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Feldkapellchen Bölingen

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Mehr als 150 Jahr stand das Kapellchen (rechts unter dem Baum) zwischen Feldern, Wiesen und Weiden fernab jeder Bebauung. Das hat sich mit der Haribo-Ansiedlung gründlich geändert.
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Das Feldkapellchen Bölingen ist eine in den Feldern zwischen Beller und Bölingen im klassizistischem Stil errichtete Gedenkstätte für Anna Sophia Willems, die im Jahr 1856 an dieser Stelle mit einem Pferdekarren ums Leben kam. Heute befindet sich das einst weit abseits der umliegenden Orte frei auf den Felder stehende Kapellchen wenige Meter südwestlich des Geländes der HARIBO GmbH & Co. KG im Innovationspark Rheinland.


Standort

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Chronik

Ottmar Prothmann schrieb über das Kapellchen:

Wenn man vor der Flurbereinigung den genannten Mühlenweg weiter nördlich ging, stieß man nach etwa tausend Meter auf ein Heiligenhäuschen. Es befindet sich auch heute noch hier und ist schon von weitem durch einen weißblühenden Kastanienbaum leicht zu erkennen. Mit seinen zwei vorgesetzten Säulen, die einen Baldachin tragen, hat es eine auffallende Gestalt. Eine ehemals vorhandene Inschrift ist nicht mehr einwandfrei lesbar. Sie lautete: Pro memoria ANNAE SOPHIAE WILLEMS e gente WACHENDORFF hie defunctae ANNO MDCCCLVI (Zur Erinnerung an Anna Sophia Willems geb. Wachendorff, die hier im Jahre 1856 verstarb). Das Unglück soll, wie Pastor Schug aus Ringen ermittelte, geschehen sein, als die Familie zur Weinlese an die Ahr fahren wollte. An dieser Stelle scheute das Pferd und die Frau stürzte vom Wagen. Eine andere mündliche Überlieferung in Bölingen (Informant Josef Hermann) besagt, daß an dieser Stelle der leicht abschüssige Weg eine scharfe Biegung machte und hier die aufgeladenen Fässer ins Rutschen gerieten, wodurch die Frau vom Wagen stürzte. Tatsächlich ist auf alten Karten diese scharfe Kurve genau zu erkennen.[1]

Vor dem Kapellchen wurde ein Kastanienbaum gepflanzt, um den herum später eine Rundbank montiert wurde, die durch ein Stück Hecke vor Wind geschützt ist. Selbst heute noch sieht man in dem Kapellchen eine Kerze brennen. So hat zum Beispiel Herbert Glath aus Ringen viel Zeit investiert, um das das Kapellchen in einem guten Zustand zu erhalten. Als die Rundbank etwa 2018 von Unbekannten teilweise zerstört worden war, sorgte Bürgermeister Achim Juchem dafür, dass sie vom Bauhof der Gemeinde Grafschaft innerhalb weniger Tage repariert wurde. Das Kapellchen ist auch ein Lieblingsort von Erno Mahler aus Bad Neuenahr, der dort häufig vorbeischaut. Er hat beobachtet, dass Lkw-Fahrer das Kapellchen besuchen, die vor dem rückwärtigen Tor von Haribo auf die Entladung ihrer Fahrzeuge warten müssen.[2]

Im Februar 2019 berichtete der General-Anzeiger, Hans Guido Riegel, geschäftsführender Gesellschafter der HARIBO GmbH & Co. KG Ringen, habe die kleine Feldkapelle am Rande des Firmengeländes von HARIBO gekauft und lasse sie nun von Handwerkern aus der Umgebung überholen und pflegen. Mittlerweile seien keine Nachkommen der Familie mehr auffindbar, hieß es in einer Mitteilung von HARIBO. Die Kapelle solle „der Allgemeinheit zugänglich bleiben und die Möglichkeit bieten, einen Moment zu verweilen und einen Blick über die Grafschaft schweifen zu lassen“, wie der General-Anzeiger berichtete. „Gedenkstätten sind wichtige Orte der Erinnerung, die bewahrt und gepflegt werden müssen“, sagte Riegel, „aber auch die Pflege des ländlichen Raumes und die Erhaltung der Möglichkeit für Spaziergänger, weiterhin die Kapelle besuchen zu können, ist mir persönlich ein großes Anliegen.“ Kurz zuvor erst hatte HARIBO 150.000 Euro zur Renovierung der katholischen Pfarrkirche „St. Dionysius“ Ringen beigesteuert. Dabei handelte es sich um die größte Einzelspende.[3]

Weitere Fotos

Fußnoten

  1. Quelle: Ottmar Prothmann: Kleinere religiöse Denkmäler im Ortsbezirk Ringen, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1983
  2. Quelle: Jochen Tarrach: Was dahinter steckt: Altes Kapellchen trotzt den neuen Haribo-Hallen, rhein-zeitung.de vom 4. Januar 2019
  3. Quelle: Günther Schmitt: Schmuckstück in der Grafschaft – Hans Guido Riegel kauft Feldkapelle, general-anzeiger-bonn.de vom 20. Februar 2019