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Theodor Bogler

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Das Foto im Hintergrund zeigt Theodor Bogler.
Plakat zur Theodor-Bogler-Ausstellung vom 16. Juni bis 11. August in der Benediktinerabtei Maria Laach
Anlässlich der Ausstellung „Vom Bauhaus nach Maria Laach“ (16. Juni bis 11. August 2018) zu Leben und Werk von Theodor Bogler gab die Benediktinerabtei Maria Laach in eine eigene limitierte Briefmarke heraus.

Theodor Bogler (* 10. April 1897 in Hofgeismar; † 13. Juni 1968 in Andernach), einer der bekanntesten Keramiker des Bauhauses, war Bruder der Benediktinerabtei Maria Laach. Schon vor seinem Eintritt in die Benediktinerabtei Maria Laach im Jahr 1927 hatte sich der Keramiker und Designer im Bauhaus Weimar einen Namen gemacht, wo er von Johannes Itten und Lyonel Feininger unterrichtet worden war. Das Töpferhandwerk hatte Bogler in der Bauhaustöpferei in Dornburg gelernt. Zu Boglers bekanntesten Keramiken gehören die „Mokka-Maschine“ aus dem Jahr 1923 und Varianten der „Kombinationsteekanne“. In den Jahren 1925/26 leitete Bogler die keramische Werkstatt der Steingutfabrik in Velten-Vordamm, dann die HB-Werkstätten für Keramik. Bruder Theodor studierte Philosophie und Theologie. Von 1948 bis zu seinem Tod leitete er den ars liturgica Buch- und Kunstverlag und die Kunstwerkstätten Maria Laach.[1] Theodor Boglers zeitlose Entwürfe, die heute in vielen Museen – unter anderem im Museum of Modern Art in New York – gezeigt werden, stehen für das radikale Umdenken am Weimarer Bauhaus.


Vita

Tabellarisch[2]

10. April 1897: geboren in Hofgeismar (Enkel des Wiesbadener Architekten Wilhelm Bogler und Großneffe des Malers Kaspar Kögler)

1919/1920: Studium am Staatlichen Bauhaus, Weimar

1920-1924: Studium der Architektur- und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Hochschule in München - Keramische Werkstatt des Staatlichen Bauhauses in Dornburg (1922 Gesellenprüfung)

1924: kaufmänische Leitung der Keramischen Werkstatt des Staatlichen Bauhauses in Dornburg

1925-1926: Leitung der Modell- und Formenwerkstatt des Veltener Werks der Steingutfabriken Velten-Vordamm

1925: Tod seiner Frau (Suizid) - Übertritt zur Katholischen Kirche

12. Juni 1927: Eintritt in die Benediktinerabtei Maria Laach

17. Juni 1928: Zeitliche Profess

1928-1929: Studium der Philosophie in Maria Laach

1929-1933: Studium der Theologie in Beuron

11. September 1932: Priesterweihe

1938-1948: Prior des Klosters Maria Laach (Vertreter des Abtes)

1948-1949: Leiter des Ars liturgica Buch- und Kunstverlages Maria Laach

1949-1951: Spiritual des Benediktinerinnen-Klosters Herstelle

1951-1968: Leiter des Ars liturgica Buch- und Kunstverlages Maria Laach

† 13. Juni 1968 in Andernach

Fließtext

Das Schöpferische wurde Theodor Bogler wohl bereits in die Wiege gelegt: Sein Großvater war Architekt, sein Großonkel Maler. Im Ersten Weltkrieg war Bogler Offizier. Anschließend gehörte der damals 22-Jährige zu den ersten Studenten des Staatlichen Bauhauses in Weimar. Dort lernte er bei Johannes Itten, Lyonel Feininger, Gerhard Marcks und Max Krehan. Bogler war angetan vom Grundgedanken des Bauhauses, Kunst und Handwerk mit einander zu verbinden. Deshalb wandte er sich schnell der Töpferei zu. Über Vorkenntnisse zum Töpferhandwerk verfügte er zwar nicht; das aber machte er mit seiner Begeisterung für den Bauhausgedanken und seinem Gestaltungswillen wett. So entwickelte sich Bogler rasch zu einer der führenden Kräfte im Bereich der Bauhaus-Keramik. Seine zeitlosen Entwürfe werden heute in vielen Museen gezeigt – unter anderem im Museum of Modern Art in New York. Ob Vorratsdose, Mokkamaschine oder Teekanne – Boglers Arbeiten bestechen durch klare Formen, Funktionalität und zeitlose Schönheit. Paradebeispiel ist seine „Kombinationsteekanne“, die bei Auktionen heute zu schwindelerregenden Preisen ihre Besitzer wechselt. Dabei waren Boglers Arbeiten anfangs durchaus erschwinglich.[3]

Bauhaus-Gründer Walter Gropius machte den jungen Theodor Bogler 1923 zum Leiter der handwerklichen Abteilung der Weimarer Ausstellung im eigens dafür konzipierten „Haus Am Horn“. Ein Jahr später übernahm Bogler die kaufmännische Leitung der Bauhaus-Töpferei in Dornburg bei Weimar. Schon 1925/26 leitete er die Modell- und Formwerkstatt des Veltener Werks der Steingutfabriken Velten-Vordamm bei Berlin. Nach seinem Eintritt ins Kloster arbeitete Bogler weiter mit den Steingutfabriken zusammen – bis zu deren Konkurs. In Maria Laach töpferte Bogler nicht selbst, brachte aber zahllose Entwürfe aufs Papier. Von 1934 bis 1938 arbeitete er dann mit den HB-Werkstätten für Keramik in Marwitz und der Staatlichen Majolika-Manufaktur in Karlsruhe zusammen, die Boglers Entwürfe Jahrzehnte lang produzierte. Von seiner stilistischen Grundausrichtung her blieb Bogler immer „Bauhäusler“, trotzdem nahm er auch die Formensprache der 1950er Jahre auf.

Nach dem Suizid seiner Frau konvertierte Bogler im Jahr 1925 zum Katholizismus. Zwei Jahre später folgte er dem Rat des Religionsphilosophen Romano Guardini und trat in die Benediktinerabtei Maria Laach ein. Außerdem studierte er Philosophie und Theologie, bevor er 1932 zum Priester geweiht wurde.

In Maria Laach entwarf Bogler Vasen, religiöse Plaketten, Bilder für Kirchen und Privaträume sowie liturgische Gewänder. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Bogler als Lazarettpfarrer. Bis 1948 stand er dem Abt Ildefons Herwegen als Prior zur Seite. Anschließend leitete Bogler bis zu seinem Tod den ars liturgica Buch- und Kunstverlag und die Kunstwerkstätten Maria Laach. Daneben förderte er den Künstlernachwuchs innerhalb und außerhalb der Abtei. Bogler verfasste auch Beiträge für theologische und kunsthandwerkliche Zeitschriften und schrieb autobiografische Bücher. In der Reihe Laacher Hefte brachte er 43 Nummern mit dem Titel „Liturgie und Mönchtum“ heraus. Daneben malte und dichtete Bogler. In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege des Landes Rheinland-Pfalz leitete Pater Theodor von 1947 bis 1956 Arbeiten zur Restaurierung der Abteikirche Maria Laach. Außerdem wurde er Berater der Liturgischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und war Mitgründer des Liturgischen Instituts in Trier.

Anlässlich der Ausstellung „Vom Bauhaus nach Maria Laach“ (16. Juni bis 11. August 2018) zu Leben und Werk von Theodor Bogler gab die Benediktinerabtei Maria Laach in eine eigene limitierte Briefmarke heraus. Auf der Briefmarke sind drei von Bogler entworfene Gefäße abgebildet. Die Briefmarke (70 Cent) ist auf einer Schmuckkarte aufgebracht, die auf der Vorderseite den mittelalterlichen Säulengang der Westapsis zeigt. Erhältlich ist die Karte im Museums-Shop der Ausstellung.[4]

Veröffentlichungen

  • Maria Laach: Vergangenheit und Gegenwart der Abtei am Laacher See, München/Zürich 1992
  • Muenster am See
  • Abteikirche Maria Laach (Kurzführer)
  • Münster am See. Landschaft - Kunst - Kultur - Geschichte - Gegenwart. Ein Laacher Lese- und Bilderbuch
  • Suche den Frieden und jage ihm nach
  • Der Glaube von Gestern und Morgen. Briefe an einen jungen Soldaten
  • Soldat und Mönch – Ein Bekenntnisbuch, 1937
  • Weg - Wahrheit - Leben. Meditationen
  • Ist der Mensch von heute noch liturgiefähig?
  • Deutsche Liturgie? Sind wir auf den Weg dahin?
  • Das Sakrale im Widerspruch
  • Mönchtum - Ärgernis oder Botschaft?
  • Priestertum und Mönchtum
  • Ein Mönch erzählt
  • Beten und Arbeiten – Aus Geschichte und Gegenwart benediktinischen Lebens
  • Mönchtum und Liturgie
  • Weihnachten heute – Das Weihnachtsfest in der pluralistischen Gesellschaft
  • Aphorismen zur christlichen Kunst, 1954
  • Maria in Liturgie und Lehrwort
  • Tod und Leben – Von den letzten Dingen
  • Leben aus der Taufe
  • Schöpfergeist und Neuschöpfung

Weitere Fotos

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Rhein-Zeitung vom 7. April 2012
  2. Quelle: Pressemappe der Benediktinerabtei Maria Laach, ausgegeben bei einer Pressekonferenz am 12. Juni 2018 anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung zu Leben und Werk Theodor Boglers
  3. Quelle: Vom Bauhaus ins Kloster: Spurensuche in Sachen Bogler – Eine der führenden Kräfte in der Keramikgestaltung des Bauhauses entschied sich für ein Leben hinter Klostermauern, in: Rhein-Zeitung vom 26. April 2018
  4. Quelle: Pressemitteilung der Benediktinerabtei Maria Laach vom 20. Juni 2018