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Haus Marienhöhe

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Hinweisschild an der Straße zwischen Franken und Waldorf.
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Hausmeister-Bungalow
Anlieferungszufahrt
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Das Haus Marienhöhe auf der Marienhöhe an der Landesstraße 82 (Harbachstraße) zwischen Waldorf und Franken diente bis Ende 2009 als Altersheim für Schwestern des Ordens der "Schwestern vom Guten Hirten". Jeweils etwa 50 Nonnen, die zuvor in anderen Häusern gearbeitet hatten, verbrachten dort ihren Lebensabend. Das zweistöckige Hauptgebäude verfügt über vier Wohnkomplexe mit insgesamt 64 Zimmern (davon sechs mit und 58 ohne Nasszelle), die um einen kleinen Innenhof herum angeordnet sind und über jeweils fünf bis zehn Betten verfügen. Darüber hinaus gibt es einen Gemeinschaftsraum mit Kachelofen, eine Wirtschaftsküche und im Keller ein 12 mal sechs Meter großes Schwimmbecken. Die Etagen sind über zwei Fahrstühle miteinander verbunden. Zum Gebäudebestand gehören außerdem eine Kapelle und ein eingeschossiges Nebengebäude.


Anschrift und Standort

Marienhöhe

Waldorf

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Chronik

Das Haus Marienhöhe wurde im Jahr 1968 gebaut. Zunächst war es als Ferienheim für Ordensschwestern geplant. Neben betreuten Wohnangeboten entwickelte sich schnell ein stationärer Pflegebereich. Der Orden selbst wurde einst für bedürftige Frauen und Mädchen gegründet; heute ist er unter anderem in der Kinder- und Jugend- sowie in der Behindertenhilfe tätig.

Im März 2009 teilten Heimleiterin Schwester Rosa Virginia Brill und Manfred Niksch, Geschäftsführer der Deutschen Provinz der Schwestern vom Guten Hirten, mit, die Provinzverwaltung der Schwestern vom Guten Hirten mit Sitz in Würzburg werde das Haus Marienhöhe zum Jahresende 2009 aufgeben. Grund: Die Zahl der alten und pflegebedürftigen Bewohnerinnen des Hauses habe sich von 60 im Jahr 1975 bis Anfang 2009 auf 25 reduziert; aus Kostengründen könne die Einrichtung deshalb nicht weitergeführt werden.

Deshalb zogen die Schwestern bis zum Jahresende 2009 in ordenseigene Pflegeeinrichtungen in München und Hofheim bei Frankfurt um; den Mitarbeitern wurde gekündigt. Da die Guten Hirten an mehreren Standorten in Deutschland tätig sind, gebe es jedoch die Möglichkeit, Arbeitsplätze zu vermitteln. Die Zahl der Mitarbeiter belief sich im März 2009 auf insgesamt 35 - zehn Vollzeit-, 22 Teilzeit- und drei Aushilfskräfte.

Was das Anwesen betrifft, stehe Geschäftsführer Niksch in Verhandlungen mit diversen Kaufinteressenten, berichtete die Rhein-Zeitung am 17. Dezember 2009 - dabei stehe die Gemeinde Waldorf künftigen Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes offen gegenüber. Das 60 Zimmer zählende Gebäude mit Gruppenräumen und Gartenanlagen eigne sich zur Nutzung als Pflegeeinrichtung, Jugendherberge und Kinderheim.

Zur Hausleitung gehörten zum Schluss Schwester Rosa Virginia Brill, Oberin Salaberga Schmitz und Pflegedienstleiterin Maria Nett-Beutel.

Bislang sei noch kein Käufer für die Immobilie gefunden worden, berichtete die Rhein-Zeitung am 22. April 2015. 1,2 Millionen Euro fordere der Orden für das 19.000 Quadratmeter große Areal samt den 4500 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche bietenden Gebäuden. Nicht nur dieser Preis mache die Vermarktung sehr schwierig, sondern die vielen Bäume, die das Gebäude umgeben. Weil es derzeit einen Kaufinteressenten gebe, habe die vom Orden beauftragte Vermögensberatung Pro Secur in Köln das Angebot vorübergehend von den einschlägigen Internetseiten entfernen lassen, wie Geschäftsführer Ralf Olbrück der RZ sagte. Seit zwei Jahren versuche Olbrück, die Immobilie zu verkaufen; zuvor hätten dies bereits andere Maklerbüros versucht. Etwa Institutionen und Privatpersonen hätten sich in den beiden vorangegangenen Jahren für die Marienhöhe interessiert; zu einem Verkauf sei es jedoch nicht gekommen. In den Jahren des Leerstands habe sich ein beträchtlicher Sanierungsstau angesammelt, berichtete die RZ weiter. In jedem Fall müssten Heizungssystem und Elektroinstallation geprüft und möglicherweise erneuert werden; die Heizungsrohre müssten auf ihre Dichtigkeit hin überprüft werden. Außerdem müsse der Brandschutz an die aktuellen Verordnungen angepasst werden. Der Käufer müsse außerdem für eine Wiedereröffnung die Auflagen der Heimmindestbauverordnung erfüllen. Weil das Haus von dem Orden ausschließlich als Schwestern-Altenheim genutzt wurde, sei das Grundstück als Sondergebiet ausgewiesen. Will ein potenzieller Käufer das Areal anderweitig nutzen, müsse eine Umwidmung der Fläche beantragt werden. Schwester Grazia von der Provinzverwaltung der Ordensgemeinschaft in Würzburg sagte der RZ: „Das größte Hindernis waren bislang die Bäume und die Fledermäuse, die sich dort eingenistet haben.“ Weil die Tiere unter Artenschutz stehen, müsse jeder Baum, der gefällt werden soll, zuvor sorgfältig geprüft werden. Bislang durfte kein einziger Baum gefällt werden.[1]

„Haus Marienhöhe kommt unter den Hammer“, berichtete die Rhein-Zeitung (RZ) am 23. August 2016. Am 16. September 2016 werde es im Hilton-Hotel in Köln versteigert. „Damit könnten die jahrelangen und immer wieder gescheiterten Verkaufsversuche ein Ende finden“, schrieb RZ-Redakteur Jan Lindner, „diese hatten offenbar letztlich auch die Schwestern mürbe gemacht.“ Der Einstiegspreis der Auktion liege mit 295.000 Euro allerdings deutlich unter dem Betrag von 1,2 Millionen Euro, auf die der Orden einst hoffte. Im Laufe der Jahre sei der aufgerufene Verkaufspreis immer weiter gesunken: von einer Million Euro auf zuletzt 850.000 Euro. Diesen Betrag wollte ein Projektentwickler aus Düsseldorf angeblich zahlen, , der die Immobilie zu einem Boarding House umfunktionieren wollte, zu einem Beherbergungsbetrieb, der Zimmer oder Apartments mit hotelähnlichen Leistungen vermietet. Aber auch diese Pläne seien, wie Lindner schrieb, „weit vor ihrer Verwirklichung geplatzt.“ In den vergangenen drei Jahren habe die Kölner Finanz- und Immobilienberatung Pro Secur versucht, die Immobilie zu verkaufen. Während dieser Zeit habe sie „mit gut zehn Institutionen und Einzelpersonen“ verhandelt. Davor hätten sich bereits „diverse Maklerbüros die Zähne an dem Verkauf ausgebissen.“ Einer erfolgreichen Vermarktung der stark sanierungsbedürftigen Immobilie habe dabei nicht nur der Preis im Wege gestanden. Es seien auch die große Zahl von Bäumen gewesen, die das Gebäude umgeben, und die unter Artenschutz stehenden Fledermäuse, die dort leben. Deshalb dürften Bäume nur mit behördlicher Zustimmung gefällt werden. Zwischenzeitlich war das Haus aber auch als Flüchtlingsunterkunft im Gespräch. Eine Vertragsklausel solle nun verhindern, dass Käufer und Nutzung in Zukunft gegen christliche Moralvorstellungen verstoßen. So seien etwa rechts- und linksextreme Gruppierungen, eine Spielothek und ein Bordellbetrieb ausgeschlossen.[2]

Monika Niehaus aus Remagen ersteigert die Immobilie für 465.000 Euro

Monika Niehaus aus Remagen ersteigerte das Haus Marienhöhe am Freitag, 16. September 2016, im Kölner Hilton-Hotel für 465.000 Euro. Der Einstiegspreis lag bei der Auktion bei 295.000 Euro. Welche Pläne der neue Eigentümer für die Immobilie hat, sei noch nicht klar, berichtete die Rhein-Zeitung am 20. September 2016. Die große Zahl von Bäumen rund um das Haus sowie unter Artenschutz stehende Fledermäuse würden die Nutzungsmöglichkeiten erheblich einschränken. Zudem müsse sich der Käufer bei der künftigen Nutzung an die katholische Vertragsklausel halten: Käufer und Nutzung dürften nicht gegen die Moralvorstellungen der katholischen Kirche verstoßen. Eine Nutzung durch rechts- oder linksextreme Gruppierungen, eine Spielothek oder ein Bordell seien deshalb ausgeschlossen.

Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach und Waldorfs Ortsbürgermeister Hans Dieter Felten seien „gespannt, welche Pläne der neue Investor mit dem früheren Kloster hat“, berichtete general-anzeiger-bonn.de am 21. September 2016. Das gesamte, weitläufige Areal sei als Sondergebiet ausgewiesen. Will der Käufer das 18.600 Quadratmeter große Areal anderweitig nutzen, „müssten die Behörden zunächst eine neue Flächenwidmung genehmigen.“[3]

Neue Eigentümerin der Immobilie ist seitdem Monika Niehaus, Geschäftsführerin der Projekt Ruhrblick GmbH Düsseldorf. Ca. 2012 zog sie nach Remagen. Sie möchte das Haus zu einem Pflegeheim oder für altersgerechtes Wohnen umbauen. Zu nächst will sie das Gebäude vor Einbrechern und Vandalen sichern. Bis zum Beginn des Umbaus werde wohl ein Jahr vergehen, sagte sie der Rhein-Zeitung. Nutzungsrechtliche Änderungen wolle sie mit den Behörden und politischen Gremien abstimmen. Die Bausubstanz sei offenbar noch in Ordnung. Ob eine Kernsanierung notwendig ist oder ein Teilumbau ausreicht – diese Frage müsse ein beauftragtes Architekturbüro beantworten.[4]

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Jan Lindner: Haus Marienhöhe ist kaum zu vermarkten - Ex-Altersheim für Schwestern steht seit Ende 2009 leer – Kaufpreis von rund 1 Million Euro, in: Rhein-Zeitung vom 22. April 2015
  2. Quelle: Jan Lindner: Haus Marienhöhe kommt unter den Hammer – Auktion Ex-Altenheim für Schwestern wird in Köln versteigert – Start bei 295.000 Euro, in: Rhein-Zeitung vom 23. August 2016
  3. Quelle: Hermann-Joseph Löhr: Kloster Marienhöhe nun in Privathand: Unternehmer ersteigert ehemaliges Ordenshaus, general-anzeiger-bonn.de vom 21. September 2016
  4. Quelle: Jan Lindner: Haus Marienhöhe soll umgebaut werden – Neue Eigentümerin plant altersgerechtes Wohnen oder Pflegeheim – 465 000 Euro Kaufpreis, in: Rhein-Zeitung vom 30. September 2016