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Kreissparkasse Ahrweiler

Nette

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Die Nette ist ein kleiner rund 55 Kilometer langer Fluss, der von seiner Quelle in der Eifel über Mayen und Plaidt bis nach Weißenthurm fließt und dort in den Rhein mündet. Besonders im oberen Lauf oberhalb von Mayen ist die Nette romatisch in die Berglandschaft eingebunden. An der Mündung der Nitz, einem ihrer Quellbäche von Virneburg kommend, liegt das Schloss Bürresheim. Im mittleren Teil durchfließt die Nette die Pellenz und trennt sie vom südlich gelegenen Maifeld. Die Nette ist nicht schiffbar und hat auch sonst keinerlei strategische Bedeutung. Sie dient in Mayen unter anderem der Versorgung der ortsansässigen Papierindustrie. Die lokale Biermarke „Nette-Pils“ entlehnt ihr ihren Namen ebenso wie die Nervenklinik Nettegut in Weißenthurm. In den 1980er-Jahren des 20. Jahrhunderts erreichte die lokale Ausgabe der alternativen Nette-Zeitung bescheidene Auflagenhöhen. Oberhalb von Mayen ist die Nette ein beliebtes Angelgewässer.


Die Nette
Der Zusammenfluss von Lederbach (Bach) und Leimbach (Bach bei Hohenleimbach) zur Nette
Nette 02 WM.jpg
Der Zusammenfluss aus der Luft
Der Zusammenfluss (Bildmitte) aus der Luft

Kenngrößen

  • Quelle: am Zusammenfluss von Lederbach (Bach) und Leimbach (Bach) bei Hohenleimbach
  • Gewässertyp: im Oberlauf schottergeprägter Mittelgebirgsfluss, im Unterlauf kiesgeprägter Grundgebirgefluss
  • Gewässerstrukturgüte: im Oberlauf gering bis mäßig, ab Mayen deutlich bis sehr stark verändert
  • Gewässergüte: unterhalb Mayen mäßig belastet, im Oberlauf größtenteils gering belastet
  • Maßnahmen: erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung von Gewässer- und Gewässerstrukturgüte werden im Zuge der EU-Wasserrahmenrichtlinie vorgenommen – entsprechende Maßnahmen sind mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord und gewässerunterhaltungspflichtigen Kommunen abgestimmt
  • Größe des oberirdischen Einzugsgebietes: 372,398 Quadratkilometer
  • Lauflänge: 59,163 Kilometer
  • Höhendifferenz: 559,1 bis 54,8 Meter über NN
  • mittleres Gefälle: neun Promille
  • mittlerer Niedrigwasserabfluss: 0,790 Kubikmeter pro Sekunde
  • mittlerer Abfluss: 2,484 Kubikmeter pro Sekunde
  • mittlerer Hochwasserabfluss: 29,39 Kubikmeter pro Sekunde
  • Zuflüsse mit mehr als 10 Quadratkilometern Einzugsgebiet: Nitzbach (82,749 Quadratkilometer), Krufter Bach (31,701), Weiberner Bach (26,624)
  • Geologie: das Einzugsgebiet ist geprägt durch devonisches Grundgebirge, tertiäre Vulkane der Hocheifel und quartäre Vulkane z. B. des Laacher-See-Gebiets
  • Strömungsenergie: die natürlichen Abflussverhältnisse der Nette wurden durch Querbauwerke und Ausbaumaßnahmen verändert
  • Besonderheiten: die Nette ist Lachs-Vorranggewässer und Flusslandschaft der Jahres 2008/2009[1]

Quelle

Die Nette-Quelle liegt nach Angaben der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) Koblenz auf dem Gebiet der Gemeinde Hohenleimbach im sogenannten Eiterbachtal an der höchsten Stelle des Lederbachs, des längeren der beiden Quellbäche, und zwar südwestlich des Punktes, an denen die Gemeindegrenzen von Spessart, Kempenich und Hohenleimbach zusammentreffen, also oberhalb von Lederbach nahe dem Höhenmesspunkt 558,3.

Renaturierung

Zurzeit wird die Nette naturnah zurückgebaut. Seit Anfang der 1990er-Jahre wurden Begradigungen und Querbauten wie etwa Wehre nach und nach entfernt. Hierzu zählt die Umgestaltung der Wehranlage Nettehammer. Um die Nette auch in ihrem weiteren Verlauf durchlässig zu machen, wollten der Landkreis Mayen-Koblenz und die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord bis zum Jahr 2010 weitere Anlagen umbauen: die Wehre am Stadion, am Bernardshof und bei Kloster Helgoland in Mayen, die Wehre Korbsmühle und Flöcksmühle in Ochtendung sowie das Wehr Schäfersmühle im Andernacher Stadtteil Miesenheim. Da die Kosten für einen stufenweisen Rückbau des Wehres Nettehammer zu hoch waren, entschieden sich die Verantwortlichen für einen Umgehungsbach im alten Flussbett. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Nette, Ortsgruppen der Naturfreunde und zahlreiche Bachpaten kümmern sich – zusammen mit Anglern, Kommunen und Regionalversorgern – um die Nette.

„Flusslandschaft des Jahres 2008/2009“

Die Nette gilt als besonders sehens- und schützenswert. Die Naturfreunde Deutschland und der Deutsche Anglerverband haben sie deshalb an Ostern 2008 zur „Flusslandschaft des Jahres 2008/2009“ ausgerufen. Ausschlaggebend für die Wahl ist etwa die besondere Einbettung in die Vulkanlandschaft der Osteifel wie auch die Pflanzenwelt am Bachtal sowie Lachsvorkommen.

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 25. August 2009