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Islamisches Gräberfeld Sinzig

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Auf Antrag des Ausländerbeirats der Stadt Sinzig wurde im Jahr 2002 auf dem Friedhof an der Koisdorfer Straße in Sinzig ein islamisches Gräberfeld ausgewiesen. Moslemische Grabstätten sind, anders als Gräber von Christen, aus religiösen Gründen auf Dauer angelegt. Die Türkisch-Islamische Gemeinde Sinzig e.V. vereinbarte mit der Friedhofsverwaltung der Stadtverwaltung Sinzig, dass islamische Familiengräber zunächst für 30 Jahre gepachtet werden; danach können die Verträge um jeweils 15 Jahre verlängert werden. Anders als in der Türkei können sich die Grab-Eigentümer in Sinzig allerdings nicht als Eigentümer ins Grundbuch eintragen lassen.


Chronik

Im März 2002 wurde auf dem neuen Gräberfeld erstmals ein Mitglied der Sinziger Moschee-Gemeinde beigesetzt: der nach schwerer Krankheit im Alter von 34 Jahren verstorbene Erste Sekretär der Moscheegemeinde, Ziya Kemal. Mehr als 600 Türken aus dem gesamten Rheinland gaben ihm in einer Prozession von der Türkisch-islamischen Moschee an der Lindenstraße durch die Innenstadt zum Gräberfeld das letzte Geleit. Weil die Eröffnung eines muslimischen Gräberfelds auf einem christlichen Friedhof zumindest in ländlichen Regionen Deutschlands immer noch etwas Außergewöhnliches war, berichteten sogar türkische Fernsehsender und Zeitungen in Deutschland und in der Türkei über diese Beisetzung. Auf dem Sinziger Friedhof ruhen seitdem Verstorbene von mindestens drei Weltreligionen: Inmitten christlicher Grabstellen gibt es dort einen parkähnlich gestalteten jüdischen Bereich, der zwar nicht mehr belegt wird, der aber, einer bundesweiten Verordnung entsprechend, nicht eingeebnet, sondern dauerhaft von der Stadt gepflegt wird. Dass immer mehr türkische Moslems in Deutschland beerdigt werden möchten, war für Arif Kanpara, damals Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde Sinzig e.V., ein „Zeichen dafür, dass Deutschland für immer mehr türkische Moslems zur Heimat geworden ist, der sie auch nach ihrem Tod treu bleiben möchten."[1]

Fußnoten