Humboldt-Turm Rolandswerth

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Der Huboldtturm (Rath'scher Turm) wurde im Jahr 1848 von dem Kölner Fabrikanten Johann Jakob vom Rath (1792–1868) erbaut – wenige hundert Meter vom Rolandsbogen entfernt. Im General-Anzeiger hieß es im Dezember 2015 zu dem Turm:

Alexander von Humboldt war begeistert. Vom Rodderberg aus in Richtung Osten auf Honnef schauend, taufte er den Ort auf der anderen Rheinseite „rheinisches Nizza“. Das Plateau oberhalb von Rolandswerth nannte er bei dieser Gelegenheit „den schönsten Ort der Welt“. Das war 1855.[1]

Bei so viel Lob sei es kein Wunder, dass der wenige Jahre zuvor erbaute Turm den Namen „Humboldtsturm“ erhielt - zumal Alexander von Humboldt ihn selbst erklommen haben soll.


Lage[Bearbeiten]

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Chronik[Bearbeiten]

Der Kölner Arzt Klaus Schmidt-Thomé (* ca. 1954) kaufte den Turm und den dazugehörenden Park im Jahr 1985 in desolatem Zustand und richtete Turm und Park wieder her. Viele Jahre lang nutzten er und seine Ehefrau, eine Malerin, das Anwesen lediglich an Wochenenden.

Bau- und Rodungsarbeiten rund um den Turm[Bearbeiten]

Bauaktivitäten rund um den Humboldt-Turm waren Thema eines Beitrags der Rhein-Zeitung (RZ) vom 12. März 2022. RZ-Redakteur Christian Koniecki hatte sich vor Ort umgesehen, beschrieb und fragte:

Viel zu sehen gibt es nicht, denn das Grundstück ist sorgfältig vor Einblicken verborgen: Wo die hohen und dichten Hecken ein wenig lichter sind, versperren von innen angebrachte Sichtschutzzäune den Blick. Ebenso sind die Tore und Zufahrten zum Grundstück sorgfältig verhängt. Hat dort jemand etwas zu verbergen?

Auf einem Baustellenschild stehe: „Neubau eines Wintergartens, Projekt SO03“. Peter Günther, Leiter des Bauamts der Stadtverwaltung Remagen, antwortete auf RZ-Anfrage, die auf dem Gelände laufenden Arbeiten nach dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan seien seines Wissens rechtmäßig. Denn am 1. Juli 2021 sei „der Bebauungsplan mit der Veröffentlichung in Kraft“ getreten, berichtete Koniecki. Demnach dürfte der Grundstückseigner, Dr. Klaus Schmidt-Thome, ein Allgemeinmediziner aus Köln, dort bauen – Künstlerateliers die „zeitlich begrenzt für Arbeiten zur Thematik Rheinromantik zur Verfügung gestellt werden“, wie es in dem Antrag heiße. Außer dem Wintergarten dürften ein „Heizhaus mit Atelier“, ein „Atelier auf Nebengebäude (Bestand)“ sowie eine „Kapelle“ gebaut werden. Für Jörg Roßberg hingegen, Eigentümer eines Nachbargrundstücks, Mitglied der „Initiative Naturschutzgebiet Rodderberg“ und „seit Jahren argwöhnischer Beobachter der Vorgänge rund um den Humboldtturm“, sei rund um den Turm „kaum etwas in Ordnung“, schreibt Koniecki. In einem Schreiben erhebe er schwere Vorwürfe gegen seinen Nachbarn:

Mit Wucht und Dreistigkeit begann der Investor im Schutze der Covid-19-Krise im Spätherbst 2020 mit massiven illegalen Rodungen von Buchenwald, Schieben großer Wirtschaftswege teils mit Schotterbelag im angrenzenden Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiet am Rodderberg in Remagen-Rolandswerth. Das neue Ziel des Investors war es, eine zusätzlich nicht genehmigte private Parkanlage in diesen angrenzenden Flurstücken zum Baugebiet in den Schutzgebieten anzulegen, obwohl dieses Ansinnen bereits 1988 abgelehnt wurde. Die Strategie des Investors heißt, Fakten schaffen, dann bekomme ich rückwirkend die Genehmigung.

Weiter heiße es in Roßbergs Schreiben:

Die Dreistigkeit und Rücksichtslosigkeit des Investors gipfelte darin, dass er beispielsweise ein fremdes Flurstück in sein Anwesen okkupierte, ohne Erlaubnis von Eigentümern deren Bäume fällte, dort Hecken entfernte und teils den Wirtschaftsweg mit Schotter anlegte.

Dem zuständigen Forstamt Ahrweiler liege außerdem der Antrag vor, die Flächen am Turm in einen Park umzuwidmen. Bettina Fellmer, grüne Stadträtin im Bau-, Verkehrsund Umweltausschuss sagte der Rhein-Zeitung: „Die Auswirkungen der Baustelle beeinträchtigen den ökologisch wertvollen Bereich zwischen Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet.“

Mediografie[Bearbeiten]

Fußnoten