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Bürgerinitiative "Wiesemscheider Bürger gegen Windkraft im Wald"

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Die im Jahr 2014 gegründete Bürgerinitiative "Wiesemscheider Bürger gegen Windkraft im Wald" macht sich gegen das Aufstellen von Windrändern rund um Wiesemscheid stark.


Chronik

Im Juli 2013 beschloss der Gemeinderat Wiesemscheid in öffentliche Sitzung beschlossen, die Planung für Windenergieanlagen aufzunehmen. In zwei weiteren Sitzungen wurde über den Sachstand berichtet. Die Gemeinde schrieb elf Unternehmen an, von denen sich neun zurück meldeten. Zwei davon kamen in die engere Wahl. Der Windparkplaner DunoAir aus Trier blieb schließlich übrig. Nach der Kommunalwahl 2014 bestand im Gemeinderat weiterhin Einigkeit darüber, das Projekt weiter zu verfolgen. Bei einer von 25 Gästen besuchten Einwohnerversammlung im Herbst 2014 stellte DunoAir seine Pläne vor. Danach sollen bis zu sechs Windräder mit einer Nabenhöhe von 149 Metern (Höhe der Rotorspitze: rund 207 Meter) aufgestellt werden. Am 1. Oktober 2014 beschloss der Gemeinderat Wiesemscheid in nichtöffentlicher Sitzung den Vertragsabschluss mit DunoAir.

Wolfgang Stiglitz und eine Reihe weiterer Gegener haben sich darauf hin zur Bürgerinitiative "Wiesemscheider Bürger gegen Windkraft im Wald" zusammengeschlossen, um das Projekt zu verhindern. Stieglitz kritisiert, alle Konzepte der bisherigen Landesentwicklungsplanung, den ländlichen Raum attraktiver zu machen, um der Entvölkerung entgegenzuwirken, würden durch ein solches Projekt konterkariert. Niemand würde aufs Land ziehen, um dann in einer Industrielandschaft mit Infraschall, Lärm und Schattenschlag zu leben. Medizin und Zivilgerichtsbarkeit hätten inzwischen anerkannt, dass solche Emissionen bei Menschen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. "Der Gemeinderat Wiesemscheid ignoriert all dies und will Natur und Tiere, aber auch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bürger an einen Windparkbetreiber verkaufen." Die Politiker nähmen auch in Kauf, dass ein großer Teil der Gemeindewaldes verloren geht und dass das Immobilieneigentum der Bürger massiv an Wert verliert. Gegenüber der Rhein-Zeitung sagte Stieglitz:

Die beiden nächstgelegene Anlagen sollen lediglich rund 950 Meter, die übrigen bis zu 1500 Meter vom Ortsrand entfernt stehen. Damit dominieren die Anlagen nicht nur das gesamte Ortsbild, sondern erschlagen den Ort geradezu.[1]

Im Herbst 2014 verteilte die Bürgerinitiative deshalb im Ort Info-Flyer und sammelte Unterschriften gegen die Windparkpläne. 108 der 250 Einwohner von Wiesemscheid hätten bereits unterschrieben, berichtete die Rhein-Zeitung am 6. Dezember 2014. Bürgermeister Peter Scheid sagte, die Gemeinde erwarte Einnahmen 50.000 Euro pro Windrad und Jahr. Allein die Reparatur der Gemeindestraßen koste rund 50.000 Euro. Ob sich die Gemeinde freiwillige Aufgaben wie ein Dorfgemeinschaftshaus und einen Spielplatz auch künftig noch leiste könne, hänge davon ab, ob sich die Gemeinde auf der Einnahmenseite verbessern könne. Die Gemeinden rings um Wiesemscheid würden ebenfalls Windanlagen planen. Bauler, Barweiler und Pomster hätten sich dabei zu einer Planungsgemeinschaft zusammengeschlossen. Fast alle Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Adenau seien mit Windkraftbetreibern im Gespräch, einige Gemeinde hätten bereits Vorverträge abgeschlossen. Bislang habe sich lediglich die Stadt Adenau gegen Windräder ausgesprochen. Die Gemeinde Wiesemscheid habe 175 Hektar Wald; rund drei Hektar wären von dem Windparkprojekt betroffen.

siehe auch

Portal "Erneuerbare Energien"

Fußnoten

  1. Quelle: Frieder Bluhm: Wiesemscheider wehren sich gegen Windkraftpläne - Bürgerinitiative will Windräder verhindern – Vertrag mit DunoAir in Vorbereitung, in: Rhein-Zeitung vom 7. Dezember 2014