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Lothar Brucker

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Lothar Brucker 2006

Pastor Lothar Brucker (* 6. Januar 1937 in Erfurt) ist ein katholischer Priester aus Waldorf, der sich sich seit 1974 in besonderer Weise in der Bolivienpartnerschaft engagiert. Er arbeitete als Priester und Entwicklungshelfer in Bolivien und als Ruheständler verbringt er dort die Wintermonate. Weil er Jahr für Jahr mit dem beginnenden deutschen Herbst nach Südamerika fliegt, nennt er sich selbst „die Waldorfer Schwalbe“. In Waldorf wohnt er in seinem Elternhaus an der Pilsgasse 12. In seiner Pfarrei in der Erzdiözese Sucre ließ er nach einer langen Trockenperiode einen Staudamm bauen. Und er sorgte dafür, dass ein Berg aufgeforstet wurde. Außerdem war er daran beteiligt, in Villa Serrano den Fortbestand einer Schule für den zweiten Bildungsweg zu sichern. Seit 2000 vermittelt er deutsch-bolivianische Patenschaften, um Kindern aus ärmlichen Verhältnissen in Bolivien zu helfen. Seine Nachfolgerin Susanne Nachtsheim aus Waldorf werde den Bolivien-Freundeskreis Waldorf weiterführen, sagte Brucker der Rhein-Zeitung.


Vita

Lothar Brucker 1982 bei seiner Einführung als Pfarrer von Kärlich

Als Bruckers Vater im Krieg gefallen war, zog seine Mutter 1944 mit ihm und seiner Schwester in ihren Heimatort Waldorf. Lothar Brucker besuchte die Volksschule und anschließend die Handelsschule in Sinzig. Nach einer Banklehre arbeitete er sechs Jahre als Angestellter und besuchte schon während seiner Berufstätigkeit das Abendgymnasium in Neuss. Seine Kolpingmitgliedschaft und Arbeitseinsätze in Krisengebieten Israels und im Libanon führten ihn dazu, Priester zu werden wie Adolph Kolping, der sich zu seiner Zeit im 19. Jahrhundert für Menschen einsetzte, die Hilfe und Beistand brauchten. In Freiburg und Trier studierte er Theologie und am 13. Juli 1969 wurde er in Trier geweiht. Bruckers Primizfeier in Waldorf wurde vom Männerchor 1901 Waldorf e.V. mitgestaltet.

Nach der Priesterweihe und ersten Jahren als Kaplan in Plaidt und Jugendseelsorger in Mayen meldete sich Lothar Brucker zum Solidaritätseinsatz des Bistums Trier nach Bolivien, wo er acht Jahre in der Pfarrei Villa Serrano tätig war, einer ländlichen Stadt in dem südamerikanischen Andenstaat. Zu der Pfarrei gehören rund 40 Dörfer, die zum Teil nur mit einem Geländewagen oder mit dem Pferd erreichbar waren. Ein weiterer Einsatz folgte von 1990 bis 1998. In der Zwischenzeit war Brucker Pfarrer acht Jahre Pfarrer von Kärlich und Kettig.

Zweimal acht Jahre verbrachte Brucker als Seelsorger in Bolivien, betrieb den Ausbau des Bildungszentrums CEITHAR und den Bau eines Staudammes, der zur Bewässerung der Ländereien dient. Das durch seinen Einsatz ausgebaute Bildungszentrum und Internat für Kinder der bolivianischen Landbevölkerung rüstet die Schüler mit einer Grundbildung und den handwerklichen Fertigkeiten aus, um ihnen ein selbstbestimmtes, abgesichertes Leben zu ermöglichen. Brucker organisierte nicht nur die Finanzierung des Projekts, sondern arbeitete auch selbst mit den jungen Menschen zusammen.

Von August 1998 bis zum Herbst 2005 war Lothar Brucker Pfarrer und zuletzt Ruhestandsgeistlicher in Löf, Hatzenport und Nörtershausen.

Bolivien ist Pfarrer Lothar Brucker ans Herz gewachsen. Auch im Ruhestand setzt er sich für die Menschen in dem südamerikanischen Staat ein. Seit dem Jahre 2000 ist er im Bistum Trier zuständig für die Werbung von Paten und Förderern für die Priesterausbildung in Bolivien – eine Arbeit, die er im Ruhestand zu seiner Hauptaufgabe gemacht hat.

Auszeichnungen

Staatssekretär Walter Schumacher überreicht Lothar Brucker das Bundesverdienstkreuz

Für sein jahrzehntelanges Engagement für die Bolivienhilfe erhielt Brucker am Donnerstag, 6. November 2014, in Mainz das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland am Bande. Kulturstaatssekretär Walter Schumacher überreichte die von Bundespräsident Joachim Gauck verliehene Auszeichnung und sagte:

Vier Jahrzehnte lang prägte und bereicherte Lothar Brucker die Bolivienhilfe des Bistums Trier und in ganz Deutschland durch sein umfassendes ehrenamtliches Engagement bei der Solidaritätsstiftung Trier-Chuguisaca. Er hat nicht nur über Nächstenliebe gepredigt, sondern den Grundsatz seines Glaubens mit seinem sozialen Wirken in die Tat umgesetzt und vorgelebt. Lothar Brucker ist nicht nur Seelsorger, sondern vor allem auch ein Entwicklungshelfer, der stets selbst mit anpackte.[1]

Am 16. März 1996 ernannte die Mitgliederversammlung der Kolpingsfamilie St. Mauritius Kärlich e. V. Pastor Lothar Brucker zu ihrem Ehrenpräses.

Mediografie

Judith Schumacher: Waldorf: Pastor Brucker lebt für Bolivienhilfe, rhein-zeitung.de vom 23. April 2012

Weblink

facebook.com: Lothar Brucker

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 8. November 2014