immer wieder Mieter in das Bruchsteinhaus, die nicht Förster waren. Seit ca. 2002 lebt das Künstlerehepaar Elfriede Cryns und Jacques Overhoff in den alten Mauern.

Während des 2. Weltkrieges diente der Weinkeller als Luftschutzkeller und bot Raum für etwa 80 Kreuzberger. Mitunter monatelang lebten sie in dem Keller und auf Strohsäcken, die auf Brettern lagen, unter denen ungesehen Weinflaschen und Weinfässer lagerten. Wochenlang im Keller zu leben, war notwendig zur Vorsicht: Denn die Berge um Kreuzberg verhinderten, dass der Bombenalarm pünktlich zu hören war, die Sirenen wurden oft erst viel zu spät vernommen. Im Hof der Nachbarn, der Familie Netterscheid, wurde gegen Ende des Krieges ein Notausgang unter dem Burgfelsen etwa zwei bis drei Meter in das Gestein hineingebohrt (aber nicht fertig gestellt), damit es, falls der eigentliche Ausgang verschüttet würde, einen zweiten Ausgang gäbe. Später nutzte Ladeninhaber Netterscheid den angefangenen Gang als Kühlhaus. In dem Keller starben Menschen, in dem Keller wurden Menschen geboren: Drei Kreuzberger erblickten im Düsteren das Licht der Welt. Als die Franzosen nach Kriegsende plündernd auch durch Kreuzberg zogen, entdeckten sie im Keller vor lauter Brettern weder Weinflaschen noch Weinfässer. Glück für den Baron: Philipp Freiherr von Boeselager war einer der wenigen, die nach dem Krieg Wein hatten und mit ihm „maggeln“ konnten.