Absturz eines „Phantom“-Düsenjägers am 16. Dezember 1970 bei Gimmigen

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Am 16. Dezember 1970 stürzte bei Gimmigen ein „Phantom“-Düsenjäger ab. Die zweiköpfige Besatzung konnte sich mit ihren Schleudersitzen retten und blieb unverletzt. Eine Katastrophe gab es nicht. Nur einige hundert Meter von der Unglücksstelle entfernt begann dicht besiedeltes Gebiet. Die Maschine aber zerschellte.


Absturzstelle

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Ablauf[1]

Am Freitag, 16. Dezember 1970, um 11.41 Uhr stürzte über der Landskrone ein „Phantom“-Schuljäger R der US-Air-Force ab. Die Nachricht von dem Unglück verbreitete sich schnell in der Stadt. Viele Menschen hatten den Absturz gesehen und eilten mit Fahrzeugen zur Unglücksstelle. Auch Feldwebel Robert Gemein vom damaligen Materialamt des Heeres in Bad Neuenahr war Augenzeuge des Absturzes; er sah die „Phantom“-Maschine von Sinzig im Sturzflug in Richtung Landskrone fliegen - starke Rauchwolken hinter sich ziehend. Gemein alarmierte sofort die Polizeistation in Sinzig, die umgehend weitere Maßnahmen in die Wege leitete. In Heimersheim hatte der Feuerwehrmann Hans Jörg Blumenberg das Unglück gesehen. Er alarmierte die Feuerwehr, die sich schnell zur Unglücksstelle begab und versuchte, die Flammen zu ersticken, um einen Waldbrand zu verhindern. Die Freiwillige Feuerwehr Heppingen war besonders schnell zur Stelle.

Feldwebel Gemein verfolgte die beiden Piloten, die sich mit dem Schleudersitz aus der abstürzenden Maschine herauskatapultiert hatten. Einen der beiden verlor er zwar aus den Augen, aber es gelang ihm, Major Knut Nevins wohlbehalten in Lohrsdorf aufzufinden. Der war in einem Baum gelandet und unverletzt geblieben. Sein Kopilot, der als Schüler mitgeflogen war, landete auf dem Friedhof Heimersheim. Feldwebel Gemein fuhr mit dem amerikanischen Major zum Bundeswehr-Materialamt nach Bad Neuenahr. Dort wurden Alarm gegeben und die verantwortlichen Stellen benachrichtigt. Hubschrauber stiegen vom Flugplatz Niedermendig auf, um die Suche aufzunehmen und Aufnahmen von der Unfallstelle zu machen. Die weit über 15 Millionen D-Mark teure Maschine war völlig zerstört worden. Der Ort des ersten Aufpralls war etwa 300 Meter entfernt von der Stelle, an der die Maschine schließlich zerschellte. Die Maschine war mit Geräten, Filmen, Kameras u.a. ausgerüstet. Die Absturzstelle wurde abgeriegelt, die Teile des zerstörten Flugzeuges sind eingesammelt und von Kriminalpolizei und Fachleuten der amerikanischen Dienststellen Untersuchungen aufgenommen worden, um die Absturzursache zu ermitteln. Die beiden Piloten, die mit der Unglücksmaschine in Ramstein in der Pfalz gestartet waren, wurden per Hubschrauber zum Flugplatz Bitburg gebracht.

Feldwebel Robert Gemein erhielt vom Chef des Stabes, Oberst i.G. Heinz Querengässer vom Materialamt des Heeres eine lobende Anerkennung für seine schnelle Reaktion, die dazu geführt hatte, dass schnell Rettungsmaßnahmen gestartet werden konnten.

Weitere Fotos

Weblinks

Fußnoten

  1. Quelle: Amerikanischer Jäger stürzte bei Gimmigen ab, in: Ahrweiler Nachrichten, 21. Jahrgang, Nr. 51/1970 vom 18. Dezember 1970, S. 1120