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Ahrwein-Messe am 25. November 2017 im Kurhaussaal in Bad Neuenahr

Benediktinerabtei Maria Laach

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Die Benediktinerabtei Maria Laach ist eines von etwa 60 benediktinischen Männer- und Frauenklöstern in Deutschland, weltweit sind es mehr als 1000 mit etwa 13.000 Mönchen und 11.000 Nonnen. Das Kloster liegt wie der dazugehörende Laacher See in der Ortsgemeinde Glees. Die etwa 40 Mönche von Maria Laach (Stand: November 2012) leben nach den Klosterregeln, die St. Benedikt von Nursia einst verfasste. 1,5 Millionen Besucher jährlich machen die Abtei nicht nur zu einem geistlichen, sondern auch zu einem wichtigen touristischen Zentrum. Ein Ausflug nach Maria Laach umfasst meist nicht nur eine Besichtigung der Abteikirche, sondern auch einen Besuch des Klosterforums Maria Laach sowie der zum Kloster gehörenden Betriebe, etwa der Buch- und Kunsthandlung Maria Laach, der Klostergärtnerei Maria Laach und der Kunstwerkstätten Maria Laach. Häufig gehört auch ein Spazierung zum oder sogar rund um den Laacher See dazu. Das Kloster Maria Laach, ursprünglich unmittelbar am Westufer des Laacher Sees gelegen, gehört zu den bedeutendsten Klosteranlagen der rheinischen Romanik und zu den vollkommensten Äußerungen der romanischen Baukunst in Deutschland. Insbesondere im Grundriss und in der Gruppierung des Außenbaus der Klosterkirche drängt sich die Parallele zu den ältesten Gewölbebauten am Oberrhein wie den Domen zu Speyer und Mainz auf.[1]


Der künstlerisch aktive Bruder Lukas Ruegenberg (von links) mit dem damaligen Abt Benedikt Müntnich
Der Abtei-Eingang in der Vorweihnachtszeit.
Die Klosterpforte.
Stahlstich aus "Views of the Rhine" von William Tombleson (um 1840): Convent of Laach
Die Abtei um 1900
Tafel zur Erinnerung an den Besuch von Edith Stein
Relief zur Erinnerung an den Besuch von Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein

Anschrift und Lage

56653 Maria Laach

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Kontakt

Leitung

  • Abt: Benedikt Müntnich (Taufname: Arnold) (am 24. September 2002 als 49. Abt des Klosters gewählt, für zwölf Jahre)
  • Prior: Pater Willibrord Heckenbach
  • kaufmännischer Leiter: Thomas Schäfer

Geschichte

1093 als Benediktinerkloster von Pfalzgraf Heinrich II. von Laach und seiner Frau Adelheid von Meißen-Orlamünde gegründet

1112 bestätigte Pfalzgraf Siegfried von Ballenstedt die Stiftung und übergab sie der Abtei Affligem in Brabant zur Besiedlung.

1156 Weihe der Abteikirche, fertiggestellt wurde die dreischiffige, doppelchörige Basilika 1230.

1802 wurde in der Säkularisation die Abtei aufgehoben.

1820 erwarb die Familie Delius das Kloster als Gutshof.

1855 wurden die Abteigebäude durch Brand weitgehend zerstört.

1863 errichtete hier die deutsche Jesuitenprovinz ihr Collegium Maximum und war bis 1873 dort.

1892 Wiederbesiedlung durch Benediktinermönche aus der Erzabtei Beuron.

Nach Ablauf seiner zwölfjährigen ersten Amtszeit wurde Benedikt Müntnich im September 2014 von seinen Mitbrüdern nicht als Abt bestätigt. Die Rhein-Zeitung berichtete, Müntnich habe während des entsprechenden Konvents „bei zwei Wahlgängen zwar eine Mehrheit, aber nicht den deutlichen Rückhalt der Laacher Mönche“ erhalten. Müntnich – „ein durchaus beharrlicher Mensch, aber keine Kämpfernatur“ – kandidierte daraufhin bei den folgenden Wahlgängen nicht mehr. Obwohl mehrere Brüder zur Wahl standen, konnten sich die Brüder in der vom Abtpräses der Beuroner Benediktinerkongregation, Abt Albert Schmidt, und dem Abt des Klosters Neuburg in Heidelberg, Franziskus Heereman, geleiteten Wahl nicht auf einen neuen Abt verständigen. „Meines Wissens ist es das erste Mal in der 858-jährigen Geschichte des Klosters, dass es ohne Abt dasteht“, sagte Gernot Mittler, Vorsitzender des zu dieser Zeit 1600 Mitglieder zählenden Vereins der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach e. V. Als Übergangslösung wählte der Konvent den zu dieser Zeit 52-jährigen Pater Albert Sieger zum Prior-Administrator. „Der promovierte Theologe und bisherige Novizenmeister von Maria Laach ist damit Ordensoberer der Abtei mit den gleichen Rechten und Pflichten wie ein Abt“, berichtete die Rhein-Zeitung (RZ), „er trägt aber keine Insignien und erhält keine Abtweihe.“ In der RZ-Bilanz der Amtszeit von Benedikt Müntnich als Abt hieß es:

Der 61-jährige Benedikt Müntnich galt innerhalb wie außerhalb des Klosters als erfolgreicher Abt, der nach seiner Amtsübernahme 2002 mit viel Unterstützung auch aus der Region die Weichen zur unumgänglichen wirtschaftlichen Stabilisierung von Maria Laach stellte. Zudem wurde die Abtei in seiner Amtszeit baulich ertüchtigt. Mehr als sieben Millionen Euro wurden seit 2005 investiert. Jeweils 2,65 Millionen Euro wurden in das Gästehaus und die neue Bibliothek investiert. Jeweils über 700.000 Euro kosteten die Renovierung von Kirchenvorplatz und der Säulenhalle „dem Paradies“.[2]

Zumindest nach außen hin wirke das Kloster „auch geistlich kraftvoll aufgestellt.“ Einige Mitbrüder aber sollen Müntnich vorgehalten haben, er habe das Kloster zu sehr geöffnet. Wie üblich bei den Benediktinern werde Benedikt Müntnich das erste halbe Jahr nach dem Ende seiner Amtszeit in einem anderen Kloster leben, um anschließend wieder nach Maria Laach zurückzukehren.

Auf der Grundlage einer besonderen Vollmacht der vatikanischen Ordensbehörde wurde Pater Andreas Werner aus der Benediktinerabtei Gerleve zum 11. Mai 2016 vom Abtpräses der Beuroner Benediktinerkongregation, Dr. Albert Schmidt, für drei Jahre zum Prior-Administrator der Abtei ernannt. „Im Rahmen der derzeitigen außerordentlichen Visitation haben die Verantwortlichen entschieden, der Abtei Maria Laach eine Hilfe in Gestalt eines neuen Oberen zu geben. Dieser wird die Gemeinschaft in ihrer Entwicklung unterstützen und gemeinsam mit ihr anstehende Fragen angehen“, hieß es in einer Pressemitteilung der Benediktiner von Maria Laach. Pater Dr. Albert Sieger, der die Abtei ab September 2014 als Prior-Administrator geleitet hatte, war nach 21 von 36 Monaten von seinem Amt zurückgetreten und hatte den Abtpräses der Beuroner Kongregation um Entpflichtung gebeten, „um einen raschen Übergang zu ermöglichen“, wie die Rhein-Zeitung berichtete. Dieser Bitte entsprach der Abtpräses.[3]

Die Ablösung an der Kloster-Spitze sei „der bisherige Höhepunkt eines Richtungsstreits, der unter den 36 Mönchen von Maria Laach entbrannt ist“, berichtete die Rhein-Zeitung am 21. Mai 2016. Dieser Streit um die Ausrichtung des Klosters brodele seit Jahren. Als der ehemalige Abt Benedikt Müntnich im September 2014 nicht im ersten Wahlgang wiedergewählt wurde, sei er erstmals öffentlich zutage getreten. Benedikt Müntnich verzichtete auf zwei weitere Wahlgänge, weil er das Ergebnis des ersten Wahlgangs als Misstrauensvotum gegen sich aufgefasst habe. Müntnich habe das Kloster „zu sehr geöffnet“ und „eine zu enge Bindung auch zum Verein der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach gelebt.“ Dabei habe das Kloster dem 2004 gegründeten Verein viel zu verdanken: Die Förderer hätten das Kloster „nicht nur in wirtschaftlichen Fragen unterstützt, bei der Führung seiner zwölf Betriebe beraten und zu deren Sanierung beigetragen, sondern auch rund 2,5 Millionen Euro an Spendengeldern und Zuschüssen besorgt, um Bauten wie das 'Paradies' oder die Bibliothek zu erneuern.“ Weil sich die Mönche im September 2014 nicht auf einen neuen Abt einigen konnten, sei Mitbruder Albert Sieger für drei Jahre zum Prior-Administrator ernannt worden. Sieger habe die Klosterpforte wieder geschlossen, die Kontaktpflege zum Freundeskreis eingestellt und den Wirtschaftsbeirat nicht erneut einberufen. Trotzdem sei er nach nur 21 von 36 Monaten von seinem Amt zurückgetreten.[4]

Anschließend übernahm Pater Andreas Werner das Amt des Prior-Administrators. Bei seinem Amtsantritt forderte er eine Rückbesinnung auf die Spiritualität – weniger Weltlichkeit, mehr Geistlichkeit. Bei der Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach e.V. am Samstag, 1. Juli 2017, zog er Bilanz seiner 13-monatigen Amtszeit im Laacher Konvent. Dabei machte er deutlich, dass es unter den Brüdern im Laacher Kloster erhebliche Dissonanzen hinsichtlich der Balance zwischen Spiritualität und der Öffnung des klösterlichen Lebens gegenüber der Öffentlichkeit gab. Einige hätten deshalb den Entschluss gefasst, Maria Laach zu verlassen. Aber es komme auch jemand zurück: Altabt Benedikt Müntnich habe angekündigt, nach drei Jahren im Kloster Hildegardis im Rheingau gegen Ende 2017 nach Maria Laach zurückzukehren. Das zurückliegende Jahr sei ein belastendes, ein emotional forderndes gewesen. Und es habe Momente gegeben, in denen auch er selbst am liebsten seine Sachen gepackt hätte, um dorthin zurück zu kehren, woher er hergekommen war: ins Kloster St. Joseph in Gerleve im Münsterland. Die von ihm bei seinem Amtsantritt angekündigte Rückbesinnung auf die Spiritualität – weniger Weltlichkeit, mehr Geistlichkeit – sei, wie es in der Rhein-Zeitung hieß, „ein schwieriges Unterfangen an einem Ort, der einerseits als Sitz eines Mönchskonvents ganz natürlich ein spirituelles Zentrum ist, andererseits aber auch ein überaus beliebtes Ausflugsziel von Menschen, die hier nicht unbedingt viel mit Spiritualität im Sinn haben.“ Doch die Mönche würden auch von diesen Besuchern leben. Und die Brüder könnten auch nicht mehr ohne den Freundeskreis – auch wenn die Beziehung zu dem Förderverein nicht immer einfach gewesen sei. Das liege auch daran, dass das klösterliche Leben und der weltliche Förderverein nicht in allem „kompatibel“ seien.[5]

Nach einer Auszeit bei den Benediktinerinnen in Rüdesheim-Eibingen kehrte der ehemalige Abt Benedikt Müntnich im Sommer 2017 für ein paar Wochen nach Maria Laach zurück. Ende 2017 wird er wieder dauerhaft dort leben.[6]

Die finanzielle Lage des Klosters ist angespannt

Die finanzielle Lage der Abtei mit ihren elf Wirtschaftsbetrieben und 230 Angestellten ist seit Jahrzehnten angespannt – trotz eines jährlichen Umsatzes von mehreren Millionen Euro. Das sagte Prior-Administrator Pater Andreas Werner im Sommer 2017 der Rhein-Zeitung. Das Kloster befinde sich derzeit in einer „Neufindungsphase.“ Dabei gehe es darum, die Arbeitsbereiche des Klosters „neu auszurichten.“ Pater Andreas sagte:

Im Übrigen war Maria Laach zu keiner Zeit ein reiches Kloster und ist aus Armutsgründen deshalb auch nie barockisiert worden. Heute stehen unsere Betriebe in Konkurrenz zu Discountern und Baumärkten aus der Region. Die Verwaltung müht sich nach Kräften, die Betriebe zu modernisieren und Produkte wie aus unserem Verlag auch über das Internet anzubieten.[7]

Die alles entscheidende Frage sei, wie sie Maria Laach so gestaltet werden kann, damit es zukunftsfähig ist. 35 Mönche leben zu dieser Zeit in dem Kloster – 30 Jahre zuvor waren es noch bis zu 90. Aller Voraussicht nach werde die Zahl der Mönche weiter sinken, und einige hätten inzwischen ein Alter erreicht, das ihnen keine Mitarbeit mehr erlaubt. Deshalb müsse auch die Frage beantwortet werden, wie Maria Laach mit einer kleiner werdenden Gemeinschaft „gestemmt“ werden könne. Um die Wirtschaftlichkeit des Klosters und der ihm angegliederten Betriebe zu sichern, solle in absehbarer Zeit der langgehegte Plan verwirklicht werden, das Seehotel zu erweitern und eine neue Klostergaststätte mit Seeblick zu bauen. „Für die Zukunft des Klosters ist das unumgänglich“, sagte er RZ-Redakteur Jan Lindner. Bei der Umsetzung solle der neu gegründete Wirtschaftsbeirat des Klosters helfen. Dieser Beirat bestehe aus acht Mitgliedern – davon vier Mönche und vier Vertreter aus Wirtschaft und Finanzwelt der Region. Als Beisitzer gehören dem Rat Thomas Schäfer, der kaufmännische Leiter der Abtei, und sein Stellvertreter Jens Neumann an.[8]

Äbte[9]

49.: Benedikt Müntnich (Taufname: Arnold) (am 24. September 2002 als 49. Abt des Klosters gewählt, für zwölf Jahre. Nach Ablauf seiner zwölfjährigen ersten Amtszeit wurde Müntnich im September 2014 von seinen Mitbrüdern nicht als Abt bestätigt.[10])

48.: Anno Schoenen (ab 1990, trat am 10. September 2002 aus Altersgründen zurück)

47.: Dr. Adalbert Kurzeja (1977-1990)

46.: Urbanus Johannes Bomm (1966-1977)

45.: Basilius Ebel (1946-1966)

44.: Ildefons Herwegen (1913-1946 )

43.: Fidelis Freiherr von Stotzingen (1901-1913)

42.: Willibrord Benzler (1893-1901)

...

22: Simon von der Leyen – wurde 1512 angeblich von einer Hexe mittels eines vergifteten Käses ermordet[11]

Bekannte Brüder

Berühmte Gäste

Siehe auch

Videos

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überbringt Bronzeplakette in Maria Laach, Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vom 27. Juni 2016
  2. Quelle: Christian Lindner/Uli Adams: Kloster Maria Laach hat keinen Abt mehr: Wiederwahl von Benedikt Müntnich scheiterte, rhein-zeitung.de vom 3. September 2014
  3. Quelle: Neuer Oberer in Maria Laach – Pater aus Gerleve, in: Rhein-Zeitung vom 12. Juni 2016
  4. Quelle: Jan Lindner: Ein Kloster sucht seinen Weg – Erstmals in der 923-jährigen Geschichte wird ein Prior-Administrator von außen ernannt, in: Rhein-Zeitung vom 21. Mai 2016
  5. Quelle: Petra Ochs: Knatsch im Kloster: Mönche ziehen aus – Maria Laach Streit in der Gemeinschaft – Altabt Müntnich kommt zurück, in: Rhein-Zeitung vom 3. Juli 2017, und Sebastian Kirschner: Differenzen um die Ausrichtung – Es rumort im Kloster Maria Laach, general-anzeiger-bonn.de vom 4. Juli 2017
  6. Quelle: Jan Lindner: Größeres Hotel soll Klosterzukunft sichern – Prior-Administrator Andreas Werner plant in Maria Laach auch eine neue Gaststätte – Abt Benedikt schon zurück, in: Rhein-Zeitung vom 5. August 2017
  7. Quelle: Jan Lindner: Wie viel Öffnung verträgt Maria Laach? Prior-Administrator Pater Andreas im Interview, in: Rhein-Zeitung vom 5. August 2017
  8. Quelle: Jan Lindner: Größeres Hotel soll Klosterzukunft sichern – Prior-Administrator Andreas Werner plant in Maria Laach auch eine neue Gaststätte – Abt Benedikt schon zurück, in: Rhein-Zeitung vom 5. August 2017
  9. siehe: Wikipedia: Liste der Äbte des Klosters Laach
  10. Quelle: Christian Lindner/Uli Adams: Kloster Maria Laach hat keinen Abt mehr: Wiederwahl von Benedikt Müntnich scheiterte, rhein-zeitung.de vom 3. September 2014
  11. Quelle: Rita Voltmer: Jagd auf "böse Leute". Hexenverfolgungen in der Region um den Laacher See (16.-17. Jahrhundert), in: historicum.net, gesehen am 30. November 2012