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HARIBO GmbH & Co. KG Ringen

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Haribo Panorama.jpg
Ringen - Heinz Grates (36).jpg
Luftaufnahme vom 20. April 2016
Baustelle im November 2015
Haribo 2.jpg
Luftaufnahme vom 20. April 2016
Die Baustelle im Juni 2017
Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing besuchte im Januar 2018 auf Einladung von AW-Landrat Dr. Jürgen Pföhler und dem Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem die Firma HARIBO im Innovationspark Rheinland.
Rechts unter dem Baum: das Bölinger Feldkapellchen

Im September 2013 fiel die Entscheidung: Die HARIBO GmbH & Co. KG baut im Erweiterungsbereich des Innovationsparks Rheinland einen weiteren Betriebsstandort für seine Süßwaren. Achim Juchem, Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft, sah in der Ansiedlung „eine der wichtigsten Firmenansiedlungen in der Geschichte der Gemeinde Grafschaft.“[1] In der ersten Ausbaustufe des Standortes Grafschaft sollen bei Haribo rund 700 Menschen beschäftigt werden. Wenn sämtliche Produktionsstraßen laufen, solle es mehr als 2000 Menschen sein.[2]


Standort

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Leitung

Geschäftsführer für Produktion und Technik: Arndt Rüsges[3]

Unternehmenssprecher: Sven Jacobsen

Chronik

Als die Städte, Kreise und Gemeinden rund um Bonn erfuhren, dass Haribo in einem Radius von 30 Fahrminuten rund um Bonn einen neuen Standort suchte, war die Konkurrenz für die Grafschaft zunächst groß. Auch andere Städte warfen ihre Bewerbung um die Ansiedlung in den Ring – den Zuschlag aber erhielt die Grafschaft. Achim Juchem, Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft, erfuhr am Freitag, 20. September 2013, telefonisch davon, dass sich Haribo dazu entschieden habe, von Bonn in den Innovationspark Rheinland auf der Grafschaft umzuziehen und auch den Firmensitz mitsamt seiner Holding dorthin zu verlegen. Victor Francke berichtete im General-Anzeiger:

Zum einen war es die gute Autobahnanbindung, zum anderen dürfte es – was der Konzern jedoch nicht bestätigt – der im Vergleich zu von anderen Städten erhobene günstige Gewerbesteuerhebesatz gewesen sein, der das Pendel in Richtung Grafschaft ausschlagen ließ. Vor allem aber der Umstand, dass die Grafschaft über Areale verfügte, die schnell für Haribo und deren Belange nutzbar waren.[4]

Rund 30 Hektar wurden bereitgestellt, damit Haribo sein 40 Meter hohes und mehr als 200 Meter langes und breites Logistikzentrum, sechs Produktionsstraßen und eine neue Firmenverwaltung bauen konnte. Die Gemeinde musste die hierfür notwendige Infrastruktur schaffen. Fast 22 Millionen Euro mussten für den Bau von Straßen und Regenrückhaltebecken, für Terrassierungsarbeiten und den Abtransport von Erdmassen aufgebracht werden. Anders als von einem Gutachter ermittelt, erwies sich der Baugrund als felsig. Das verursachte bei den Terrassierungsarbeiten Mehrkosten von nahezu acht Millionen Euro. Aber das Land half. Die Stromversorgung für Haribo sowie Haribo-Wasserver- und -entsorgung mussten geschaffen werden. Die Voraussetzungen für die Aufbereitung des Produktionswassers mussten geschafffen werden, ebenso die Erschließung des gesamten Areals. Das waren Mammutaufgaben für die Gemeindeverwaltung Grafschaft.

Haribo plane in der Grafschaft einen Logistik- und Produktionsstandort, berichtete die Rhein-Zeitung im September 2013. Dazu kaufe das Unternehmen Anfang 2014 ein circa 30 Hektar großes Grundstück im Innovationspark Rheinland, direkt am Anschluss der Autobahn 61. Auf dem Grundstück solle zunächst ein Logistikzentrum für die Belieferung der Bundesrepublik, Nordfrankreichs und der Benelux-Staaten gebaut werden. Möglicherweise werde es noch größer als das 2011 in Solingen eröffnete Hochregallager, das über 11.400 Palettenplätze für Gummibären, Lakritzschnecken und Co. verfügt. Um der stetig wachsenden Nachfrage in Europa gerecht zu werden, sei im zweiten Schritt eine Produktionserweiterung vorgesehen.[5]

Am 26. Juni 2014 teilte Haribo mit, auch mit der Firmenverwaltung in die Grafschaft zu kommen. Bis dahin war offiziell lediglich von einem Logistikzentrum und Produktionsstraßen die Rede, die auf einem 27 Hektar großen Grundstück im Innovationspark Rheinland gebaut werden sollen. „Neben einem großen Logistikzentrum mit 100.000 Palettenstellplätzen und technologisch fortschrittlichsten Produktionsstraßen auf 50.000 Quadratmetern entstehen ebenfalls hochmoderne Verwaltungsgebäude mit großzügig dimensionierten Büroräumen“, teilte Haribo der Presse mit. Haribo reagierte damit auf die begrenzten Kapazitäten am Standort Bonn, die nicht nur den Produktionsbereich, sondern mittlerweile auch die Verwaltung beträfen. „Die für zukünftiges Wachstum erforderlichen Personalaufstockungen im Verwaltungs- und Produktionsbereich sind daher unerlässlich“, teilte Haribo weiter mit. Damit wurden mehr als 300 neue Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen. Zugleich wolle das Unternehmen die Raumbedingungen für alle Mitarbeiter deutlich verbessern. „Der Produktionsstandort Bonn und die dazugehörige Betriebsverwaltung sind davon nicht betroffen“, hieß es weiter. "Dass das Bonner Traditionsunternehmen vorhabe, seinen Firmensitz mittelfristig aus Bonn in die Grafschaft zu verlegen, wird immer wieder kolportiert", hieß es am 27. Juni 2014 in der Rhein-Zeitung (RZ), "und dementiert." Haribo hatte in der Vergangenheit aber auch immer wieder betont, für Bonn keine langfristige Standortgarantie geben zu können. Angeblich wolle Haribo, so die RZ weiter, bis zu 500 Millionen Euro am Standort Grafschaft investieren; diese Summe sei bislang aber nicht bestätigt worden. Die Rede sei von einem Haribo-Museum und einer Haribo-Erlebniswelt. Die Eröffnung des Standortes Grafschaft kündigte Haribo für das Jahr 2017 an.[6]

Im Juni 2015 genehmigte die Kreisverwaltung Ahrweiler einen weiteren Bauantrag für die Haribo-Ansiedlung. Die Genehmigung betraf die gesamten Außenanlagen - unter anderem Parkplätze, Lkw-Warteplätze, Stützwände und Böschungen. "Damit kann Haribo kurzfristig weitere Bauaufträge erteilen", hieß es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Kreisverwaltung und der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord. In der Erklärung hieß es weiter:

Nachdem die Firma das erforderliche Sachverständigengutachten für Lärm vor wenigen Tagen vorgelegt hatte, konnte das Kreis-Bauamt die jetzige Genehmigung gemeinsam mit der SGD Nord als zuständiger Fachbehörde für Lärmschutz erteilen. Die Industrieansiedlung des Unternehmens in der Gemeinde Grafschaft ist in mehrere Baugenehmigungsverfahren aufgeteilt. Diese betreffen unter anderem Produktionsanlagen, die Logistikhalle, Mitarbeiterparkplätze und Außenanlagen. Die Mitarbeiterparkplätze waren bereits vor knapp zwei Wochen genehmigt worden. Die Baugenehmigungsverfahren für die Produktionsanlagen mit einem Bauvolumen von rund 300.000 Kubikmetern sowie der Logistikhalle mit Hochregallager von 864.000 Kubikmetern sind in Bearbeitung. Gegenstand der laufenden Prüfung sind in erster Linie Fragen des Brand-, Arbeits- und Immissionsschutzes. Haribo, deren Planer und die beteiligten Behörden stimmen sich regelmäßig ab. Dazu zählen auch Gespräche in „großer Runde" mit den Vertretern von Haribo, deren Architekten und Gutachtern sowie der SGD Nord, dem Kreis-Bauamt und der Gemeinde Grafschaft.[7]

Ursprünglich wollte Haribo bereits 2017 umziehen; wegen eines Wasserschadens habe sich der Umzug aber verzögert, berichtete die Rhein-Zeitung am 3. April 2018. Ende April 2018 zieht die Haribo-Hauptverwaltung nun von ihrem Stammsitz in Bonn-Kessenich in ihre neue Firmenzentrale im Innovationspark Rheinland. 400 Mitarbeiter ziehen mit. Mitte 2018 sollen auf der Grafschaft dann auch die Produktionsstraßen im Probebetrieb anlaufen. Der neue Firmensitz im Kreis Ahrweiler ist zugleich der größte aller Haribo-Standorte in Deutschland. Die Produktion am alten Standort soll jedoch weitergehen. Auf dem 27 Hektar großen Gelände im Innovationspark sind in den zweieinhalb Jahren zuvor neben dem bereits in Betrieb befindlichen Logistikzentrum mit seinem 45 Meter hohen Hochregallager Produktionsstraßen und ein Verwaltungsgebäude entstanden, dazu Parkplätze mit mehreren hundert Stellplätzen. Das Verwaltungsgebäude setzt sich aus einem kleineren und einem größeren Kubus zusammen, die durch einen gläsernen Durchgang verbunden werden. Der kleinere Kubus dient als Empfangsbereich. Mit dem Umzug in die Grafschaft wird dort auch die Gewerbesteuer fällig: Waren im Haushalt der Gemeinde Grafschaft im Jahr 2017, noch ohne Haribo, sechs Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen veranschlagt, so rechnet die Gemeinde ab 2018 mit je zehn Millionen Euro.[8]

Die jährliche Kastanien-Sammlung

Die jährliche Sammelaktion, bei der Kastanien und Eicheln gegen Süßwaren umgetauscht werden, führte Haribo im Oktober 2018 erstmals nicht in Bonn, sondern am neuen Haribo-Standort in der Grafschaft durch. Seit mehr als 80 Jahren gab es die von Hans Riegel senior im Jahr 1936 aus der Taufe gehobene Tauschaktion bereits. Damals begann alles mit einer Sammel- und Tauschaktion für Kinder aus der Haribo-Nachbarschaft in Friesdorf, im Norden von Bad Godesberg gelegen. Dort hatte der Süßwarenkonzern bis zum Wechsel in die Grafschaft seinen Hauptsitz. „Im Laufe der Jahre ist daraus eine Großveranstaltung geworden, die weit über die Grenzen der Region hinaus Bekanntheit erlangt hat“, berichtete der General-Anzeiger (GA) im Oktober 2017. Die Aktion sei „seit Jahrzehnten ein Publikumsmagnet für Jung und Alt“, sagte Haribo-Sprecher Sven Jacobsen. Die Sammlung am neuen Standort wurde von einem bunten Kinderprogramm flankiert: Eine Hüpfburg war aufgebaut worden, außerdem gab's eine Mal- und Bastelecke, ein Glücksrad, ein kleines Karussell und einen großen Haribo-Gummibär, der sich mit den kleinen Sammlern gerne fotografieren ließ. Mit Schubkarren, mobilen Mülltonnen, Boller- und Schiebebügelwagen transportierten die Lieferanten die Kastanien vom Park- zum Abwiegeplatz. Um sieben Uhr in der Früh wurden die dort aufgebauten Waagen freigegeben. „Zur Freude der Kinder wurde von den Haribo-Mitarbeitern nicht nur großzügig aufgerundet, auch durfte sich so mancher kleiner Sammler flott mal mit auf die Waage stellen, um so das Gesamtgewicht etwas positiver zu gestalten“, berichtete GA-Redakteur Victor Francke. Bis zu ein Zentner Kastanien und Eicheln wurden angenommen. „Das nehmen wir aber nicht so genau“, so Sven Jacobsen. Im Verhältnis von 10:1 oder 5:1 wurden die gesammelten Waldfrüchte auf geeichten Waagen gegen vorgepackte Mischware von Haribo eingetauscht. Anders als am alten Standort in Friesdorf stand in der Grafschaft viel Platz zur Verfügung. Für die Anlieferer war es kein Probleme, einen Parkplatz zu finden, und es gab „keine Nachbarn, die sich wegen der früher üblichen langen Warteschlangen und davon ausgehendem Lärm und Beeinträchtigungen beschweren“, so Haribo-Sprecher Jacobsen. In Bonn gab es früher schon mal Wartezeiten von vier Stunden. An die 70 Helfer setzte Haribo für die Aktion ein. Und die Freiwillige Feuerwehr Grafschaft regelte An- und Abfahrt. Außerdem standen Ehrenamtliche des DRK bereit. Haribo nimmt ausschließlich Rosskastanien und Eicheln ohne Kappen und Hüllen an. Wichtig ist auch, dass die Früchte nicht schimmeln. Die bei der Aktion gesammelten Kastanien und Eicheln spendet Haribo an Tier- und Wildparks in Deutschland und Österreich für die Winter-Fütterung. In vorangegangenen Jahren lieferten jeweils rund 10.000 Sammler bei Haribo an – Jahr für Jahr etwa 200 Tonnen Kastanien und 70 Tonnen Eicheln. Im Rekordjahr 2009 brachten 20.000 Sammler insgesamt 260 Tonnen Kastanien und 150 Tonnen Eicheln. Dann aber gingen die Sammelergebnisse wegen der Rosskastanien-Miniermotte zurück. „Deren Larven fressen sich genüsslich durch Ober- und Unterhaut eines Blattes“, hieß es im GA, „befallene Kastanien verlieren bereits vorzeitig ihr Laub und weisen weitaus weniger Kastanien auf.“[9]

Gemeinde Grafschaft will Haribo-Spülwasser energetisch nutzen

„Bei der Suche nach Möglichkeiten, Gas und 'sauberen' Strom aus alternativen Quellen zu gewinnen, macht die Grafschaft auch vor der süßen, heißen Spülbrühe von Haribo nicht halt“, hieß es am 7. Oktober 2016 auf rhein-zeitung.de (RZ). Kurz zuvor hatte der Gemeinderat Grafschaft beim Ingenieurbüro für Siedlungswasserwirtschaft Dr. Keding aus Rheinbach Grundlagenermittlung und Vorplanungen für eine Abwasserbehandlungsanlage im Innovationspark Rheinland in Auftrag gegeben. Der Werksausschuss der Gemeinde hatte nämlich bei ersten Überlegungen im Juni 2016 das rund 70 Grad heiße Spülwasser von Haribo, täglich 2500 bis 3000 Kubikmeter, als Energiequelle ausgemacht. Die Besichtigung der Abwasserbehandlungsanlage der Oettinger Brauerei bestärkte den Ausschuss darin, die Installation einer ähnlichen Anlage in der Grafschaft in Angriff zu nehmen. RZ-Reporter Horst Bach schrieb:

Die Kommunalpolitiker hatten sich in Mönchengladbach darüber schlaugemacht, dass das Unternehmen kurzerhand den Spieß umgedreht hat und die Energie zur Beheizung von Gebäuden und des Betriebshofes selbst produziert – und zwar mithilfe einer neuen Abwasseranlage, die 2013 in Betrieb ging. Über ein ausgeklügeltes Verfahren werden dort die Verunreinigungen des Abwassers nicht nur bis zu 90 Prozent beseitigt, sondern die im Wasser enthaltenen Stoffe in Biogas verwandelt. Wobei das Biogas dann in einem nächsten Schritt als Energieträger eingesetzt wird.[10]

Die Anlage samt Labor, Werkstatt und Sanitärräume könne in einer Halle an der Carl-Bosch-Straße gebaut werden. Das dort erzeugte Gas könnte in einer Leitung zu einem Blockheizkraftwerk transportiert werden, wo es in elektrischen Strom und Wärme umgewandelt wird. Die Energie könne an private Wohnhäuser abgegeben und auch von der Gemeinde selbst genutzt werden, so Bürgermeister Achim Juchem. Der Eigenbetrieb Abwasserwerk könne Abwasserreinigung und Gasproduktion und Weiterleitung übernehmen.

Umzug zum 2. Mai 2018

Am Freitag, 27. April 2018, rückten in Bonn-Kessenich die Umzugshelfer an. Am Brückentag, Montag, 30. April, gab es in der Zentrale nur eine Notbesetzung. Am Mittwoch, 2. Mai, fand jeder am neuen Firmenstandort auf der Grafschaft seinen Arbeitsplatz eingerichtet vor. „Zwar wird im Bonner Stammwerk weiterhin produziert“, berichtete die Rhein-Zeitung, „die Geschicke des Weltkonzerns werden jedoch künftig von der Grafschaft aus gelenkt.“ Bürgermeister Achim Juchem sagte der Rhein-Zeitung: „Damit beginnt eine neue Zeitrechnung.“ Wenige Tage später werde ein Probebetrieb in der Produktion anlaufen, wusste der General-Anzeiger. Rund 2100 Arbeitnehmer sollen im Vollbetrieb bei Haribo Grafschaft beschäftigt sein, 750 Lkw werden tagtäglich das Werk anfahren, um Lakritzschnecken, Konfekt und bunte Gummibären von dort in alle Welt zu bringen. Mit Produktionshalle und Logistikzentrum auf einer Fläche von rund fünf Hektar ist die Grafschaft seitdem der größte der fünf Haribo-Standorte in Deutschland. Der Umzug war mehrfach verschoben worden – unter anderem wegen eines Wasserschadens im Verwaltungsgebäude. Und auch im Produktionsbereich kam es während der Bauphase zu Pannen, die den Zeitplan um Monate zurückwarfen.[11]

Produktionsbeginn am 4. Oktober 2018

Am 21. August 2018 lief auf der Grafschaft der Probebetrieb an. Offizieller Produktionsstart war am Donnerstag, 4. Oktober 2018. Zu dieser Zeit sind am Standort Grafschaft etwa 420 Mitarbeiter in der Verwaltung, 150 in der Logistik und 70 Mitarbeiter in der Produktion beschäftigt. 2019 soll die Mitarbeiterzahl sukzessive hochgefahren werden, bis die Vollauslastung mit einem Dreischichtsystem erreicht ist. Der General-Anzeiger (GA) berichtete, dass künftig bis zu 2100 Mitarbeiter bei Haribo in der Grafschaft beschäftigt sein werden. „Täglich rollen dann 700 Lastwagen innerhalb von 24 Stunden auf das Werksgelände, um Lakritz, Weingummi und Konfekt in alle Welt zu transportieren“, schrieb GA-Redakteur Victor Francke. Priorität habe für Haribo zunächst die Sicherstellung von Produktqualität und optimierten Abläufen. Produktions-Geschäftsführer Arndt Rüsges sagte:

Wir hofften auf einen Produktionsstart im Frühherbst, wollten uns aber im Vorfeld nicht darauf festlegen. Eine neue Unternehmenszentrale, neue Mitarbeiter und neue Maschinen bringen Herausforderungen mit sich, die nicht immer kalkulierbar sind. Daher fokussierten wir uns beim Produktionsstart unseren Ansprüchen entsprechend auf Qualität und optimierte Prozesse. Mängel aufgrund einer selbst gesetzten, zu engen Deadline zu riskieren, kam für uns nicht in Frage. Umso mehr freuen wir uns, dass alles geklappt hat und die Produktion in Grafschaft nun angelaufen ist.

Die Grafschaft sei für Haribo als Produktionsstart von hoher Bedeutung, so Rüsges weiter: Die neue, großangelegte Unternehmenszentrale nahe der Heimat Bonn sei ein wichtiger Schritt für das internationale Wachstum der Unternehmensgruppe. Das 27 Hektar große Gelände befähige den Konzern, die wachsende Nachfrage in Europa zu decken. Rüsges: „Zudem ist der fünfte deutsche Haribo-Standort verkehrstechnisch ideal angebunden und ermöglicht eine logistisch ideale Belieferung von Deutschland sowie den europäischen Märkten.“ Im ersten Schritt würden in der neuen Zentrale rund 800 Arbeitsplätze in den Bereichen Verwaltung, Logistik und Produktion geschaffen. Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie zwei großzügig angelegte Parkplätze böten den Mitarbeitern bestmögliche Voraussetzungen für einen angenehmen Arbeitsweg.[12]

Weitere Fotos

Bauphase

Kastanien-Aktion im Herbst 2017

Video

Siehe auch

Mediografie

Die jährliche Kastanien-Sammelaktion

Verwertung der Haribo-Produktionsabwässer

Weblinks

Fußnoten

  1. Quellen: HARIBO investiert in der Grafschaft in ein neues Werk - Gemeinsame Presseerklärung der Gemeinde Grafschaft und des Kreises Ahrweiler vom 20. September 2013 und Günther Schmitt: Neuer Haribo-Standort - "Ein historischer Tag für die Grafschaft", general-anzeiger-bonn.de vom 20. September 2013
  2. Quelle: Volker Jost: 11.000-Einwohner-Gemeinde boomt – In der Grafschaft stehen die Zeichen auf Wachstum, general-anzeiger-bonn.de vom 5. Oktober 2017
  3. Quelle: Haribo-Standort ideal für Produktion und Logistik in Europa, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 26. Januar 2018
  4. Quelle: Victor Francke: Süßwarenkonzern zieht in die Grafschaft um – Haribo ist ab sofort kein Bonner Unternehmen mehr, general-anzeiger-bonn.de vom 2. Mai 2018
  5. Frieder Bluhm: Goldbären kommen in die Region: Haribo baut auf der Grafschaft, rhein-zeitung.de vom 20. September 2013
  6. Quelle: Delphine Sachsenröder: Grundstückkauf auf der Grafschaft - Haribo-Hauptverwaltung zieht um, general-anzeiger-bonn.de vom 27. Juni 2014
  7. Quelle: Weiterer Bauantrag für Haribo genehmigt, Pressemitteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler vom 5. Juni 2015
  8. Quelle: Frieder Bluhm: Haribo: Umzug in die Grafschaft Ende April, rhein-zeitung.de vom 2. April 2018
  9. Quelle: Victor Francke: Nach 80 Jahren nicht mehr in Bonn – Haribo Kastanien-Aktion zum ersten Mal auf der Grafschaft, general-anzeiger-bonn.de vom 5. Oktober 2017
  10. Quelle: Horst Bach: Gemeinderat: Haribo-Abwasser soll Strom und Wärme spenden, rhein-zeitung.de vom 7. Oktober 2016
  11. Quellen: Victor Francke: Süßwarenkonzern zieht in die Grafschaft um – Haribo ist ab sofort kein Bonner Unternehmen mehr, general-anzeiger-bonn.de vom 2. Mai 2018, und Frieder Bluhm: Haribo ist angekommen – Goldbären-Hersteller aus Bonn hat seinen Firmensitz jetzt offiziell in der Grafschaft, in: Rhein-Zeitung vom 3. Mai 2018
  12. Quellen: Frieder Bluhm: Haribo legt auf der Grafschaft los – Gummibären und Co. kommen jetzt von hier, in Rhein-Zeitung vom 5. Oktober 2018, und Victor Francke: Süßwarenhersteller Haribo startet Produktion in der Grafschaft, general-anzeiger-bonn.de vom 4. Oktober 2018