Bahnhof Bad Bodendorf
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Die Deutsche Bahn AG verkaufte den Bahnhof Bad Bodendorf bei Kilometer 4,7 der Ahrtalbahn Anfang 2008 an den Bad Bodendorfer Heinz Schiffer. Der eröffnete im Januar 2010 im ehemaligen Güterschuppen hinter dem Hauptgebäude das Bistro "Brunnenhof" Bad Bodendorf.
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Standort
Eigentümer
Heinz Schiffer (Bad Bodendorf) und Helmut Steininger (München) kauften das Gebäude im Jahr 2008 von der Deutschen Bahn
Historie
Matthias Röcke schreibt:[1]
- Der Bahnhof Bad Bodendorf steht stilistisch in einer Reihe mit den großen Gebäuden des Bahnhofs Ahrweiler und des Bahnhofs Bad Neuenahr, ist aber einfacher gestaltet. Deutlich unterscheidet er sich von Bahnhof Heimersheim, Bahnhof Dernau und Bahnhof Mayschoß, die verspielter und noch romantischer wirken. Der Bodendorfer Bahnhof ist ein zweigeschossiges Haus aus Bruchstein mit ausgebautem Dach. Das Dach ist an den freien Flächen mit Fachwerk verkleidet. Das Gebäude steht quer zur Strecke und hat zur Bahn und zum Vorplatz zwei Fensterachsen. Für die Fenster der beiden Hauptgeschosse wurden neugotische Formen verwendet. Die Neugotik ist aber nicht so stark betont wie in Bad Neuenahr und Ahrweiler. Allerdings ist die Bahnseite durch eine Dachgaube und den stilgerechten Schriftzug »Bodendorf« (»Bad« ist Bodendorf erst seit 1972) verziert. ... Das Stellwärterhäuschen ist ein moderner Bau.
Nach Westen schließt sich ein Güterschuppen in Fachwerk an, der im ca. 2009/10 komplett niedergelegt und neu aufgebaut wurde. Die bis dahin noch erhaltenen Rampe zur Bahn- und zur Rückseite hin wurden dabei abgebrochen.
Eine Besonderheit ist das Tor zum Areal der Burg Bodendorf. Die ehemalige Besicherfamilie von Groote hatte der Bahn einst Grundstücke verkauft, die für den Bau wichtig waren. Eine der Verkaufsbedingungen war eine eigene Pforte zur Burg der von Grootes. Auch der Bau der Güterschuppen geht auf die Familie von Groote zurück.
Das Bad Bodendorfer Bahnhofsgebäude ist im Herbst 2005 unter Denkmalschutz gestellt worden. Das Gebäude sei aus wissenschaftlicher, künstlerischer und städtebaulicher Sicht ein Kulturdenkmal, an dessen Erhalt öffentliches Interesse besteht, heißt es in der Unterschutzstellungsurkunde.
Festliche Grundsteinlegung zum Bau des Bahnhofsgebäudes war am 21. November 1879; am 15. November waren die Grundsteine für den Bahnhof Bad Neuenahr und den Bahnhof Ahrweiler gelegt worden. Der an der damals erbauten Ahrtalbahn errichtete Typenbau auf L-förmigem Grundriss mit zwei massiven Vollgeschossen zeige sorgfältig versetztes Natursteinmauerwerk und im Dachgeschoss unter einem Schopfwalm regional geprägtes Fachwerk.
Der gut erhaltene Bau sei damit ein Beleg für die Ortsgeschichte Bodendorfs und die Geschichte der Ahrtalbahn. Von geringfügigen Veränderungen abgesehen, zeigt er noch heute sein ursprüngliches Bild. Außer Renovierungsmaßnahmen dürfen an dem Gebäude künftig keine baulichen Veränderungen mehr vorgenommen werden. Initiatoren der Unterschutzstellung waren die Kreisverwaltung Ahrweiler und das Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz.
Ortsvorsteher Markus Schlagwein hat im zuständigen Ausschuss des Stadtrats Sinzig etwa zum Zeitpunkt der Unterschutzstellung beantragt, dass die Stadt den Bahnhof kauft. Der Preis, den die Bahn für das Gebäude fordert, sei "relativ günstig", verriet er; über die Mieteinnahmen aus den beiden Wohnungen in der ersten Etage lasse er sich refinanzieren. Weil eine Automatisierung der Schranke am Bahnhof viel zu teuer wäre, sei auch in Zukunft Bahnpersonal vor Ort erforderlich. Deshalb werde sich auch die Bahn in den Bahnhof einmieten.
Aus steuerlichen Gründen ist es möglicherweise sinnvoll, dass die Stadt nicht unmittelbar, sondern indirekt über die Bad Bodendorf-Kurbad GmbH Eigentümerin der Immobilie wird. Ob das Sinn macht, müsse vor einer Entscheidung durchgerechnet werden, so Schlagwein.
Der Ortsvorsteher will sich auch dafür einsetzen, dass die rund 800 Quadratmeter unbebaute Fläche westlich des Gebäudes gekauft werden, auf der früher der Gleisanschluss des Bodendorfer Sprudels lag. Der Preis, den die Bahn für dieses Grundstück fordert, hält er allerdings für unangemessen hoch. Der 1927/28 gebaute Gleisanschluss hatte mit dem Umzug des Abfüllbetriebs in die MPG-Hallen im Jahr 1959 und erst recht mit der Schließung des Sprudels im Jahr 1967 seinen Sinn verloren und wurde zurückgebaut.
Die Tourist-Info - viele Jahre lang im Kurpavillon, derzeit (Dezember 2005) in der Bachovenstraße in der Sinziger Innenstadt untergebracht - könnte im Erdgeschoss des Bahnhofs, nur wenige Meter entfernt vom Startpunkt des Rotweinwanderwegs entfernt, unterkommen, meint Ortsvorsteher Schlagwein. Der Heimat- und Bürgerverein Bad Bodendorf könnte den Wartesaal außerdem für Ausstellungen nutzen.
Dass der Bahnhof einst unmittelbar neben der Burg Bodendorf gebaut wurde, ist dabei alles andere als ein Zufall, wie Jürgen Haffke im Heft 'Sinzig-Bad Bodendorf' (Reihe 'Rheinische Kunststätten' Nr. 383) schreibt. Die von Osten in Richtung Westen am damaligen Ortsrand entlang führende Eisenbahntrasse hätte das Burggelände ohnehin berührt. Dabei wäre es jedoch auch möglich gewesen, den Bahnhof östlich der heutigen Bahnhofstraße zu bauen.
Daten & Fakten
- 1865 Beginn der Planung für die Ahrtalbahn
- 1879 Ankauf der Ländereien für die Strecke. In Bodendorf erfolgt der Kauf der Grundstücke für Haltestelle, Bahnhof mit Nebengebäude von Auguste von Groote, der Eigentümerin der Burg. Ihr Sohn Rudolf v. Groote, Landrat des Kreises Ahrweiler (1859-1889), förderte das Projekt, um „theuren Landtransporte nach dem Inneren“ des Kreises zu mindern. Die Burgherren forderten als Verkaufsbedingung den freien Zugang von der Burg zum Bahnhof. Das Tor in der Burgmauer mit Initialen v.G. im Wappenschild ist heute noch vorhanden. Die Grabstätte derer v. Groote befindet sich auf dem Bodendorfer. Friedhof.
- 1879 Feierliche Grundsteinlegung zum Bahnhof und dem Nebengebäude (Stallung, Waschküche, Toiletten)
- 1880 Fertigstellung, Eröffnung des Bahnverkehrs Remagen-Ahrweiler, Anbindung an die Rheinstrecke.
- 1881-1900 Der Bahnhof war zugleich Poststation und ab 1891 auch Telegraphenstation.
- 1944/45 Bombenangriffe auf den Bahnhof und die Gleisanlage, ein Lazarettzug wurde beschossen.
- 2005 Bahnhofsgebäude wird unter Denkmalschutz gestellt.
Das "Sauerbrünnchen" am Bahnhof:
- 1881 neben dem Bahnhofsgebäude wurde ein Brunnen gegraben, der Mineralwasser förderte. das nicht nur bei den Bodendorfern überaus begehrt war.
- 1965 Der Brunnen wird abgerissen und der Schacht verfüllt. Der Sauerbrunnen stand links von der Pforte zur Burg.
- 1996 Zur Erinnerung an das „Sauerbrünnche“ errichtet der Heimat- und Bürgerverein den Brunnen am historischen Weinberg“(„ett Brünnche“)
weitere Bilder
Mediografie
- Jürgen Haffke: 'Sinzig-Bad Bodendorf', Reihe 'Rheinische Kunststätten', Nr. 383
- Bodendorfer Bahnhof oben ohne, bad-bodendorf.com vom 1. August 2009
- Manfred Schick: Wer denkt hier noch an Piroschka?, wir-in-bad-bodendorf.de vom 3. Februar 2010
Weblinks
- ahrtalbahn.de: Bahnhof Bad Bodendorf
- Wir-in-Bad-Bodendorf.de: Nachrichten und Berichte zum Bad Bodendorfer Bahnhof
- hertaland.de: Bahnhof Bad Bodendorf
Fußnoten
- ↑ Quelle: Matthias Röcke: Bahnhöfe im Kreis Ahrweiler, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1987 - mit kleinen sinnwahrenden textlichen Anpassungen

