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Bahnhof Bad Bodendorf

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Der Bahnhof Bad Bodendorf bei Kilometer 4,7 der Ahrtalbahn wurde 1879/80 gebaut. Anfang 2008 verkaufte ihn die Deutsche Bahn AG an den Bad Bodendorfer Heinz Schiffer, der im Januar 2010 im renovierten ehemaligen Güterschuppen hinter dem Hauptgebäude das Bistro "Brunnenhof" Bad Bodendorf eröffnete. Schon bald verpachtete er das Bistro; heute (Stand: August 2014) steht es leer. Die ehemalige Wartehalle wird als Friseursalon genutzt. Einen Teil des Erdgeschosses nutzt nach wie vor die Bahn – unter anderem wird von dort aus die Schranke am Bahnhof bedient.


Bahnhof Bodendorf.jpg
Von geringfügigen Veränderungen abgesehen, zeigt das Empfangsgebäude des Bahnhofs Bad Bodendorf noch heute sein ursprüngliches Bild.
Der ehemalige Güterschuppen vor seinem Umbau zum Restaurant
Dieser aus der Entstehungszeit des Bahnhofs stammende Privatzugang von der Burg Bodendorf aus, ein schlichtes schmiedeeisernes Tor mit den Initialen der Familie von Groote, ist noch heute erhalten. Foto vom 9. Dezember 2005.
Bahnhof Bodendorf 1.jpg
Die Südseite des ehemaligen Güterschuppens mit der Laderampe
Schranken-Kurbel
Bahnhof Bodendorf 2.jpg
gusseisernes Bodenrost

Standort

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Eigentümer

Heinz Schiffer (Bad Bodendorf) und Helmut Steininger (München) kauften das Gebäude im Jahr 2008 von der Deutschen Bahn

Chronik

  • 1865 Beginn der Planung für die Ahrtalbahn
  • 1879 Ankauf der Ländereien für die Strecke. In Bodendorf erfolgt der Kauf der Grundstücke für Haltestelle, Bahnhof mit Nebengebäude von Auguste von Groote, der Eigentümerin der Burg. Ihr Sohn Rudolf Felix August Edler von Groote zu Kendenich, von 1859 bis 1889 Landrat des Kreises Ahrweiler, förderte das Projekt, um die „theuren Landtransporte nach dem Inneren“ des Kreises zu mindern. Die Burgherren forderten als Verkaufsbedingung den freien Zugang von der Burg zum Bahnhof. Das Tor in der Burgmauer mit Initialen v.G. im Wappenschild ist heute noch vorhanden. Die Grabstätte derer von Groote liegt auf dem in Sichtweite befindlichen Friedhof Bad Bodendorf.
  • 1879 Feierliche Grundsteinlegung zum Bahnhof und dem Nebengebäude (Stallung, Waschküche, Toiletten)
  • 1880 Fertigstellung, Eröffnung des Bahnverkehrs Remagen–Ahrweiler, Anbindung an die Rheinstrecke
  • 1881–1900 Der Bahnhof war zugleich Post- und ab 1891 auch Telegraphenstation.
  • 1944/45 Bombenangriffe auf den Bahnhof und die Gleisanlage, ein Lazarettzug wurde beschossen.
  • 2005 Bahnhofsgebäude wird unter Denkmalschutz gestellt.

Festliche Grundsteinlegung zum Bau des Bahnhofsgebäudes war am 21. November 1879; am 15. November waren die Grundsteine für den Bahnhof Bad Neuenahr und den Bahnhof Ahrweiler gelegt worden. Eine Besonderheit ist das in nordwestlicher Richtung nur wenige Meter vom Bahnhofsgebäude entfernt stehende Tor zum Areal der Burg Bodendorf. Die ehemalige Besitzerfamilie von Groote hatte der Bahn einst Grundstücke verkauft, die für den Bahnhofsbau wichtig waren. Eine der Verkaufsbedingungen war eine eigene Pforte zur Burg der von Grootes. Auch der Bau der Güterschuppen geht auf die Familie von Groote zurück. Dass der Bahnhof einst unmittelbar neben der Burg Bodendorf gebaut wurde, sei also alles andere als ein Zufall, schrieb Jürgen Haffke in dem Heft Sinzig-Bad Bodendorf (Reihe Rheinische Kunststätten Nr. 383). Die von Osten in Richtung Westen am damaligen Ortsrand entlang führende Eisenbahntrasse hätte das Burggelände ohnehin berührt. Es wäre jedoch auch möglich gewesen, den Bahnhof östlich der heutigen Bahnhofstraße zu bauen.

Matthias Röcke schrieb über den Bahnhof:[1]

Der Bahnhof Bad Bodendorf steht stilistisch in einer Reihe mit den großen Gebäuden des Bahnhofs Ahrweiler und des Bahnhofs Bad Neuenahr, ist aber einfacher gestaltet. Deutlich unterscheidet er sich von Bahnhof Heimersheim, Bahnhof Dernau und Bahnhof Mayschoß, die verspielter und noch romantischer wirken. Der Bodendorfer Bahnhof ist ein zweigeschossiges Haus aus Bruchstein mit ausgebautem Dach. Das Dach ist an den freien Flächen mit Fachwerk verkleidet. Das Gebäude steht quer zur Strecke und hat zur Bahn und zum Vorplatz zwei Fensterachsen. Für die Fenster der beiden Hauptgeschosse wurden neugotische Formen verwendet. Die Neugotik ist aber nicht so stark betont wie in Bad Neuenahr und Ahrweiler. Allerdings ist die Bahnseite durch eine Dachgaube und den stilgerechten Schriftzug »Bodendorf« (»Bad« ist Bodendorf erst seit 1972) verziert. … Das Stellwärterhäuschen ist ein moderner Bau.

1927/28 wurde westlich des Bahnhofs ein Gleisanschluss für den Bodendorfer Sprudel gebaut. Mit dem Umzug des Abfüllbetriebs in die MPG-Hallen im Jahr 1959 und mit der Schließung des Sprudels im Jahr 1967 verlor der Anschluss seinen Sinn und wurde zurückgebaut.

Nach Westen schließt sich ein Güterschuppen in Fachwerk an, der um 2009/10 komplett niedergelegt und neu aufgebaut wurde. Die bis dahin noch erhaltenen Rampen zur Bahn- und zur Rückseite hin wurden dabei abgebrochen.

Das Bad Bodendorfer Bahnhofsgebäude wurde im Herbst 2005 unter Denkmalschutz gestellt. Es sei aus wissenschaftlicher, künstlerischer und städtebaulicher Sicht ein Kulturdenkmal, an dessen Erhalt öffentliches Interesse besteht, hieß es in der Unterschutzstellungsurkunde. Der an der damals erbauten Ahrtalbahn errichtete Typenbau auf L-förmigem Grundriss mit zwei massiven Vollgeschossen zeige sorgfältig versetztes Natursteinmauerwerk und im Dachgeschoss unter einem Schopfwalm regional geprägtes Fachwerk. Der gut erhaltene Bau sei damit ein Beleg für die Ortsgeschichte Bodendorfs und die Geschichte der Ahrtalbahn. Von geringfügigen Veränderungen abgesehen, zeige er noch heute sein ursprüngliches Bild. Außer Renovierungsmaßnahmen sind an dem Gebäude seitdem keine baulichen Veränderungen mehr zulässig. Initiatoren der Unterschutzstellung waren die Kreisverwaltung Ahrweiler und das Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz.

Der damalige Ortsvorsteher Markus Schlagwein (CDU) hatte im zuständigen Ausschuss des Stadtrats Sinzig etwa zum Zeitpunkt der Unterschutzstellung beantragt, dass die Stadt den Bahnhof kauft. Der Preis, den die Bahn für das Gebäude fordere, sei „relativ günstig“, sagte er; über die Mieteinnahmen aus den beiden Wohnungen in der ersten Etage lasse sich der Kauf refinanzieren. Weil eine Automatisierung der Schranke am Bahnhof viel zu teuer wäre, sei auch in Zukunft Bahnpersonal vor Ort erforderlich. Deshalb werde sich auch die Bahn in den Bahnhof einmieten. Aus steuerlichen Gründen sei es möglicherweise sinnvoll, dass die Stadt nicht unmittelbar, sondern indirekt über die Bad Bodendorf-Kurbad GmbH Eigentümerin der Immobilie werde. Ob das Sinn mache, müsse vor einer Entscheidung durchgerechnet werden, so Schlagwein. Der Ortsvorsteher wollte sich auch dafür einsetzen, dass die rund 800 Quadratmeter unbebaute Fläche westlich des Gebäudes gekauft werden, auf der früher der Gleisanschluss des Bodendorfer Sprudels lag. Der Preis, den die Bahn für dieses Grundstück forderte, hielt er allerdings für unangemessen hoch. Die Tourist-Info, die viele Jahre lang im Kurpavillon am Kurpark Bad Bodendorf untergebracht war, könnte im Erdgeschoss des Bahnhofs, nur wenige Meter entfernt vom Startpunkt des Rotweinwanderwegs entfernt, unterkommen, meinte Schlagwein. Der Heimat- und Bürgerverein Bad Bodendorf e.V. könne den Wartesaal außerdem für Ausstellungen nutzen.

Die Friseurmeisterin [Gaby Hoppe-Schäfer] eröffnete am 1. August 2011 im ehemaligen Wartesaal des Bahnhofsgebäudes die Haar-Station „Kamm In“. Vorher diente der Wartesaal ein paar Monate lang als Backwaren-Verkaufsstelle des Ahrtal-Cafés Bad Bodendorf.

Sauerbrünnchen am Bahnhof

1881, ein Jahr nach Fertigstellung des Bahnhofsgebäudes, wurde neben dem Bahnhofsgebäude, links von der Pforte zur Burg Bodendorf, ein Brunnen gegraben, der Mineralwasser förderte. 1965 wurde er stillgelegt und der Schacht verfüllt. Zur Erinnerung an das „Sauerbrünnche“ baute der Heimat- und Bürgerverein Bad Bodendorf e.V. im Jahr 1996 auf dem Bahnhofsvorplatz den Historischen Weinberg Bad Bodendorf.

Siehe auch

Öffentliche Toilette am Bahnhof Bad Bodendorf

Mediografie

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Matthias Röcke: Bahnhöfe im Kreis Ahrweiler, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1987 - mit kleinen sinnwahrenden textlichen Anpassungen