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Kaiserhalle Burgbrohl

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Die Kaiserhalle Burgbrohl wurde im Jahre 1896 nach Plänen des Burgbrohler Architekten und Bauunternehmers Wilhelm Bell erbaut ("Alle lachten ihn damals aus, aber seine Halle hat bis heute gehalten."). Sie ist einzigartig - nicht nur in Deutschland; denn sie gilt als einzige Trassbetonhalle weltweit. Der Bürgerverein Burgbrohl bewahrte die Halle vor dem Verfall, baute sie in den Jahren 1982 bis 1984 wieder auf und machte sie zum kulturellen Zentrum von Burgbrohl. Im Dezember 2010 ging die Halle zu einem Preis von 24.000 Euro ins Eigentum der Gemeinde Burgbrohl über, weil sich der Verein mit einer notwendigen Sanierung finanziell überfordert sah.


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Anlässlich der 900-Jahr-Feier von Burgbrohl gestaltete die Burgbrohler Künstlerin Doris Büma die Außenfassade des Gemeindebüros der Gemeinde Burgbrohl in der Brohltalstraße mit einem Gemälde der Kaiserhalle.
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Anschrift und Standort

Wilhelm-Bell-Straße

56659 Burgbrohl

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Chronik

Anfang der 1980er-Jahre sollte die Kaiserhalle abgerissen werden. Der damalige Ortsbürgermeister Carl-Josef Weiler und der Bürgerverein Burgbrohl konnten den Abriss jedoch verhindern.

Der Gemeinderat Burgbrohl beschloss im Herbst 2013 einstimmig die Sanierung der Halle; insbesondere das Dach des Kuppelbaus wies starke Schäden auf. Architekt Bernd Heichel informierte Rat und Publikum während der Sitzung über aktuelles Schadensbild und vorgesehene Sanierungsmaßnahmen. Die vorhandene Schieferabdeckung sei für die Dachneigung der Halle ungeeignet; deshalb sei nach Schlagregen immer wieder Wasser in die darunter liegende Dämmschicht eingedrungen. Aus diesem Grund sei das gesamte Dach durchfeuchtet. Mit einer doppelten Abdichtung solle das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert werden. Die Sanierung des Innenraums sei wegen der Form der Halle und ihrer Aktustik ebenalls eine Herausforderung. Um eine ausgewogene Akustik zu erreichen, solle nach Plänen des Ingenieurbüros Pertz partiell ein Akustik-Putz aufgetragen werden. Fußboden, Lüftung, Beleuchtung und Heizung müssten ebenfalls erneuert werden. Die Kosten für die Hallensanierung belaufen sich nach einer Kalkulation von Bernd Heichel auf 800.000 Euro. Die Wirtschaftsräume im Nebengebäude zwischen Halle und Straße sollen ebenfalls erneuert sowie aufgestockt werden. Weil dazu eine Stützmauer gebaut werden muss, die stellenweise bis zu drei Meter Höhe erfordert, belaufen sich die Gesamtkosten auf 2,4 Millionen Euro. Die Gemeinde könne mit einer Förderung von 75 Prozent der förderfähigen Kosten rechnen. Die Sanierungsarbeiten sollen auf zwei Bauabschnitte aufgeteilt werden. Die Sanierung der Kuppel sollte zu dieser Zeit im Frühjahr 2014 beginnen. Anschließend sollten die Arbeiten an den Wirtschaftsräumen beginnen. Die Gemeinde habe bereits einen Förderantrag bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe gestellt.[1]

Mit einem Bewilligungsbescheid über eine Fördersumme von 900.000 Euro in der Tasche reiste der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Freitag, 23. Januar 2015, zu einem Empfang nach Burgbrohl. Der Förderbetrag werde noch im Jahr 2015 ausgezahlt, versicherte Lewentz seinem Parteikollegen, Ortsbürgermeister Walter Schneider. Die Gesamtkosten für die Sanierung werden zu dieser Zeit auf 2,6 Millionen Euro geschätzt. Unmittelbar nach Karneval 2015 sollen die Arbeiten beginnen. Ortsbürgermeister Schneider dankte nicht nur Lewentz, sondern auch Ingrid Djorgimajkoski, die bei der ADD für die Städtebauförderung zuständig ist, für die Begleitung des Sanierungsvorhabens, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Generaldirektion Kulturelles Erbe für weitere Fördergelder, den Mitarbeitern Kreisverwaltung Ahrweiler und der Verbandsgemeindeverwaltung Brohltal sowie Bernd Heichel von der zuständigen Planergruppe mit den beteiligten Architekten und Ingenieuren. Architekt Bernd Heichel gewährte bei dem Empfang einen kurzen Überblick über die bevorstehende Sanierung. Von den Gesamtkosten würden rund 750.000 Euro in die Sanierung der 334 Quadratmeter großen Kuppelhalle fließen, die von eingedrungener Feuchtigkeit massiv beschädigt worden sei. Das mache eine neue Dacheindeckung sowie einen Wärmeschutz erforderlich. Der Innenraum werde außerdem mit Akustikputz gedämmt. Hinzu kämen eine neue Heizung und Lüftung, damit eine erneute Durchfeuchtung ausgeschlossen werden könne. Der zweite Bauabschnitt sei mit 1,9 Millionen Euro angesetzt. Hierbei würden die 343 Quadratmeter Grundfläche messenden Nebengebäude abgerissen. Die oberhalb der Halle verlaufende Straße solle mit einer Stützmauer abgefangen werden. Danach würden Wirtschafts-, Lager- und Sanitärräume an die Halle angeschlossen. Eine Glasfuge in der Überdachung der Anbauten solle dabei den Kuppelbau optisch freistellen. Die Rhein-Zeitung berichtete:

Mit der Sanierung wird bei den Burgbrohler Veranstaltungsräumen eine Lücke geschlossen: Während das Haus der Kultur für kleinere Veranstaltungen zur Verfügung steht und die Vitushalle rund 180 Plätze bietet, steht der Gemeinde dann wieder ein außergewöhnlicher Festraum mit entsprechender Fläche zur Verfügung.[2]

Im Februar 2015 beschloss der Gemeinderat Burgbrohl, die Kaiserhalle mit einer Erdgasheizung auszustatten. Damit folgten die Mandatsträger einer Empfehlung des Bauausschusses, der die Gasheizung mehrheitlich favorisiert und sich gegen eine Pelletheizung ausgesprochen hatte, weil bei dieser Lösung ein Pelletlager entfällt und ein zusätzlicher Lagerraum frei wird.[3]

Im Frühjahr 2015 begann die Gemeinde Burgbrohl mit der Sanierung der Kaiserhalle. Für dieses Projekt nimmt die Gemeinde rund 2,6 Millionen Euro in die Hand. Unterstützt wird sie dabei vom Land Rheinland-Pfalz, das 70 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt sich mit 50.000 Euro an der Sanierung, bei der auch die gesamte Hallentechnik einschließlich Heizung erneuert wird. Zudem wird der angrenzende Wirtschaftstrakt abgerissen, neu gebaut und erweitert. Wegen der Hanglage umfasst die Baumaßnahme auch eine recht hohe Stützmauer, weil hinter der Halle eine Straße bergauf führt.

Eine "Laterne", die 2,7 Tonnen wiegt

Wind und Wetter hatten insbesondere dem Dach erheblich zugesetzt, so dass eindringende Feuchtigkeit die Gebäudesubstanz gefährdete. Im Oktober 2015 erhielt die Halle eine neue Kuppelabdeckung. Die sogenannte Laterne, eine Holz-Stahl-Konstruktion, hat einen Durchmesser von 4,60 und eine Höhe von knapp drei Meter und wiegt 1,7 Tonnen - mit Eindeckung und Fenstern sogar rund 2,7 Tonnen. Bei der Firma Holzbau Adams in Niederzissen war die Laterne in zwei Teilen vorgefertigt worden, bevor sie nach Burgbrohl transportiert und dort zusammenmontiert wurde. Ein Autokran hievte das Bauteil dann auf das Hallendach. Die Firma Jeub in Niederzissen lieferte 16 originalgetreue Sprossenfenster. Außerdem wurde Dach aus patiniertem Zink in sogenannter Doppelstehfalzdeckung vor Ort angebracht. Damit kam die Gemeinde einer Forderung der Denkmalpflege nach. Eine glänzende Kuppelspitze wäre dem Charakter des historischen Gebäudes nicht gerecht geworden. Die Rhein-Zeitung berichtete:

Der Laterne kommt an der Kaiserhalle ... eine besondere Bedeutung zu, weil – außer an den Eingängen – ansonsten kein natürliches Licht ins Innere des im Durchmesser 20 Meter messenden Gebäudes dringen kann. Andererseits ist der Lichtschein der beleuchteten Halle, die leicht erhöht am Nordhang über dem Ortskern thront, bei Dunkelheit durch die Laterne weithin zu sehen.[4]

Weitere Bilder

Siehe auch

Kaiserhalle Vettelhoven

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Hans Willi Kempenich: Burgbrohls Stolz wird saniert - Rat beschließt Maßnahme an der Kaiserhalle einstimmig – Kosten von 2,4 Millionen Euro, Rhein-Zeitung vom 7. November 2013
  2. Quelle: Hans-Willi Kempenich: Kaiserhalle wird für 2,6 Millionen Euro saniert - Aufwendige Arbeiten beginnen nach Karneval – Land fördert Umbau mit 900 000 Euro – Markanter Kuppelbau ist heute denkmalgeschützt, in: Rhein-Zeitung vom 24. Januar 2015
  3. Quelle: Rhein-Zeitung vom 7. Februar 2015
  4. Quelle: Hans-Willi Kempenich: Neues Dach für die alte Kaiserhalle - Wahrzeichen von Burgbrohl hat jetzt eine neue tonnenschwere Kuppelabdeckung, in: Rhein-Zeitung vom 27. Oktober 2015